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Hellsingland Underground - Madness & Grace

Hellsingland Underground - Madness & Grace
Stil: Southern Rock
VÖ: 23. April 2010
Zeit: 56:39
Label: Killed By Records
Homepage: www.hellsinglandunderground.com
MySpace: www.myspace.com/hellsinglandunderground

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Hellsingland heißt eine Region weit oben im Norden von Schweden. Dass uns gerade aus diesem Landstrich, den man wohl am ehesten mit winterlicher Kälte assoziiert, ein wohlig-warmes Southern-Rock-Album erreicht, ist mehr als ungewöhnlich und dem überaus talentierten Sänger, Songwriter und Poeten Charlie Granberg zu verdanken. Der hat dort oben zwar sein Leben verbracht, doch scheint sein Herz für deutlich sonnigere Regionen in weiter Ferne hinter dem großen Teich zu schlagen.

Mit fünf weiteren begnadeten Musikanten an seiner Seite entfesselt er auf seinem zweiten Album Madness & Grace eine wahre Hitparade unbeschwerter, flott und fröhlich rockender Ohrwürmer, die ganz sicher nicht im Untergrund zuhause sind. Ganz im Gegenteil! In seiner Heimat, wo das Album schon seit einigen Monaten erhältlich ist, ist es doch glatt auf Platz sechs in den Charts eingestiegen und zeigt, dass man selbst in Skandinavien mit einer fetzigen Mischung aus Rockmusik und Country-Flair gehörig Punkte sammeln kann. Solch durchschlagender Erfolg kommt nicht von ungefähr, denn die zwölf Songs ziehen einen nahezu magisch in ihren Bann. Man weiß nicht, ob man zu all den herrlichen Gitarrenduellen nun abrocken oder in Square-Dance-Manier durch die eigenen vier Wände wirbeln soll. Diese Mucke macht richtig Spaß! Das mag neben dem exzellenten Songwriting und Charlies angenehmem Organ auch an der warmen und transparenten Produktion liegen, bei der Gitarren, Bass und Drums, Piano und die Mundharmonika als gleichberechtigt neben einander stehen. Am Ende tragen wohl auch die unterhaltsamen Texte, zumeist Anekdoten über die eigene Jugend des Autors, die sich vielleicht nicht immer genau so zugetragen haben, ihren Anteil zum Zauber des Albums bei.

Von diesem nun einige Songs herauszupicken fällt zugegeben schwer, einen Aussetzer will man einfach nicht finden. Aber das wären vielleicht die ruhige Akustiknummer "Vera", zu der sich Charlie Unterstützung von einer Gastsängerin geholt hat, "Stickin' With You", in dem dank Banjo-Einsatz fast schon Bluegrass-Feeling aufkommt, die sanfte und melancholische Piano-Ballade "A Short Time In The Sun" oder das ruppige "Debauchery" zu nennen, in denen der Abwechslungsreichtum des Albums begründet liegt. Man muss kein Country-Fan sein, um sich für diese Musik begeistern zu können. Großartig!

Dagger

6 von 6 Punkten

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