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Iron Maiden - En Vivo! Live in Santiago de Chile (BluRay)

Iron Maiden - En Vivo! Live in Santiago de Chile (BluRay)
Stil: Heavy Metal
VÖ: 23. März 2012
Zeit: 222 Min
Label: EMI Music
Homepage: www.ironmaiden.com

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In schöner Regelmäßigkeit sollte man sein Leben überprüfen und fragen, ob man verschiedene Dinge wirklich benötigt. Dazu gehören unter anderem Salatschleudern, Milchaufschäumer und Mieterhöhungsverlangen. Schwierig wird es aber, ja geradezu unentrinnbar, wenn in ebenfalls beschaulichem Rhythmus ein neues Produkt aus diesem Hause zur Diskussion steht. Oder vielleicht auch einfach, denn jenseits der schnöden Rufe der missgünstigen Neider - muss denn wirklich nach jeder Tour ein Mitschnitt und ein fettes Drumrumpaket sein? - steht doch längst fest: aber selbstverständlich muss jeder mit Resten von Verstand gesegnete Mitstreiter hier ohne jedes Zögern zugreifen.
Denn in Rede steht nichts anderes als eine brillante Aufbereitung des dionysischen Rauschzustandes, der uns im Mai letzten Jahres in der Münchner Olympiahalle erfasste (wir berichteten). Ja, es sei zugestanden, erleben darf man hier eine etwas größere Kulisse - genauer gesagt 50.000 komplett austickende Chilenen -, aber das präsentierte Material entspricht genau dem Set, welches die ewig jungen Jungfrauen 2011 im Rahmen der Final Frontier Tour auch in unserer schönen Heimat abbrannten. Und wem es vergönnt war, bei dieser denkwürdigen Nacht zugegen zu sein, der sollte in froher Erwartung dem Geschehen entgegensehen, das es hier gibt.

In absolut atemberaubender Bild- und Tonqualität präsentiert man zunächst zu den Klängen des (auf Konserve nervigen, ja ist ja gut) Final Frontier-Intros eine Montage aus Fliegerei, Bühnenaufbau, tobenden Fans und Backstageszenen. Wie schon in Flight 666 dokumentiert, drehen die Latinos dann bei den ersten Klängen des Titeltracks vollständig ab, was durch schwindelerregende Luftaufnahmen der Open Air-Arena auch bestens eingefangen ist. War der Sound in München anfangs noch zu leise und zurückhaltend, ballert schon "The Final Frontier" alles nieder, der Sound erstrahlt, die Band beweist, dass sie besser als jemals zuvor ist - und dass Captain Bruce mittlerweile in einer Kategorie für sich selbst unterwegs ist, haben wir an anderer Stelle hinlänglich beschrieben. Weidlich eingesetzte split screens bringen die Akteure gleich mehrfach ins Bild, als "El Dorado" ganz gewaltig ins Kontor kracht und die Menge steil geht. Auch wenn Adrian Smith das Messer-Riff am Anfang ein wenig eigenwillig intepretiert, liefert "2 Minutes To Midnight" massivst und macht alle Nörgler mundtot. Auch das Intro vom "Talisman" versemmeln sie ein kleines bisschen, aber das live eigentlich schwierige (weil neue, lange und komplexe) Stück ab dem Hauptteil an geht sauber zur Sache. "Dance Of Death" besticht durch dichte Atmosphäre und kraftvolle Melodie, die das Publikum mit kollektiver Hüpferei und Bruce mit wunderlichem Ausdruckstanz begleitet. Einer der Songs, mit denen sich Maiden im neuen Millennium wieder erstarkt zurückmeldeten, mit allen Markenzeichen, die zu einem ihrer Epen gehören. Unfassbar. Das alte Schlachtross "The Trooper" galoppiert gänzlich rostfrei daher, mit fettem Backdrop, verschossenem Union Jack und Bruce in Uniform. Man braucht Konstanten im Leben. So geht das fröhlich weiter, Juwelen wie "The Evil That Men Do" (Auftritt Eddie die erste) wird gejagt vom Highlight der letzten Scheibe - "When The Wild Wind Blows", in München noch etwas naja vom Winde verweht, überzeugt auf ganzer Linie mit tightem Sound und stimmiger Atmosphäre. Ganz ganz großes Kino. Bei "Fear Of The Dark" kocht das Stadion förmlich über, und der Rest sind sattsam bekannte Klassiker. Die zwei Stunden fliegen vorüber, wohlige Schauer in Erinnerung daran auslösend, dass man hier ja auch beiwohnen durfte. Fein.

Nachdem wir uns selbstverständlich für den Blaustrahl entscheiden, gibt's als Dreingabe einen immerhin fast 90 Minuten währenden Film Behind The Beast, der minutiös Vorbereitung und Durchführung der Final Frontier-Tour in Wort und Bild darbietet. Angefangen von Bruces Idee, den ganzen Tross einfach im Flugzeug um die Welt zu schippern (so erstmals in ganz kleinem Ausmaß auf einer seiner Solo-Tourneen erprobt und sattsam aus Flight 666 bekannt), erlebt man die Zerlegung und Renovierung der Boeing 757, erhält interessante Einblicke in die logistischen Herausforderungen (irgendeiner hat immer seinen Pass vergessen), das Set Design, wir sehen wie die Backdrops genäht werden, die Kiste beschriftet wird, und wie man die Setlist zusammenstellt (wozu Meister Smith lakonisch meint "naja, wir wissen vorher, dass wir "Hallowed Be Thy Name" spielen, spannender ist der Rest"). Bruce erklärt uns, wie denn ein Flugzeug für eine Metal-Welt-Tournee ordnungsgemäß zu beladen sei, und dann hebt er (mit allen anderen) von London Stansted ab in die große weite Welt. Spannend.
Daneben gibt's noch das Video zu "The Final Frontier" und ein entsprechendes Making Of. Also, wer unbedingt meint, der könnte das Paket ja vielleicht gegebenenfalls haben wollen. So oder so ähnlich.

Holgi

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