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1349 - Demonoir

1349 - Demonoir
Stil: Black Metal
VÖ: 26. April 2010
Zeit: 49:25
Label: Indie Recordings
Homepage: www.legion1349.com

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Beim ersten rezensorischen Blick auf die Tracklist der neuen 1349 beschlich den Schreiberling ein leichtes Unbehagen. Zwar werden dort insgesamt dreizehn Titel ausgewiesen, davon tragen aber sieben die Bezeichnungen "Tunnel I-VII" und fallen, rein nach der Länge zu urteilen, unter die Kategorie "Zwischenspiele". Bleiben sechs reguläre Black Metal-Sturmangriffe der mittlerweile zur Institution aufgestiegenen Schwarzheimer - eingespielt in der Besetzung Ravn (Voc.), Archaon (Git.), Seidemann (Bass) und Frost (Drums). Co-produziert wurde die Scheibe mit dem illustren Titel Demonoir von keinem Geringeren als Tom G. Warrior, seines Zeichens Mainman der Ikonen Celtic Frost, der einen ausgezeichneten Job ablieferte. Soviel voraus: einfach zu konsumieren ist das Album keineswegs, aber nach mehreren Hördurchgängen entfalten sich nach und nach musikalisch-artifizielle Spannungsbögen, die, auch das sei gesagt, durch die "Tunnel"-Sequenzen kaum unterbrochen werden, geht man davon aus, dass die Skip-Schnitte nur auf der Promo-Scheibe vorhanden sind. Letztlich hätte man gut und gerne auf die "Tunnel"-Geschichte verzichten können - so wären einfach gewissermaßen Auftakte zu den Stücken entstanden, rangepackt an den jeweiligen Song.
Als ersten, der diesen Titel verdient, präsentieren uns die Norweger "Atomic Chapel" (nach allerlei Sounds direkt aus dem Hades im ersten "Tunnel"). Blastbeat regiert zunächst, was sich allerdings schnell ändert, denn es werden zahlreiche verschiedene Parts, meist von den Drums zur Überleitung gebracht, aneinander gereiht. Ein Spinett taucht kurz auf und wieder unter und die Gitarren surren im oft zitierten Hornissenschwarm-Gewand, ohne dabei aber Druck einzubüßen. Gut produziert. Was jedoch schon hier auffällt, ist der Umstand, dass Ravn hauptsächlich auf Sprechgesang - Beschwörungsformeln - zurückgreift und kaum mal schwarzmetallisch geifert. Anspruchsvoll aber auch ein bisschen bemüht. Nach sägenden Gitarren im zweiten "Tunnel" (fühlte mich gar kurzzeitig an F1-Boliden-Sounds erinnert) wird aber in "When I Was Flesh" (endlich?) 1349 in Reinform dargeboten. Abgehackte Riffrudel verleihen dem Song alle notwendige Schubkraft und was Frost anbietet, gehört ohnehin zum Besten, was die Zunft im Köcher hat. Jeder Nachwuchs-Metaller, der die Stöcke schwingt, kann sich hier die Zähne beim Nachspielen ausbeißen. Und auch Ravn wird ein Stück weit aggressiver.
Akustik-Gitarren im dritten Tunnel, gefolgt von "Psalm 7:77", das fast Thrash-a-like beginnt - zumindest was die einleitende Gitarrenarbeit anbelangt. Als Ravn aber einsetzt wird's im besten Sinne zapfenduster und eine Black Metal-Salve jagt die andere. Der Sprechgesang bleibt jedoch immer noch präsent (wenn auch schärfer), derweil völlig irre Soloeinlagen im Mittelteil und Distortion-Lärmorgien eine absolut verstörende Atmosphäre kreieren, zu der ein Zwischenpart, in dem Ravn Indianer-Totemtanz-gefühlt sein Unheil verkündet, seinen Teil beiträgt. Fein, fein. Aber übertroffen von "Pandemonium War Bells" (nach anrollenden Maschinengeräuschen im vierten "Tunnel"). Denn nun legen Frost und Archaon richtig los, so dass es mit dem Nachspielen sehr, sehr schwierig werden könnte. Hyper-Blast und wieder diese 1349-typischen abgestoppten Akkordfolgen, wie man sie von der Hellfire kennt (vgl. etwa "Nathicana"). Frost steht meines Erachtens aber noch ein Stück weit mehr im Vordergrund als auf jenem Album. Der Bogen führt immer weiter in Richtung traditionellem Black Metal der Anfangstage des Genres und kommt im folgenden "The Devil Of The Deserts" (nach blechern mechanischer Geräuschkulisse im fünften "Tunnel") vollends dort an. Hier schweifen 1349 um den (un-)heiligen Thron, der einst von Emperor besetzt wurde. Ausgeklügeltes Arrangement, in dem sich diverse Teilstücke die schwarze Klinke in die Hand geben - alles im Überschalltempo. Endgeil!!!
Sechster Tunnel: grollende Sounds verkünden, dass ein Etwas auszubrechen bzw. zur Epiphanie zu gelangen scheint. Konsequenterweise folgt der Titeltrack "Demonoir", der als einzige Nummer mit angezogener Handbremse dahinscheppert und dabei etliche Zitate aus "Atomic Chapel" aufweist (der Bogen!). Allerdings vollzieht sich auch, flankiert von bitterbösen Black-Akkorden, eine Rückkehr zum fast reinen Sprechgesang im Stile der Rede-Passagen in Metallicas "One"-Video (remember "Help me, help me."). Man hätte sich durchaus einen schnittigeren Abgang gewünscht. Ende der Scheibe: "Tunnel VII", wo es heißt "Rückkoppelung is King!"
Zu verankern wäre Demonoir vom Ansatz her etwa zwischen Hellfire und Liberation. Das Konzept bestimmt das Album, was bis zum Ende durchgehalten wird. Daraus folgt auch der Schluss, dass die Scheibe nur in Gänze gehört, ihre volle Anziehungskraft auszuüben vermag. Allerdings glänzen dabei auch einige Stücke im edelsten vorstellbaren Schwarz, vor allem "Pandemonium War Bells" und "The Devil Of The Deserts". Zu loben wäre des Weiteren das Cover-Artwork, bei dem sich sogleich erste Imaginationen, wie gefährlich für den Menschen sich "Demonoir" vollziehen könnte, herausbilden. Letzten Endes eine starke 1349-Platte, die aber an Großtaten wie Hellfire und Beyond The Apocalypse nicht ganz rankommt.

Fuxx

5 von 6 Punkten

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