Review
Kreator - Krushers Of The World

VÖ: 16. Januar 2026
Zeit: 44:18
Label: Nuclear Blast
Homepage: www.kreator-terrorzone.de
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Wann immer Kreator ein neues Album herausbringen, erübrigt sich im betreffenden Jahr zumeist die Frage nach der besten Thrash-Scheibe. Das geht so seit dem 2001er Violent Revolution und in aller Regel können da selbst die Big Four aus den Vereinigten Staaten nur schwer dagegen anstinken. Freilich sprechen die Verkaufszahlen eine andere Sprache, aber das mag wohl auch daran liegen, dass die Thrasher aus dem Pott bis heute eine ganze Ecke härter und aggressiver klingen als ihre transatlantischen Kollegen, Slayer vielleicht einmal ausgenommen.
Daran soll sich auch auf Kreators 16. Studioalbum Krushers Of The World nichts ändern. Dessen Opener "Seven Serpents", als erste Single schon eine Weile im Netz zu bestaunen, wird ein jeder Fan längst kennen: ganz große Klasse, wie hier nach melodischem Ohrwurmriff Härte, Melodie und Hymnik verschmolzen werden! So muss der Einstieg in ein neues Album klingen!
Mit "Satanic Anarchy" demonstrieren Mille & Co, dass sie kein bisschen altersmüde sind und hauen uns bei einer Spielzeit von 3:33 Minuten (Zufall?) einen giftigen Thrash-Brocken mit melodischen Leads und markantem Refrain um die Lauscher, ehe sich der Titeltrack mit extra-schweren Riffs, stampfender Rhythmik und einem Chorus zum Mitsingen geradewegs ins Langzeitgedächtnis spielt. Als stilistischer Grenzgänger inkludiert "Tränenpalast" Death-Grunts von Gastsängerin Britta Görtz (Hiraes) und Gitarrenläufe, die den Schulterschluss zum Melodic Death suchen. Überhaupt lässt das Gitarrenspiel von Mille und Sami auf diesem Dreher kaum Wünsche offen, klingt frisch und verspielt, steckt voller Energie und Einfallsreichtum. Man nehme exemplarisch das famose Solo in "Barbarian" - diese Nummer kann man sich nur für die anstehenden Live-Konzerte als Moshpit-Katalysator wünschen.
Mit der Lobhudelei ließe sich nun fortfahren, denn Aussetzer wird man auf Krushers Of The World nicht finden. Im Gegensatz zu vielen Genre-Kollegen scheuen Kreator auch den Blick über den Tellerrand und das dezente Experiment mit unterschiedlichen Stilmitteln nicht. So bekommt man in "Psychotic Imperator" endzeitliche Chöre zu hören und im rasanten "Deathcscream" genau das, was der Titel eben verspricht, natürlich abermals von Britta Görtz. Nach orchestralem Intro legt der Rausschmeißer "Loyal To The Grave" den Fokus auf Melodie und lädt, gänzlich im Midtempo arrangiert, ein letztes Mal ein, wahlweise die geballte Faust oder die Pommesgabel gen Himmel zu strecken und in den Refrain mit einzusteigen.
Das Jahr hat gerade erst begonnen und doch fragt man sich, wer soll da noch hinreichen in den nächsten zwölf Monaten? Die wilden Anfänge Kreators in aller Ehre, aber kompositorisch und musikalisch ist diese Band in den vergangenen 25 Jahren schlichtweg kaum zu toppen, zumindest wenn es um Thrash Metal geht. Im Kopf-an-Kopf-Rennen der letzten sieben Alben überflügelt Krushers Of The World die meisten seiner Vorgänger und stellt sich in eine Reihe mit Glanztaten wie Violent Revolution oder Gods Of Violence. Ein Pflichtkauf also, und zwar bei weitem nicht nur für eingefleischte Fans, sondern im Grunde für alle, die Härte, Aggression und Melodie wie aus einem Guss erleben möchten!


