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Review

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A Dream Of Poe - Lady Of Shalott (EP)

A Dream Of Poe - Lady Of Shalott (EP)
Stil: Gothic Doom Metal
VÖ: 10. Juni 2010
Zeit: 36:10
Label: Eigenproduktion
Homepage: -

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Also, von den Azoren kenn ich eigentlich nur Hochs, die sich dann irgendwie ausbreiten und uns erfassen oder auch nicht. Aber nachdem der hauptamtliche Wetterfrosch im Fernsehen ja seit einiger Zeit verhindert ist, kam das nicht mehr so oft zum Tragen. Also schauen wir näher hin und entdecken hier ein azorisches (von den Azoren stammendes? Azurvenisches?) Doom Metal-Projekt, das von einem gewissen Miguel Santos 2005 ins Leben gerufen wurde und bereits diverse Demos und EPs rausgehauen hat.

Thematisch orientiert man sich - der Name mag das nahe legen - gerne am düsteren Schaffen diverser Literaten: über den Lehnsherrn der Formation selbst muss man nicht viel erzählen, aber auch die Titel der Veröffentlichungen reihen sich hier ein: "Sorrow For The Lost Lenore" von 2009 hat nix mit Waschmittel zu tun, sondern eben mit Dichtung und Wahrheit, und auch die aktuelle Publikation führt mit "Lady Of Shalott" ins Reiche der - dieses Mal englischen viktorianischen - Dichtung (ist von Tennyson, hab ich als Student geliebt). Düsterkeit, Trauer, Verlust und Irrsinn sind also Programm, und das wird doch sicher spannend inszeniert?

Äh, nein, leider nicht. Ehrlich gesagt, so einen Langweiler hab ich noch selten durchlebt. Das Tempo ist schneckig (ja Doom, ich weiß schon), die Klanglandschaft baut sich auf, der Text wird eingesprochen bzw. gesungen. Wenn man einfach nur einen auf Depri machen will, dann ist das ja recht, aber Melodie, Songstruktur oder interessante Facetten fehlen hier völlig. Vielleicht bin ich ja der falsche Ansprechpartner für dieses Material, aber für mich ist eine perfekte Einöde. Da sind wir von den Azoren eigentlich was anderes gewohnt. Aber das Wetter ist bei uns ja auch nix mehr, seit der oben Genannte nicht mehr aktiv ist.

Holgi

3 von 6 Punkten

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