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Origin - Omnipresent

Origin - Omnipresent
Stil: Technical Death Metal
VÖ: 04. Juli 2014
Zeit: 35:40
Label: Agonia Records
Homepage: -

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Drei Jahre haben sich Origin Zeit gelassen, einen Nachfolger für das großartige Entity zu präsentieren. Drei Jahre, in denen sich Neuling Jason Keyser, der beim Eintrümmern des Vorgängers noch nicht dabei war, in die Band integrieren konnte. Drei Jahre, in denen Origin Zeit hatten, Material zu schreiben, das gegenüber dem von Entity nicht abstinken sollte.

Um es kurz zu machen: Sowohl die Einbindung von Jason als auch das Songwriting sind makellos gelungen. Mit den nunmehr drei Sängern ist noch eine zusätzlich Facette in den Sound von Origin eingezogen, hier werden alle Gesangsstile des extremen Metals geboten, ohne ein Durcheinander zu erzeugen. Grunzen, Keifen, Schreien, alles da, gut durchmischt und dennoch sauber strukturiert, nur wenige Bands des Extrem-Sektors können derart vielschichtige Gesangslinien bieten. Ebenso überzeugend ist die Arbeit von Drum-Tier John Longstreth, dem man unterstellen könnte, mehr als zwei Arme und Beine zu haben. Allerdings macht er nicht den Fehler, den Alben-Titel wörtlich zu nehmen, denn auch wenn er hauptsächlich durch die Botanik blastet, gönnt er sich und dem Hörer doch auch oft genug die nötigen Verschnaufpausen und bietet dann eine eher traditionell angehauchte Herangehensweise. Was aber am meisten überrascht, ist die Tatsache, dass Origin mit nur einem einzigen Gitarristen auskommen. Dabei liefert Paul Ryan eine Leistung ab, bei der vielen Gitarristen-Duos der blanke Neid ins Gedärm fahren dürfte.

Die Kunst des Songwritings steht der technischen Umsetzung aber in keinster Weise irgendwie nach. Wie schon 2011 wird hier nicht stumpf in Lichtgeschwindigkeit geballert; Melodie und Brutalität gehen Hand in Hand, ohne sich gegenseitig im Weg umzugehen. Der Hauptteil des Albums besteht natürlich aus absolut wahnwitzig in Szene gesetzter Raserei, aber drei kurze, verhaltene Zwischenspiele bieten die notwendige Auflockerung und mit "Redistribution Of Filth" hat sich ein eher traditioneller Groover eingeschlichen, der in bester The Rotted-Manier ins Tanzbein fährt. Außerdem bieten auch die Highspeed-Granaten innerhalb des jeweiligen Songs viel mehr als nur technisches Geschredder, gerade beim Rauswerfer "The Indiscriminate" macht sich da sogar leicht schwarzmetallische Melancholie bemerkbar.

Klanglich herrscht auf Omnipresent eitel Sonnenschein, jedes Instrument bekommt den Platz, den es braucht, um seine Wirkung zu entfalten. Das Cover-Artwork kann es locker mit denen von Obscura aufnehmen und der Umfang des Werkes ist zwar wieder übersichtlich, aber diese Scheibe verdient eh mehr als einen Umlauf, um ihre volle Wirkung zu entfalten.

Omnipresent macht genau da weiter, wo Entity 2011 aufgehört hat. Das kann nur bedeuten, dass auch die Wertung wieder so ausfällt wie vor drei Jahren. Ein gefundenes Fressen für Anspruchs-Extremisten und definitiv ein Kauftipp.

Hannes

6 von 6 Punkten

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