Review
Masterplan - Metalmorphosis

VÖ: 26. Juni 2026
Zeit: 50:45
Label: Frontiers Records
Homepage: www.master-plan.net
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Klammert man das Helloween-Coveralbum PumpKings einmal aus, so liegt der letzte Masterplan-Studiodreher Novum Initium bereits satte neun Jahre zurück. Man könnte also glatt den Begriff Comeback in den Mund nehmen, wenn uns die Hanseaten nun mit neuem Material versorgen. Metalmorphosis heißt das gute Stück und kündigt auf (wort-)spielerische Weise eine musikalische Weiterentwicklung an. Tatsächlich will der bislang gut zu Masterplan passende Stempel Power Metal im Jahr 2026 nicht mehr so richtig passen. Aber eines nach dem anderen...
Nach opulent und dramatisch arrangiertem Auftakt kommt der Opener "Chase The Light" nicht so recht aus den Startlöchern, was nicht nur an seiner eher gemächlichen Taktung, sondern vielmehr am Refrain liegen mag, der eben nicht zu fesseln weiß. Ähnlich wird es manch einem Hörer mit dem folgenden "Electric Nights" ergehen. Es scheint, als wäre den Musikern mit fortschreitendem Alter ein wenig die Power abhandengekommen, sodass man nun geneigt ist, eher von einer Melodic Metal Band zu sprechen. Dann ein Lichtblick trotz finsterer Atmosphäre: in "Shadow Man" korrespondiert das gedrosselte Tempo ganz vorzüglich mit der Atmophäre des Songs und der Refrain weiß unter die Haut zu gehen. Handwerklich sind Masterplan natürlich über alle Zweifel erhaben, doch hilft die feinste Saitenarbeit nicht darüber hinweg, dass viele Songs auf Metalmorphosis nicht so richtig zünden wollen.
Orientalische Einsprengsel und die treibende Rhythmik von "Pain Of Yesterday" vermitteln eine gewisse Aufbruchsstimmung, ehe der Titeltrack (an sechster Stelle) mit seinen elektronischen Synthesizern, einem griffigen Chorus und ausgiebiger Saitenakrobatik zu gefallen weiß. Dann endlich donnert "Through The Storm" mit der ersehnten Power durch die Membrane und lässt für einen Moment diese gewisse Lethargie vergessen, die sich manch einem der neuen Songs nachsagen ließe. Freilich würde man sich an dieser Stelle noch en paar extra-hohe Metalscreams wünschen. Aber Rick Altzi ist eben nicht Jorn Lande und weiß sehr genau, wo seine stimmlichen Grenzen liegen. Sein belegtes, leicht kratziges Organ weiß dafür umso besser in die neue, etwas moderater temperierte Ausrichtung der Band zu passen!
Als eigentliches Album-Highlight soll sich schließlich "The Call" entpuppen. Zwischen balladesken Anleihen und eher rockenden Klängen finden Masterplan ihre Mitte und wissen trotz 8-minütiger Spielzeit zu überzeugen. Vielleicht liegt es auch daran, dass Gitarrist Roland Grapow seinem Kollegen Rick Altzi beim Gesang assistiert. Schwere Riffs und eine weitere Ladung Power im Metal markieren das finalen "Rise Again", das leider erneut im Refrain lahmt. So endet ein Album, das trotz einiger Glanzpunkte eben nicht uneingeschränkt überzeugen kann und seine stärksten Momente definitiv während der zweiten Hälfte auffährt.


