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Solstafir - Köld

Solstafir - Köld
Stil: Pagan Metal
VÖ: 27. Februar 2009
Zeit: 70:33
Label: Spikefarm Records
Homepage: www.dordingull.com/solstafir

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Seit 1994 treiben die vier Männer aus Reykjavik ihr Unwesen und veröffentlichen mit Köld vier Jahre nach dem letzten Lebenszeichen Masterpiece Of Bitterness ihr drittes Vollzeitalbum. Mit dem Etikett Doom Metal wird im Promozettel das neue Album der Isländer beworben und bei Doom greife ich doch immer sehr gerne zu. Doch was ist das? Geräuschkulissen, intensive Eruptionen und teilweise schrilles Depri-Gekreische am Mikro, meist mit einem verwaschenen breitwandigen Gitarrenteppich unterlegt. Eine Snaredrum, die bei den schnellen Black Metal-typischen Parts nur unter angestrengtem Hinhören vernehmbar ist. Ein Fehlgriff? Schwer zu sagen. Stellt euch als Anhaltspunkt vor, Cult Of Luna treffen Neurosis im Opeth-Proberaum und würzen den Sound mit der Epik Primordials.

"78 Days In The Desert" ist ein instrumentaler flotter über acht Minuten langer Einstieg, der gut ins Ohr geht und mit dem intensiven Rhythmus und den sehr starken Gitarrenmelodien zu überzeugen weiß. Beim folgenden Titelstück wird es anstrengend. Es bricht die Hölle über den Hörer herein, schnell abgehackt um mit einem Break sofort langsam zermalmend durch den Schädel zu fräsen. Der wimmernde Gesang geht mir auf den Zeiger, das Stück ist mir zu hektisch und quält sich ins Ohr. Der "Pale Rider" beginnt freudig sanft, mit Einsatz aller Instrumente und des Gesangs verliere ich mich in den Klängen. Nein, das ist kein Spaß. "She Destroys Again" kommt schon besser daher. Der punkige Grundschlag zu den schrammelnden Gitarren und ein für mein Ohrenpaar angenehmeres Shouting ohne weinerlichen Unterton sind nach dem guten Opener ein erstes Aha-Erlebnis, dass die Insulaner auch Songs mit Struktur erschaffen können. Hektik herrscht aber nach wie vor. "World Void Of Souls" bietet zu Beginn spoken words-Passagen mit ruhigen Tönen, von einem wirklichen Song kann man nicht sprechen. Gut zum Wegknacken geeignet, ein bekömmliches Einschlafmittel. Gähäähn! Nach 8:45 Minuten setzen dann Bass und Drums ein, jetzt wird wirr gejammt. Eine traurige nihilistische Welt trauriger Seelen. Für mich absolut überflüssig, denn die Welt da draußen ist eh schon depressiv genug. Drei Songs haben es mir dann neben dem Instrumentaleinstieg doch angetan. Das monotone aber mächtig beeindruckende "Necrologue" mit einem feinen Bass und starken Gesangslinien, das beinahe als Rocker zu bezeichnende "Love Is The Devil (And I Am In Love)" mit Arschtritt-Feeling sowie der abschließende, mit zunehmender Dauer an Fahrt aufnehmende Slow Motion-Melancholiker "Goddess Of The Ages", von Klavier und Hammondorgel begleitet.

Was kann ich als Fazit anführen? Wer auf Metal mit apokalyptischem Charakter steht und sich von mächtigen Klangcollagen sowie wirren harten kalten Sounds die Hörmuscheln nur allzu gerne massieren lässt, kann Köld getrost abgreifen. Mir fehlt bei einigen Stücken komplett der Zugang, auch wenn ich es an die 30 Mal versucht habe. Dieses Stück Musik lässt mich in einigen Momenten verstört zurück und ist wahrhaftig keine leicht verträgliche Kost. Dafür haben es die, mir in weiten Teilen zuträglichen, fünf Stücke wahrhaftig in sich. Mit Doom Metal der traditionellen Schule hat das Album nicht mal ansatzweise etwas zu tun. Non-konforme Musik ist es aber allemal und deshalb sollten Anhänger melancholisch düsterer Klänge auf alle Fälle reinhören. Ich benötige jetzt erstmal eine Fuhre Solstice zum Runterkommen.

Siebi

3 von 6 Punkten

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