Review
Goreworm - Miasmic Solitude

VÖ: 12. Juni 2026
Zeit: 40:06
Label: Transcending Obscurity Records
Homepage: www.facebook.com/GorewormOfficial
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Die Band Goreworm stammt aus Kanada und spielt Female Fronted Symphonic Metal. Nein, Quatsch! Ein Kollektiv mit solch einem Namen kann und darf nichts anderes unterbreiten wie Death Metal, und genau den bekommt man auf Miasmic Solitude in seiner reinsten und doch facettenreichen Form um die Ohren. Männlich und testosterongeladen, gänzlich frei von femininen Einflüssen. Wer unter dem Schlagwort Testosteron nun aber unkontrollierte Wutausbrüche vermuten möchte, soll sich doch eines Besseren belehren lassen. Denn trotz all des Wahnsinns, den Miasmic Solitude verströmt - unkontrolliert ist hier rein gar nichts!
Stattdessen erleben wir technische Saiten- und Perkussionsarbeit auf hohem Niveau und zumeist in atemberaubender Geschwindigkeit, während sich Frontmann Robert Miller inbrünstig durch seine Lyrics brüllt und keift. Bei all der Brutalität und Energie, die hierbei transportiert wird, verlieren Goreworm die Melodie nie gänzlich aus den Augen. Die äußert sich schließlich weniger in eingängigen Refrains, sondern vielmehr in exzessiven Gitarrenparts und Soli, welche z.T. direkt von klassischer Musik beeinflusst zu sein scheinen. Hier und dort begegnen uns ein paar dezent platzierte Synthesizer, markante Riffs im Auftakt oder kurze Verschnaufpausen mit gedrosselter Geschwindigkeit. Im Großen und Ganzen schlagen die meisten Stücke hinsichtlich Tempo und Aufbau aber doch in dieselbe Kerbe, was den Konsum schon aufgrund des hohen Technikgrades auf Dauer nicht unbedingt erleichtert.
Wer sich vom enormen handwerklichen Können der Kanadier überzeugen möchte, kann sich vom rein instrumentaler "Strelly" verzaubern lassen. Die Liebe besiegt alles! Wenn eine Band wie Goreworm über Liebe singt, wirkt das beinahe ironisch! Tatsächlich kann mit "Armor Vincit Omnia" ein Highlight auf Miasmic Solitude verortet werden. "No Reprieve" ist wieder eine dieser Nummern, die mit unwiderstehlicher Gitarrenarbeit überzeugen. Im Falle Goreworm ist es aber naheliegend, dass jeder technikbegeisterter Metalhead auf diesem Dreher seinen eigenen Favoriten benennen kann. Zeit und Konzentration sollte man sich in jedem Fall nehmen, um sich diesem Werk zu nähern.


