Review
Cyclone - Known Unto God (EP)

VÖ: 06. Februar 2026
Zeit: 20:26
Label: High Roller Records
Homepage: https://www.facebook.com/people/Cyclone-official-bandpage/100063577267482
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Zugegeben; bisweilen reagiere ich leicht allergisch, wenn Musiker oder Promoter meinen, es reiche als Referenz völlig aus, dass man in den 1980ern mal was veröffentlicht hat. Oft genug hat sich schließlich im Hier und Jetzt quasi nachträglich gezeigt, warum eine Band damals nichts gerissen hat und schließlich über längere Zeit in der Versenkung verschwunden war.
Nun, diese Skepsis ist im Fall Cyclone tatsächlich und erfreulicherweise nicht berechtigt! Die belgischen Thrasher waren bereits 1981 als Centurion am Start, benannten sich kurz darauf in Cyclone um und brachten nach einigen Demos schließlich 1986 und 1990 zwei Studioalben unters Volk, welche Zeitzeugen und Genre-Liebhabern möglicherweise auch in Erinnerung geblieben sind.
Nachdem die Band vor einiger Zeit schon begann, live-haftig in Erscheinung zu treten, beinhaltet die EP Known Unto God nun das erste Studiomaterial seit 1990. Ein Comeback also, bei dem man den Namen Re-Union besser nicht in den Mund nehmen sollte. Schließlich ist Sänger Giodo Gevels das einzig verbliebene Mitglied aus dem letzten Line-Up.
Die rundum erneuerte Band klingt so hungrig, als hätte sie 35 Jahre nichts zu fressen bekommen! Mit "Eliminate" bringen die Belgier sogleich ein amtliches Up-Tempo-Mosh-Monster in Position, dessen Riffs und Lyrics sich schnell in Gedächtnis hämmern. Da trifft früher Bay-Area-Thrash auf messerscharfes Riffing a la Exumer und wird mittels dezenter Westcoast-Hardcore-Einsprengsel auf Aggro gebürstet. Die fette Produktion tut das Übrige, um einem jeden Thrasher ein gefälliges Grinsen ins Gesicht zu zaubern, das er im Grunde auch gar nicht abzulegen braucht. Der Titeltrack schlägt nämlich stilistisch in dieselbe Kerbe wie der Opener, ehe "I Fear Myself" an Fahrt aufnimmt und ein Plus an Melodie ins Spiel bringt. "Nothing Is Real" geht sie Sache schließlich gemächlicher an und liefert eine Extra-Portion an Heavy-Metal-Riffs. Dann noch ein letztes Mal die geballte Thrash-Ladung mit "The Truth Lies" und fertig ist das Lebenszeichen, welches Lust auf mehr macht und durchaus hätte etwas länger ausfallen können.
Da kann man nur hoffen, dass die Band in ihrer aktuellen Besetzung nun am Ball bleibt. Es wäre doch zu schade, wenn diese hoffnungsvolle Combo gleich wieder von der Bildfläche verschwindet.


