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Zeno Morf - Wings Of Madness

Zeno Morf - Wings Of Madness
Stil: Heavy Metal, True Metal
VÖ: 12. November 2010
Zeit: 50:16
Label: Karthago Records
Homepage: -

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"True Metal" ist und bleibt eine zwiespältige Angelegenheit. Wo die einen in der Szene exklusiven Zusammenhalt und "echte Brüderlichkeit" im Sinne der Französischen Revolution finden, beklagen die anderen Intoleranz gegenüber abweichenden Spielarten metallischer Kunst und hohles Pathos. Pauschalisieren darf man selbstredend in solchen Feststellungen nicht. "True" bleibt aber immerhin diskussionswürdig, vor allem, wenn dabei ausschließlich Schwertkämpfer- und Burgfräulein-Romantik als Bodensatz jenes Metal gilt. Überprüfen wir daraufhin (und auf Weiteres) die neue Scheibe der Norweger Zeno Morf: Wings Of Madness. Die Combo rund um Sänger und Gitarrist Erik Westerlund wurde bereits 1987 gegründet, es sollte jedoch bis zum Jahre 2009 dauern, bis sie mit ihrem selbstbetitelten Debut um die Ecke bogen.
Wings Of Madness nimmt seinen Anlauf stilecht mit dem zuerst akustischen, dann bombastischen Intro "Northern Rage", ehe dieses (leider unterbrochen) in den Uptempo-Bolzen "Riding The Tundra" übergeht, der mit Thors "Thunder In The Tundra" sowohl die flotte Gangart als auch die dröhnenden Männerchöre im Refrain gemeinsam hat. Typisch "true" wären die lang ausklingenden Akkorde in Strophe, die Lyrics, die eingängige Melodieführung mit Ohrwurmcharakter und - hier dürfen sich die Geister scheiden - die Produktion; aber in einem vom obigen differenten Verständnis, das "true" in die Nähe von "ursprünglich" oder "rumplig", "organisch" oder "limitiert" rückt. Vor allem die Drum-Produktion wurde, absichtlich oder nicht, relativ Natur belassen. So zuckt man bei einigen Tom-Fills und Splash-Hämmern unwillkürlich zusammen, was beim folgenden recht düsteren Titelsong ab und an noch mehr in den Vordergrund drängt. Ob der Wert der Nummern abgeschwächt oder gesteigert wird, muss jedermanns Geschmackssache bleiben. Ins Ohr geht der Midtempo-Brecher aber genauso wie der Opener - vielleicht sogar noch etwas mehr und schön "true" wirkt der auf der Snear vorgegebene Marschrhythmus in der Mitte des Songs obendrauf. Das anschließende "Requiem" beginnt mit Metallica-"One"-Sprechpassagen und entwickelt sich im Fortgang zu einem im Galopp-Rhythmus nach vorne preschenden Track, der nicht zuletzt durch Westerlunds Vocals frühe Omen ins Gedächtnis ruft, und das bedeutet nun wieder "true" in einem durchweg positiven Sinne, nämlich das Beste der Vergangenheit in sich aufzunehmen und selbst daraus Neues zu formen.
Solches darf auch über "Into The Fire" gesagt werden, bei dem Exciter Pate gestanden haben könnten, sowie "Suburban Warrior", das sich in sich stetig steigert und als Synthese von Sweet Savage- und Axewitch-Einflüssen durch gehen kann. Die genannten Nummern machen allesamt Spaß, wenn auch der Innovationsfaktor ein wenig zu kurz kommt. Demgegenüber rauschen andere Songs wie "Badgers In The Attic" und "Tyrant Of Extinction" am Hörer vorbei, ohne echte Spuren zu hinterlassen. Nicht so das rasante "System Of Arrogance", das zudem vielleicht mit den coolsten Gesangsmelodien und einem feinen Akustik-Mittelpart aufwartet.
Mit Manowar, Metalforce und Konsorten haben Zeno Morf bis auf einige Lyrics bzw. schlichte Arrangements und teilweise die Powerchord-lastige Herangehensweise also nur wenig gemeinsam. Kein True Metal im allgemeinen Sinne also, aber "true" als handgemacht mit allen Vor- und Nachteilen, wobei der bemerkbare Zusatz "ehrlich" Wings Of Madness auf die Seite der Guten hievt. Vier Plus!

Fuxx

4 von 6 Punkten

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