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Shakra - Everest

Shakra - Everest
Stil: Hard Rock
VÖ: 17. April 2009
Zeit: 51:33
Label: AFM Records
Homepage: www.shakra.ch

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Kaum zeigt das Thermometer die ersten Plusgrade an, flattert mir auch schon der erste Vorbote des Sommers auf den Schreibtisch, um zur passenden Untermalung für meine Frühlingsstimmung zu werden. Die Hardrocker von Shakra sind es, die mir hier die ersten Sonnentage mit ihrem neuen Wurf Everest versüßen. Everest, das klingt, als ob die Emmentaler diesmal ganz hoch hinaus wollen. Anscheinend sind die Schweizer Bergmassive wohl doch langsam etwas eng geworden.

Die Musik von Shakra ist dagegen - Gott sei Dank - fest am Boden verwurzelt geblieben und entfernt sich nicht sehr weit von dem, was wir von den Vorgängeralben Infected, Fall oder Rising gewohnt sind. Everest ist bereits das siebte Album der zehnjährigen Bandgeschichte und wie immer regiert straighter, erdiger Hardrock das Geschehen auf dem Album. Hervorragend komponiert und wunderbar umgesetzt sind die melodischen Songs, die von kernigen Gitarrenriffs und der alles beherrschenden Stimme eines Mark Fox, der stimmlich nahe an Sammy Hagar agiert, leben. In der Mitte des Albums thront das fast achtminütige "The Journey", das - wie der Mount Everest im Himalaya-Gebirge selbst - umsäumt ist von mehreren kleineren, aber nicht weniger imposanten Gipfeln, die ebenfalls erklommen werden wollen. Wobei es inzwischen gerade die ruhigeren Stücke mit emotionalen Refrains, etwa "The Illusion Of Reality", "Why" oder die überragende Ballade "Hopeless", sind, die diese Scheibe zu einer ausgezeichneten Reise für Freunde des klassischen Hardrocks machen.

Die Songtitel deuten es an, Shakra sind erwachsen geworden. Die Lieder sind deutlich nachdenklicher und weit weniger direkt und unbeschwert als noch am Anfang ihrer Bandkarriere. Das schlägt sich natürlich auch in der Musik nieder. Waren es früher noch die Schweizer Urgesteine Krokus und Gotthard, die man als Haupteinflüsse ausmachen konnte, so hat sich inzwischen auch der kommerziellere US-Rock a la Bon Jovi eingeschlichen. Aber trotz aller Radiotauglichkeit - wer der Scheibe genug Zeit lässt, wird sich auch von den Riffs der schnelleren Stücke wie dem vorzüglichen "Anybody Out There", "Right Between The Eye" oder dem Rocker "Insanity" anstecken lassen. Shakra liefern immer noch genau das, was von ihnen erwartet wird - nicht mehr, aber auch sicher nicht weniger. Wer auf hochwertigen, ehrlichen Hardrock steht, sollte seinen Rucksack packen und zusammen mit Shakra die Wanderung zum Mount Everest aufnehmen.

Sebbes

5 von 6 Punkten

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