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Crazy Lixx - New Religion

Crazy Lixx - New Religion
Stil: Sleaze Rock
VÖ: 19. März 2010
Zeit: 45:04
Label: Frontiers Records
Homepage: www.crazylixx.com
MySpace: www.myspace.com/crazylixxmusic

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Nachdem aus der die New Wave Of Swedish Sleaze Metal anführenden Quadriga letztes Jahr sowohl Hardcore Superstar als auch Vains Of Jenna und die Babylon Bombs alle Glam- und Sleaze Metal-Freunde mit überragenden Alben erfreuten, schicken sich die letzten des skandinavischen Vierergespanns an, uns den Anfang des Jahres mit New Religion zu versüßen. Crazy Lixx are back! Eventuell ein Stück weit erwachsener, ohne dass dabei jedoch der Esprit des vorzüglichen Erstwerks Loud Minority (2007) verloren ging - ganz im Gegenteil. Optimal in Szene gesetzt wurde New Religion erneut von Chris Laney, der sich wohl mittlerweile als Cock Rock-Hausproduzent etabliert hat (Crash Diet, Zan Clan, Babylon Bombs, Randy Piper's Animal, etc.), und an der Axt ist, nachdem Vic Zino zu Hardcore Superstar wechselte, nun Andy Dawson zu hören, der seinem Vorgänger in Technik und Sleaze-Kompatibilität in nichts nachsteht.
Wie die oben genannten Combos pflegen auch die Crazy Lixx ihren ureigenen Stil, das in den 80ern erfundene Genre zu interpretieren. Am ehesten lässt sich die Band wohl mit den frühen Def Leppard, Junkyard, bisweilen den frühen Extreme und vor allem Firehouse (!) vergleichen, wobei die Mixture der diversen Einflüsse und nicht zuletzt Danny Rexons charismatische Stimme Crazy Lixx einen zu jeder Zeit eigenständigen Sound verleihen.
Angefangen beim Opener "Rock And A Hard Place", das an High n' Dry-Glanztaten (Leppard) wie "Let It Go" erinnert, über die einzige Nummer, die sich kurzzeitig im Mötley-Fahrwasser (vgl. "Sticky Sweet" von Dr. Feelgood) bewegt - "My Medicine" -, bis hin zur Übernummer "21 Til I Die", die vom ersten Akkord bis zum letzten Ton mitreißt, hätte der Einstieg ins Album nicht besser gestaltet werden können. Mal ehrlich: ich war skeptisch, ob es den Schweden gelingen würde, das absolut hohe Niveau von Loud Minority zu halten, auch wegen des Ausstiegs von Zino, aber Dawson passt optimal ins Bandgefüge und glänzt sowohl mit Soli-Einlagen als auch mit innovativer Riff-Arbeit.
Weiter geht's mit dem Melodic Rocker "Blame It On Love", der phasenweise selige Erinnerungen an den rockigen Gary Moore der 80er wachruft (Bridge-Refrain-Aufbau; Solo), gefolgt von "Road To Babylon", in dem Dawson schon zu Anfang Duftmarken setzt und wieder die Leppard-Chöre enthusiastisch stimmen. Alle Songs bewegen sich im obersten Midtempo-Bereich, was mittlerweile zum Markenzeichen der Lixx geworden ist. Melodischer Sleaze ROCK par excellence!
Und noch ein sofort hängen bleibender Song: "Children Of The Cross" besticht durch seinen Ohrwurm-Chorus und dessen stimmigem Wechselspiel mit den akustisch gehaltenen Strophen. Europe zu Prisoners In Paradise-Zeiten lassen ein wenig grüßen... wieder so ein Gitarren-Solo erster Klasse. Irgendwie hört sich alles bisher Geschriebene recht überschwänglich an, aber der Rezensent ist tatsächlich hellauf begeistert. In "The Witching Hour" wird es ein wenig dreckiger und schärfer (vgl. Edguys "Fuckin' With Fire"), bevor mit "Lock Up Your Daughter" der nächste Volltreffer folgt. Exzellente Gitarrenlicks und Rexon, der sich streckenweise die Seele aus dem Leibe schreit, verleihen der Nummer das Zeug zum Sleaze-Klassiker. Ein Liedchen wie aus einem Guss! Tja, und dann setzen die Lixx mit dem Party-Kracher "She's Mine", der garniert mit einem lustig klimpernden Bar-Piano daher kommt, noch einen drauf. Dieser Song dürfte Anhängern aller musikalischen Stilrichtungen gefallen, versprüht er doch für 3:39 Minuten nichts als gute Laune in Reinform.
Die anschließende Ballade "What Of Our Love" dürfte allen Aerosmith-Fanatikern Freudentränen in die Äuglein treiben, klingt hier doch "What It Takes" (Pump, 1989) oder "Amazing" (Get A Grip, 1993) durch, und das New Religion beendende "Voodoo Woman" (eingeleitet vom Bottleneck-Instrumental "Desert Bloom") vermittelt noch mal ordentlich Sex-Appeal bzw. überzeugt erneut durch ein erstklassiges Arrangement.
Letzteres gilt für alle Stücke und macht zusammen mit der Eingängigkeit der Songs, den musikalischen Leistungen aller Beteiligten und dem kompositorischen Einfallsreichtum New Religion von einer starken zur absolut herausragenden Scheibe. Die Lixx setzen mit diesem Output echte Standards für alle Platten, die in dieser Sparte des Metal nachfolgen werden. Keine Abzüge, alles gesagt, vollste sechs Punkte!!!

1 KommentarFuxx

6 von 6 Punkten

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