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Mortem - Morketid

Mortem - Morketid
Stil: Black Metal
VÖ: 03. Juli 2026
Zeit: 46:08
Label: Peaceville Records
Homepage: www.facebook.com/mortemnorway

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Im fernen Jahr 1989, also ganz vorne mit dabei, als die Second Wave Of Black Metal ins Rollen kam, riefen Markus Vold und Steinar Johnsen die Band Mortem ins Leben und veröffentlichten das Demo Slow Death. Das Projekt wurde allerdings recht schnell wieder auf Eis gelegt bzw. begraben, da sich die beiden Musiker um die vermutlich vielversprechenderen Bands Arcturus und Thors zu kümmern hatten. Ganze dreißig Jahre später sollte die Band Mortem von den beiden Norwegern exhumiert und mit den Kollegen Hellhammer (Mayhem, The Kovenant u.vm.) in der Schießbude und Tor Stavenes (1349) am Tieftöner komplettiert werden. Bei solch einer illustren Gesellschaft kann im Grunde nicht viel schief gehen, wie das 2019er Comeblack Ravnsvart beweisen sollte.

Die vier Szene-Veteranen hatten es infolgedessen allerdings nicht sonderlich eilig, weswegen sich neu gewonnene Follower abermals lange sieben Jahre in Geduld üben mussten, um nun in den Genuss des zweiten Mortem-Studioalbums zu kommen. Mørketid heißt das gute Stück und startet mit seinem Titeltrack vergleichsweise stressfrei ins Geschehen, ehe "The Mighty Odious" doch deutlich aggressiver durch die norwegischen Wälder fegt. Beide Songs erwecken ein wenig den Eindruck qualitativ hochwertiger Stangenware an 1990er Proto-Black-Metal. Ein erstes Aha-Erlebnis dann mit "Skyggeand"! Die knapp achtminütige Hymne rockt sich mit gedrosselter Taktung und dichter Atmosphäre unmittelbar ins Langzeitgedächtnis! Dabei erinnern Johnsens Keyboads ein wenig an frühe Emperor bzw. an die Split-EP Thorns VS Emperor, an der er seinerzeit auch beteiligt war. Überhaupt ist im Falle Mortem der Synthesizer nicht aus deren Sound wegzudenken und demonstriert eines um andere Mal, welch große Rolle das Instrument im Black Metal spielen kann. Ohne aufdringlich zu wirken, versteht es Johnsen ausgezeichnet, mit seinen Tasten verträumte Landschaftsbilder, schillernd bunte Farben oder finstere Sphären vor das geistige Auge zu zaubern. Im Zusammenspiel mit Volds giftigen Vocals und Hellhammers fast schon maschinell präzisen Drums entsteht eine authentische Hommage an den Black Metal der 1990er, wie sie mit "Boldvassen Grun" auf den Punkt gebracht wird.

Das verträumte "Aftermath" touchíert die ersten Scheiben von Dimmu Borgir, ehe es "Den Sanne Gud" gleich einem trägen Monstrum mit rockenden Vibes auf die Fangemeinde von Khold, Sarke und Co abgesehen hat. Zwischen stampfenden Rhythmen und stürmischen Böen weiß auch "Morkets Ormebol" mit mystischer Aura zu gefallen. Im finalen "Ditt Ødes Ære" geht es dann nochmal etwas ruppiger, aber eben auch ein Stück weit austauschbar zur Sache.

Ja, bei solch einer illustren Gesellschaft kann im Grunde nicht viel schief gehen, es muss aber auch nicht zwangsläufig ein Meilenstein entstehen. Mørketid läuft einerseits konstant über dem Durchschnitt des aktuellen Szene-Geschehens und weckt wohlig-nostalgische Erinnerungen an die Blütezeit seines Genres, schafft es andererseits aber nicht, an die wegweisenden Alben eben jener Epoche anzuknüpfen.

Dagger

5 von 6 Punkten

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