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Review

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Tharaphita - Lidsatel Sünkjatel Radadel

Tharaphita - Lidsatel Sünkjatel Radadel
Stil: Pagan Metal
VÖ: 2007
Zeit: 36:25
Label: Nailboard Records
Homepage: www.estonianmetal.com/bands/tharaphita

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Ist Primeval Force gediegener Pagan Metal, so geht es bei Lidsatel Sünkjatel Radadel (übersetzt: Auf dunklen, alten Pfaden) schon ganz anders zur Sache. Hier kommt eine deftige Portion Schwarzmetall ins Spiel, der Sound wird ausdrucksvoller, das Tempo ist oft gesteigert. Erinnert der Vorgänger doch sehr an Bathory, so kann man diesen Silberling schon eher als eine Art estischen Finntroll bezeichnen. Auch haben sich die fünf Mannen auf ihre Wurzeln besonnen und alle Lyrics sind in estischer Sprache gehalten.
Beim ersten Hören scheint es, als hätte sich Tharaphita einen neuen Sänger zugelegt, doch dem ist nicht so. Ob es nun an der Muttersprache liegt, oder ob Vokalist Ank seine Gesangesskills anderweitig aufgewertet hat, auf jeden Fall fügen sich die Vocals viel besser in die Musik ein. Klingen sie auch immer noch harsch und "verwodkat", so habe ich auf dieser Scheibe nichts an ihnen auszusetzen, eher im Gegenteil. Ansonsten hat sich an der Besetzung nur der Bassist geändert, anstelle von Massacra tritt Viking (Must Missa).
Schrieb ich im Review zu Primeval Force was von einfachen Songpatterns, so kann davon keine Rede mehr sein. Lidsatel Sünkjatel Radadel lebt von ordentlicher Gitarrenarbeit, auch wenn keine Riffs dabei sind, die den Black Metal neu erfinden. Aber das muss ja auch nicht unbedingt sein.
Der Silberling geht mit "Lidsatel Sünkjatel Radadel" relativ ruhig los, ganz im Zeichen des Vorgängers, ein sehr melodiöses Stück, aber schon mir mehr Power dahinter als fast alle Lieder des Vorgängers. "Vahkturm" (der einzige Titel, bei dem sich die Bedeutung erraten lässt) geht recht zünftig zu Sache, etwas weniger "schwarz" und mit ein klein wenig mehr Doublebass würde das Stück auch auf einer Amon Amarth-Scheibe nicht überraschen. Danach kommt reiner Black Metal, Höhepunkt für mich hier ist das mit sechs Minuten längste Stück "Surmatalv". Ein episches, langsames Werk bester symphonic-black-Tradition. So richtig zum Reinversinken und Selbstverlieren im Gitarrensound. Auch "Hullusesse" überzeugt mich voll uns und ganz, und ist auch der Hauptgrund, warum ich die CD anfangs mit Finntroll verglichen habe. Ja, gefällt mir - Gute-Laune-Musik, die geradezu nach Tanz-Pit schreit. Mit "Raudses Haardes" kann ich persönlich nicht so viel anfangen, aber na gut, schlecht ist es auch nicht wirklich, und mir muss ja nicht jedes Stück auf einer Scheibe zusagen.
Alles in Allem ist Lidsatel Sünkjatel Radadel ein gelungenes Album, das im Gesamtkonzept stimmig ist und auf jeden Fall eine breitere Hörerschaft verdient. Und für wen jetzt im Review zu oft das Wort "Black Metal" gefallen ist, dem sei versichert, dass es auch für eher Genre-ferne Hörer durchaus geeignet ist. Zumindest meint Hannes, als bekanntermaßen dem Black Metal nicht sehr nahestehender Metaler, dass ihm die Scheibe durchaus zusagt.
Einziges Manko ist die etwas magere Gesamtspiellänge von knapp vierzig Minuten - da hätte ruhig noch ein Song mehr draufgepasst. Ansonsten kann ich nur sagen: Zugreifen, Fans des Pagan Metal, es lohnt sich. Außerdem hat man dann doch mal was ganz Anderes, wer hört denn sonst schon estischen Metal?
Dann bleibt nur noch zu hoffen, dass sich die fünf Jungs auch mal auf Festivals in unseren Regionen blicken lassen - live kann ich mir die wirklich super vorstellen.

Tarnele

5 von 6 Punkten

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