Review
Mork - Monolitt

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Seit ihrem Debüt Isebakke in 2013 durchlief die norwegische Band Mork ihre eigene kleine Evolution, die elf Jahre später im gefeierten Syv gipfeln sollte - ein Album, das Mork nicht nur auf einem neuen kompositorischen Level zeigte, sondern auch die Türe für ausgiebige Touraktivitäten im fernen Osten und in Australien aufstieß.
Die Spannung, wie wohl der Nachfolger aussehen könnte, war groß. Doch nun hat das Warten ein Ende: Monolitt - hier ist bereits der Titel ein Statement, welches mit dem reduzierten Artwork des norwegischen Künstlers Kjell Ã…ge Melland eine mystische Illustration erhielt. Wer nun fürchtet, dass Mork im Bestreben nach Weiterentwicklung den Pfad des True Norwegian Black Metal verlassen könnten, der sei getröstet. Thomas Eriksen, der Brain-Bug hinter Mork, bleibt seinen Wurzeln treu, er verfeinerte aber aufs Neue sein Songwriting und beschert uns neun spannende und mitreißende Kompositionen, von denen jede über eine ganz eigene Aura verfügt und doch in innigem Einklang mit dem großen Ganzen zu stehen scheint.
Standesgemäß rasant und kompromisslos startet "Under Vekten Av Verden" ins Geschehen, ehe das Tempo zu Gunsten rockender Rhythmen gedrosselt wird. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt schließlich die erste Single "Odelagt", die Mayhem'sche Wut kanalisiert und im überraschend gemächlich gestrickten Ausklang von Dissonanzen getragen wird. Feierlich und melodisch, mit klar gesungenen Versen, weiß "Torden" den Hörer zu fesseln und bereitet den Weg für das stürmische "Skromt", das melancholisch-hypnotisierende "Ferdamann" und die großartige Hymne "Inn I En Annen Sfære". "Martyr", mit messerscharfem Thrash-Riffing bewaffnet, und das vehemente "Jutul", das erst gegen Ende Thomas Eriksens giftiges Keifen mit melodischem Klargesang pariert, wissen nicht minder zu begeistern und demonstrieren wie schon ihre Vorgänger das hohe kompositorische Niveau, welches Mork mittlerweile vorzuweisen hat. In dieser Hinsicht bildet natürlich auch der theatralische Rausschmeißer "Utryddelse" keine Ausnahme.
Freilich täte man all den Kollegen, die seit der Jahrtausendwende das Genre mit veritablen Veröffentlichungen bereicherten, Unrecht, ließe man sich nun zu der naheliegenden Metapher hinreißen, dass dieses Werk die aktuelle Black-Metal-Landschaft wie ein Monolith überragt. Dennoch darf man orakeln, dass Monolitt eines der heißesten schwarz geschmiedeten Eisen in 2026 sein wird, das die Tradition Altvorderer wie Darkthrone, Satyricon oder Immortal auf authentische und packende Weise in unsere Zeit transportiert. Ein Pflichtkauf für konservative Genre-Fans!


