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Buckcherry - All Night Long

Buckcherry - All Night Long
Stil: Rock
VÖ: 03. August 2010
Zeit: 43:04
Label: Eleven Seven Music
Homepage: www.buckcherry.com
MySpace: www.myspace.com/buckcherry

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Es war nicht vielen Acts vergönnt auf dem letztjährigen Hellfest das recht reservierte französische Publikum aus der Reserve zu locken und zum Mitfeiern ohne Unterhalt zu bewegen: dass Buckcherry solches fast von der ersten Minute an gelang, spricht für die Hollywood-Originale. Wer allerdings solche Hits wie "Lit Up", "Sorry" und allen voran "Crazy Bitch" mit über den großen Teich bringt, der hat diesbezüglich schon mal einen Vorsprung. Nachdem es mit den ersten beiden Alben Buckcherry (1999) und Time Bomb (2001) schon recht steil die Karriereleiter nach oben gegangen war, kam es zum temporären Split 2005, jedoch nur um mit dem Megaseller 15 (2006) ein viel umjubeltes Comeback zu feiern - inklusive MTV-Allday-Airplay und hohen Chartplatzierungen. Das Geheimnis von Josh Todd (Voc.), Keith Nelson (Git.) und Co. war schon immer neben den herausragenden songwriterischen Qualitäten der Protagonisten ihre Songs so zu gestalten, dass sie sich kaum einem bestimmten Genre zuordnen lassen können, sondern eben spartenübergreifend eine heterogene Hörerschaft anzusprechen wissen, wie die Band mit ihrem letzten Output Black Butterfly (2008) nochmals unter Beweis stellte. Rock n' Roll, der mal nach den Stones, mal nach Kiss, dann wieder nach Southern Rock a'la Black Crowes, Punk im Format von The Damned oder danach klingt, als wäre Joe Perry bei AC/DC eingestiegen! Auch auf dem neuen Album All Night Long wird Abwechslungsreichtum groß geschrieben, ohne dass sich aber der rote Buckcherry-Faden verlieren könnte, der sich in Todds charismatischem Gesang und Nelsons exzellenten Gitarren-Licks finden lässt.
Der Silberling beginnt mit zwei Nummern, die für die Live-Show wie gemalt sind: kurzes Kuhglocken-Intro und ab geht der Titelsong im flotten Pub Rock-Stil, bei dem sich der Kehrvers schon beim ersten Hören einprägt. Das anschließende "It's A Party" steht dem Opener in Sachen Griffigkeit bzw. Eingängigkeit in nichts nach, beginnt ähnlich wie Kiss' "I Love It Loud" und wird getragen von einem Mörderriff im Aerosmith-Stil und vielen feinen gitarrentechnischen Einfällen. Außerdem gibt's noch mal einen solchen Killer-Chorus. Beide Tracks haben locker das Zeug, zu zukünftigen Generation-Hits zu avancieren. In "These Things" wird erstmal das Tempo ein wenig herunter gefahren, an Energie geht in der wunderbaren Southern-Ballade aber kein Fünkchen verloren. "Oh My Lord" schippert in AC/DC-Gewässern und "Recovery" marschiert flott nach vorne, wobei eventuell Ähnlichkeiten zu den schnelleren Tracks von Velvet Revolver festzustellen wären. Das mehr als hohe Niveau der ersten drei Nummern erreicht aber erst wieder das lässig runter gerotzte "Never Say Never", das erneut durch einen catchy Refrain überzeugt. Noch eine richtig geile Nummer! Und noch eine: "I Want You" spielt dann wieder mit ruhigen Stimmungen, fällt ein wenig düsterer aus als "These Things", glänzt aber genauso mit einem ausgefeilten Arrangement, in dem sich Todd stimmlich austoben kann. Slide-Gitarren mit ordentlich Hummeln im Allerwertesten gezockt bestimmen das musikalische Bild im Rocker "Liberty", der die Südstaaten-Flagge als Tattoo zu tragen scheint. "Our World" ist dagegen mit ein paar verqueren Melodie-Soli und Gesangslinien ausgestattet und entfaltet sein Potential erst bei einem dritten oder vierten Hördurchlauf.
Nachdem sich in "Bliss" noch mal ruhigeres Liedgut findet, geben Buckcherry dem längst elektrifizierten Hörer am Ende mit "Dead (ALL VOCAL UP)" eine letzte Punk n' Roll-Hymne mit auf den Weg, in der Nelson ein Solo der Extraklasse auspackt und in dem textlich alle Nonkonformität, die der Rock n' Roll im ursprünglichen Sinne besitzen sollte, auf den Punkt gebracht wird.
Yep, yep, da sind Buckcherry einige Übersongs gelungen: Die ersten drei Nummern, "Never Say Never", "I Want You", "Liberty" und der Schlussakkord sind nichts anderes als großartige Rock-Songs. Auch der Rest kann sich mehr als hören lassen, so dass All Night Long nur ganz knapp an der Höchstnote vorbei schnellt, sich aber zwischen fünf und sechs Punkten locker einreihen kann.

Fuxx

5 von 6 Punkten

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