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Entrails - Tales From The Morgue

Entrails - Tales From The Morgue
Stil: Death Metal
VÖ: 10. Juni 2010
Zeit: 44:30
Label: FDA Rekotz
Homepage: -

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FWOARRR!
Was für eine Zeitreise! Papa fühlt sich wieder jung und das ist das Verdienst einer schwedischen Kapelle, die der alte Mann bisher noch gar nicht kannte.

Entrails wurden Ende 1990 gegründet, gehörten also zur ersten Welle des echten Elchtodes Stockholmer Prägung. Irgendwie schafften sie es damals aber nie, richtig in die Pötte zu kommen, weswegen die Band folgerichtig auch aufhörte, zu existieren. Nur Bandleader Jimmy hatte nie wirklich das Interesse daran verloren und so kam es 2008 zu einer Wiederbelebung der Combo und der Verwertung alter Songideen auf zwei Demos namens Reborn und Human Decay.

Eine Zusammenstellung dieses Materials hat nun zusammen mit einem neuen Song den Weg auf den ersten echten Longplayer gefunden und diese Scheibe hat es absolut in sich! Groovig, heavy, brutal und doch mit Melodie ausgestattet, so klingt Schwedentod at ist best. Auf der Scheiblette findet sich kein einziger schwacher Song, dafür aber einige richtig geile Stücke, die locker das Niveau von Entombeds oder Dismembers Debüt-Scheiben halten können. Mal geht es ein wenig flotter zur Sache, dann wieder wird es schleichend-bösartig, nur um von einschmeichelnden, bittersüßen Gitarrenleads aufgelockert zu werden. Das Material klingt verdammt old schoolig und gleichzeitig frisch und unverbraucht, eine Mischung, die man nicht alle Tage findet.

Einen großen Anteil am nostalgischen Feeling hat die Produktion, die in den bewährten Händen von niemand Geringerem als Dan Swanö lag. Man fühlt sich wirklich 20 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt und atmet das wohlige Sunlight-Feeling ein. Die Herren beherrschen ihre Instrumente und mit Jocke Svensson (u.a. Birdflesh) hat Bandkopf Jimmy einen Frontmann gefunden, der eindeutig Eier in der Hose hat.

Was Anfang der Neunziger ein Kultalbum mit der gleichen Bedeutung wie Left Hand Path (Entombed - Kara) geworden wäre, reicht heutzutage immer noch locker für die Höchstnote. Wenn mir jetzt jemand vorwirft, ewig der Vergangenheit verhaftet zu sein, kann ich dem im Angesicht dieses Outputs nicht mal widersprechen, aber das ist mir auch so was von wurscht, denn ich gebe einen Dreck auf Originalität, wenn bewährte Rezepte so fantastisch umgesetzt werden. Mehr davon!

Hannes

6 von 6 Punkten

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