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Interview

Interview mit Apokrypha (10.09.2004)

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Black Metal und Christenhass gehören eigentlich untrennbar zusammen. Wenn man aber wie im Falle Apokryphas ein Konzeptalbum über den Zerfall einer Gesellschaft schreibt und dann auch noch mit hervorragender Musik glänzen kann, darf man sich nicht wundern, wenn das öffentliche Interesse an der Band schlagartig steigt.

HH: Hi! Ihr seid im Würzburger Raum inzwischen eine feste Größe im Metal Sektor, aber deutschlandweit wohl noch nicht so sehr bekannt. Stellt euch doch bitte kurz vor!

Apokrypha: Soll es einmal auf diese Art formuliert werden: Als vier Würzburger mit je eigener musikalischer Vergangenheit erschufen wir im Jahre ’99, was Apokrypha heute ist! Eine Symbiose zwischen Black-, Thrash und Death Metal, aus Individuen entkeimt, der Metalszene neues Leben einzuhauchen.

HH: Euer ursprünglicher Bandname war To The Seven, so wie der Titel eures jetzigen Albums. Warum habt ihr euch in Apokrypha umbenannt?

Apokrypha: Der Namenswechsel ging aus dem Konflikt hervor, den ein gewisses nicht mehr erwähnenswertes Label hervorgerufen hat. Noch im Vertrag mit diesem Label verkeilt, waren wir gezwungen auf einen anderen Namen zurückzugreifen. Denn wir wollten rechtliche Probleme nach dem Deal mit Black Attakk vermeiden.

HH: Welche Bedeutung hat der Name Apokrypha?

Apokrypha: APOKRYPHA ist jene Schrift, welche AN DIE SIEBEN Herrscher unserer konzeptionellen Welt gesendet wird. Im engeren Sinne kommt das Wort aus dem Griechischen und bedeutet "Schrift mit dubiosem Inhalt".

HH: Was hat eigentlich zum Split mit eurer alten Plattenfirma geführt?

Apokrypha: Das Label hat uns über Monate hingehalten. Alle Vorbereitungen für die Veröffentlichung unserer Demo-CD waren getroffen, doch es passierte nichts. Wir waren nicht die einzigen die es traf. Eine Band trat mit uns in Kontakt, weil eine Lieferung T-Shirts ausblieb, für welche sie schon bezahlt hatten. Die Jungs haben die entsprechende Wohnung des Labelchefs ausfindig gemacht, und zumindest der Briefkasten und große Teile des Vorgartens überlebten nicht. Er ist daraufhin untergetaucht... Jetzt sind wir froh bei Black Attakk unterschrieben zu haben und uns mit solchen Missständen nicht mehr rumschlagen zu müssen.

HH: Wie kam der Kontakt mit Black Attakk zustande?

Apokrypha: Wir hatten das Glück unser Demo den Verantwortlichen bei Black Attakk persönlich vorspielen zu können und es gefiel ihnen auf Anhieb.

HH: Ihr versteift euch nicht nur auf die Black Metal Schiene, sondern fahrt mehrgleisig indem ihr geschickt Death und Thrash Metal Element in eure Lieder einbaut. Welche Bands haben euch beim Songwriting beeinflusst?

Apokrypha: Da wir allesamt persönliche musikalische Vorlieben haben, bringt auch jeder einzelne einen speziellen Einfluss in Band. Dieser überschneidet sich zwar im Bereich Black Metal mit Bands wie Immortal, Venom und Celtic Frost, aber läuft auch weiter auseinander: Von Slayer bis hin zu Bolt Thrower ist dann vieles vertreten.

HH: Welcher Song gefällt euch auf To The Seven am besten?

Apokrypha: Es ist "Crowds". Er wird mächtiger, je häufiger wir ihn hören oder live spielen. Rasend und melancholisch zugleich, die Atmosphäre des Songs ist repräsentativ für alle weiteren.

HH: Gibt es einen Favoriten bei euren Fans?

Apokrypha: Es ist "To The Seven"“ und eben jener Song "Crowds". Was wir empfinden teilen wir also mit unseren Fans und das verbindet uns noch mehr. Das ist es, was uns vorantreibt. Seit dem ersten Auftritt streben wir danach, eine besondere Chemie zwischen Publikum und Band zu schaffen, welche die Brutalität und Verzweifelung der Musik transportiert und auf beiden Seiten manifestiert. Unser vielschichtiges Konzept auf der einen, die pure Energie der Musik und die Reaktionen darauf auf der anderen Seite.

HH: Ich finde das Cover von To The Seven ziemlich geil. Wer ist denn dafür verantwortlich? Das Cover sowie das restliche CD-Design stammen von unserem Sänger und seiner Firma EbonizeDesign. Die Bedeutung der in Flammen liegenden Erde auf dem Front-Cover braucht nicht weiter erklärt zu werden. Symbolik pur!
Bei der Produktion der CD schien uns am wichtigsten, die Verbindung zwischen Musik und Darbietung zu schaffen. Ähnlich wie der Gegensatz zwischen Musik und Texten herrscht, so soll er sich auch im visuellen Bereich manifestieren:
Von außen betrachtet roh und ursprünglich, mit nackter Symbolik, einprägsam. So wirkt unsere Musik, auf den ersten Blick! Schlägt man jetzt das Booklet auf, so kann man über jede Seite, stark metaphorisiert einen Abschnitt unseres Konzepts wieder erkennen. Wer sich neben der Musik noch intensiv mit Texten und Konzept befasst, wird Unmengen an Verweisen diesbezüglich entdecken und somit gänzlich verstehen was hinter APOKRYPHA steckt.

HH: Euer textliches Konzept dreht sich um den Untergang einer fiktiven Gesellschaft. Könnt ihr das bitte ein wenig genauer erläutern?

Apokrypha: Das Konzept ist eine Abstraktion des gesellschaftlichen Lebens, eine fiktive Erzählung, welche Parallelen zur Realität zieht. Es verdeutlicht die existierenden Missstände in unserer Welt. Sei es die Ignoranz gegenüber allem was den einzelnen Menschen selbst nicht betrifft, oder etwa die anwachsende Trägheit der Moral, wie es unser Song "Moral Sloth" aussagt. Die natürliche Weiterentwicklung dieser und vieler anderen Miseren ist der Untergang der Gesellschaft, die Zerstörung der Welt. Jeder einzelne Song erzählt einen Abschnitt dieser Geschichte. Mit der Darbietung unseres Konzepts heben wir schlichtweg unser aller Situation hervor, und das auf abstrakte aber brutale Art und Weise.

HH: Gibt es in euren Texten auch einen Bezug zur aktuellen Situation in Deutschland bzw. der Welt? Natürlich! Aber der Zerfall der Welt hat nicht erst vor kurzem begonnen. Er war schon existent seit sich erste Gesellschaftsformen entwickelten. Es ist die Art des Menschen, die ihn selbst auf das zielgerichtete Ende hinzu leben lässt. Unsere jetzige Situation und auch das künftige Verbleiben der Gesellschaft ist eben nur eine logische Konsequenz aus dem trägen, stumpfsinnigen Geist des Menschen, das ist überall so und zeitlich ungebunden.

HH: Es ist ja eigentlich nicht sehr typisch für eine Black Metal Band ein Konzeptalbum zu schreiben. Was haltet ihr von diesen ganzen Tod, Teufel und Christenhass Texten, die im Black Metal sonst so fabriziert werden?

Apokrypha: Diese Themata gehören unumstritten zum ursprünglichen Black Metal. Sie sind sehr faszinierend. Aber wir bestreiten mit Apokrypha neue Wege:
Black Metal ist Musik, der eine unglaubliche Aussagekraft und einzigartige Atmosphäre zukommt. Wir verfeinern durch andere musikalische Elemente und unterstützen das Ganze durch unsere Texte und deren Inhalt.

HH: Was denkt ihr über die Entwicklung der CD-, Merchandising- und Ticketpreise in den vergangenen Jahren?

Apokrypha: Die Preissteigerung ist in jedem Bereich unaufhaltbar und es können sich nur wenige dagegen wehren. Ein Festival wie beispielsweise das Up From The Ground sind die Ausnahme - günstig und mit einem gigantischen Billing. Doch das funktioniert nicht ohne größten Zusammenhalt. Es waren doch alle Mitarbeiter Freunde und Bekannte des Veranstalters, unter ihnen auch Mitglieder vieler Bands aus Franken, uns eingeschlossen. Nur so ist es noch möglich gegen den Wahn der Kommerzialisierung anzukämpfen... Die richtig großen Festivals existieren, mit Verlaub, nur noch des Verdienstes wegen. Böhse Onkelz haben nichts auf einem Metalfestival zu suchen, aber sie bedingen anscheinend ein Recht darauf die Ticketpreise noch weiter anzuheben.

HH: Wie werden eure Live-Aktivitäten für die nächsten Monate aussehen?

Apokrypha: Metal ist Live-Musik und Live zu spielen ist das genialste für uns! Es stehen einige Gigs in den kommenden Monaten fest, eine Tour ist für Anfang nächsten Jahres in Planung. 2005 werden wir auf dem Party-San spielen und wir hoffen, dass auch das Up From The Ground zusagt. Wir stehen im Moment in Verhandlungen mit einer Booking-Agentur. Dies ist der nächste Schritt um noch häufiger auftreten zu können.

HH: Das war's dann auch schon! Vielen Dank für eure Zeit. Die letzten Worte gehören euch!

Apokrypha: Wir haben zu danken...

Lord Obirah

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