Review
AmongRuins - The Advent Of Chaos

VÖ: 20. Februar 2026
Zeit: 42:24
Label: Theogonia Records
Homepage: www.youtube.com/user/AmongRuinsOfficial
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Land Of The Black Sun zählte für mich im Jahr 2023 zu den positiven Überraschungen in Sachen Melodic Death Metal. Da bin ich schon gespannt, ob Album Nummer vier mit dem Titel Advent Of Choas den Erwartungen gerecht werden kann.
Tatsächlich knüpft die Scheibe beinahe nahtlos an seinen Vorgänger an. Der Titel sollte dabei allerdings nicht als repräsentativ für die Musik begriffen werden, denn bei den Griechen geht es im Großen und Ganzen schon recht geordnet zur Sache. Keyboards und der Klang wehender Winde bereiten den Weg für den Einstieg. Ein erhabenes Ohrwurm-Riff, die Leadgitarre stimmt mit ein und "Frozen To The Core" eröffnet mit stampfenden Rhythmen und tiefen Growls das Geschehen. Wo andere Genre-Kollegen meinen, ihr Album mit einem Schlag ins Gesicht beginnen zu müssen, lassen es AmongRuins völlig stressfrei mit einer Midtempo-Hymne angehen, die, nebenbei bemerkt, mit sechseinhalb Minuten auch der längste Song auf dem Album ist.
Besagter Schlag ins Gesicht folgt bei AmongRuins an der zweiten Stelle: der Titeltrack "Advent Of Chaos" nimmt an Fahrt und Vehemenz auf, liefert Melodic Death nach schwedisch-finnischem Vorbild, wie man es von AmongRuins zuletzt schon zu hören bekam. Dabei gibt es neben eingängigen Melodien auch Klargesang und Gangshouts zu vernehmen. Mit "Red Divine" folgt das Album-Highlight, das seine feierliche Stimmung, die Ohrwurmriffs und ein schönes Solo in dreieinhalb Minuten auf den Punkt bringt! Ein erster Blick über den Genre-Tellerrand liefert "Into The Flame", wo Gastsängerin Christianna von der Band Elysion mit Frontmann Sotiris ein hübsches Duett vorträgt, welches in einem griffigen Refrain gipfelt.
Ja, mein Statement vom letzten Review lässt sich auch auf das aktuelle Material übertragen. AmongRuins beschreiten sicheren Fußes ihren Weg zwischen Angriffslust und Schwermut. Da auch The Advent Of Chaos wieder in Finnland von Saku Moilanen produziert wurde, lassen sich diese gewissen, "finnischen" Vibes natürlich auch erklären. Die entdeckt man schließlich auch, wenn die Griechen in "Open Wounds" Doom Metal spielen und George Prokopiou (Poem, Mother Of Millions), den man schon auf dem letzten Dreher zu hören bekam, gefühlvollen Klargesang beisteuert. Leider schafft es die Nummer nicht ganz, den Spannungsbogen straff zu halten. Überhaupt lässt das Album zum Ende hin geringfügig nach, was aber auch daran liegen mag, dass die erste Halbzeit bärenstark ausgefallen ist. So setzt der Rausschmeißer "Night Mother" abermals auf getragenen Midtempo-Rhythmik, sucht den Schulterschluss zum gelungenen Auftakt, kann diesen qualitativ aber trotz hinzuaddierten Chören und klar gesungenen Passagen nicht ganz erreichen.
Dennoch kann Advent Of Chaos meine Erwartungen erfüllen! Genre-Fans, die gerne Insomnium, Omnium Gatherum oder vielleicht auch Dark Tranquillity hören, sollten die Lauscher spitzen und AmongRuins im Netz besuchen.


