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Unherz - Das Volk Stellt Die Leichen

Unherz - Das Volk Stellt Die Leichen
Stil: Deutsch-Metal
VÖ: 17. Februar 2017
Zeit: 57:44
Label: SPV
Homepage: www.unherz.de
MySpace: www.myspace.com/unherz

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Die rheinland-pfälzische Truppe Unherz bleibt am Ball und feuert nach dem gelungenen Jetzt Oder Nie (2015) die nächste Ladung scharf geschliffener Songs aus ihren Rohren. Gleich zu Beginn überraschen Unherz mit einer orchestral inszenierten "Overture", wie sie für eine Deutschrock-Kapelle doch äußerst ungewöhnlich scheint, und leiten dann nahtlos über in den ersten Knaller: Beim Titelsong treffen schwere Metalriffs auf einen schmissigen Refrain und Gesellschaftskritik wird dank orchestraler Einsprengsel noch eindringlicher transportiert. Für den "Flug Ohne Landung" schielen Unherz noch einmal in Richtung Punkrock, ehe sie mit "Adler" wieder auf Groove und Härte setzen. Gut, in diesem Song (und später nochmal in "UMC") erinnern einige Passagen in den Strophen ein klitzekleines Bisschen an die Böhsen Onkelz, ansonsten merkt man an diesem Punkt aber bereits, dass die Truppe weiterhin emsig daran arbeitet, sich eine eigene musikalische Nische zu zimmern. Die neue Devise heißt offenbar: weniger Rock'n'Roll, dafür mehr Heavy Metal!

Abwechslung und Überraschung werden dabei groß und fett geschrieben. So wurde "Felix" erneut mit symphonischen Parts und ausgiebigem Gitarrensolo ausgestattet, wohingegen das etwas gröbere Stück "Mittelfinger" ein wenig an die fränkischen Kollegen von Hämatom erinnert. Völlig aus der Reihe tanzt die Biker-Nummer "Easy Rider" mit ihrem bluesigen Akustik-Intro und einem country-mäßigen Intermezzo inklusive Banjo-Solo. Der "Heimatwind" bringt uns dann erneut eine deftige Böe Heavy Metal und mutiert allmählich zu einem peitschenden Wirbelsturm an Riffs und feinster Gitarrenarbeit. Da wundert es nicht mehr, dass "Das Graue Grab" dann schon beinahe Power-Metal-Charakter besitzt und sich in Sachen Melodieführung im Refrain sogar ein wenig an Edguy zu orientieren scheint.

Ja, es trifft den Nagel auf den Kopf, wenn Unherz in einer Textzeile feststellen "Unser Horizont ist grenzenlos". Bis zur finalen Hymne "Die Welt In Flammen", in der es neben einem Gastbeitrag von Crematorys Rolf Munkes auch einen Gospelchor zu hören gibt, schaffen Unherz den Spagat zwischen Rock, Punk und Metal mit allerhand Blicken über den Tellerrad hinaus. Sprach ich am Anfang noch von Deutschrock? Ich korrigiere mich und nenne das neue Kind nun Deutsch-Metal. Denn genau das liefern Unherz auf Das Volk Stellt Die Leichen und sie sind dabei so energetisch und spielfreudig, wie man es nicht erwartet hätte.

Neben einer Digi-Pack-CD kommt der Dreher noch in einer auf 300 Einheiten limitierten Sonderedition als Fan-Box auf den Markt. Dabei handelt es sich um eine Metallbox, in der man neben einem Edelstahl-Flachmann auch drei Gitarrenplektren, eine signierte Autogrammkarte und zwei Aufkleber findet.

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5 von 6 Punkten

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