Review
Myvalyir - The Past Tales

VÖ: 27. Februar 2026
Zeit: 36:07
Label: Eigenproduktion
Homepage: https://www.facebook.com/myvalyir
![]()
Myv... wie? Herrje, manche Bands machen es uns Konsumenten schon nicht gerade einfach mit ihrer Namenswahl! Auf Herkunft und Bedeutung von Myvalyir angeschrieben, hält sich die Band mit Auskünften bedeckt. Offenbar handelt es sich um eine eigene Wortschöpfung, die zwar durchaus eine Bedeutung besitzt, doch fänden es die Briten ganz prima, wenn die Fans eines Tages selbst in der Lage sind, das Geheimnis um ihren Namen zu lüften.
Dafür muss man sicherlich erst einmal eintauchen in die Welt von Myvalyir. Deren Debüt The Past Tales lässt durchblicken, dass die lyrische Komponente für die Band eine durchaus große Rolle spielt. Die vorgelegten Songs drehen sich nicht nur um alte Geschichten im klassischen Stil, sondern ebenso um Mythen und jene Kämpfe, die nicht auf Schlachtfeldern, sondern von uns selbst mit unserem Gewissen ausgetragen werden. Hierzu bedient sich das fünfköpfige Kollektiv einer Mischung aus Pagan und Melodic Death Metal, reichert dessen typisches Instrumenten-Repertoire jedoch um Violine, Cello und schwedische Nyckelharpa an und erschafft mit diesem Background eine epische, teils cineastische Klangkulisse.
Nach einem hübschen Intro bläst die Band mit "Recollection" zum Angriff und lässt Gitarrenwände zu rasanten Schlagzeugsalven wie Sturmwinde durch die heimischen Speaker fegen. Fast schon schwarzmetallisch im Auftakt, wird der Beelzebub aber recht schnell vom Boandlkramer auf seinen Platz verwiesen. Das folgende "Reign" geht die Sache schon weit weniger hektisch an, liefert neben Groove und Hymnik auch ruhige, akustisch intonierte bis geflüsterte Passagen. Das Herzstück des Albums ist zweifelsohne "The Past Tales Pt. 1" - ein episches Werk von epischer Länge, in dem sich zu Kains kraftvollen Grunts auch zerbrechlicher Frauengesang gesellt.
Nach "The Past Tales Pt. 2", welcher das Geschehen des ersten Teils im Grunde nahtlos fortsetzt, aber deutlich kürzer bleibt, liefert "The Mighty Never Fall" monströse Death-Metal-Riffs als Konterpart zur orchestral anmutenden Basis dieses Albums, ehe das Geschehen mit "Renascens" einen leisen Ausklang erlebt.
Unterm Strich haben Myvalyir auf ihrem Debüt alles richtig gemacht. Die Songs sind spannend und stimmig arrangiert und entfernen sich mit ihrer progressiven Ausrichtung gerne vom typischen Songaufbau aus Refrain und Strophe. Freilich hätte man die einzelnen Songs hier und dort etwas komprimieren können, auch will den Kompositionen der unmittelbare Vorstoß ins Langzeitgedächtnis noch nicht ganz gelingen, was vielleicht daran liegen mag, dass man sich für dieses Debüt einfach zu viel vorgenommen hat. Das kompositorische und handwerkliche Potential der Band ist jedoch nicht wegzudiskutieren und ich bin sicher, dass man von Myvalyir noch hören wird. Freunde von Wolfheart, Moonsorrow oder Insomnium mögen mit The Past Tales auf ihre Kosten kommen.


