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Konzert-Bericht

Cannibal Corpse, Urkraft & Disavowed

Backstage, München 10.03.2007

Ja, die Leichenfledderer baten zum Tanz, da musste man sich doch auf einen kuschligen Abend einstellen. Aber so voll war es dann letztendlich doch nicht, denn in den hinteren Reihen des Backstage-Werkes hatte man genügend Freiraum, die Matte ungestört kreisen zu lassen. Dafür ging vorne umso mehr ab, aber der Reihe nach.

Den Auftakt durften die Holländer Disavowed machen, die den Reaktionen nach durchaus einen gewissen Bekanntheitsgrad hatten. Wenn nicht, kanne man die Jungs spätestens nach ihrem Auftritt, den der hat durchaus Eindruck hinterlassen. Die Musik war schön brutal, Death Metal vom Feinsten, technisch anspruchsvoll, aber trotzdem voll auf die Fresse. Gut, mit viel Bewegung auf der Bühne war da nix, aber dafür war Sänger Robbe umso mehr unterwegs, denn der Gute bestritt einen Großteils des Auftritts im Publikum. Dazu ließ er sich ein paar Mal auf Händen tragen und wenn der Menschenteppich vor der Bühne dann doch etwas heftig zur Sache ging oder nach hinten hin ausdünnte, ließ er sich einfach absetzen und sang in der Menge weiter. Das schafft natürlich Freunde und der Applaus für Disavowed nahm von Song zu Song zu. Sehr guter Auftritt.

Danach waren die Dänen Urkraft an der Reihe. Bei denen wusste das Publikum erstmal nicht, was es mit den Jungs anfangen sollte, denn musikalisch unterschied sich das Quintett von Disavowed und Cannibal Corpse gewaltig. Hier gab's melodischen Death und Thrash Metal, der zudem mit Keyboards nicht geizte und entsprechend reserviert verhielten sich die meisten zu Beginn des Auftritts. Aber Urkraft waren sehr engagiert und ihre Songs stellten sich live als wahre Granaten heraus. Davon ließen sich immer mehr Leute überzeugen und der Applaus für Urkraft nahm immer mehr zu. Gegen Ende hin aber nahm das Engagement des Publikums wieder ein wenig ab, was aber sicherlich nicht auf die Qualität der Musik zurückzuführen war, sondern wohl eher darauf, dass man sich noch ein paar Reserven für den Headliner aufheben wollte.

Als Cannibal Corpse dann auf die Bühne kamen, gab es im Publikum kein Halten mehr. Überall fliegende Haare, vor der Bühne ein riesiger Moshpit und überall wo man hinsah, machte sich auf den Gesichtern Staunen breit. Denn George "Corpsegrinder" Fischer und Co. böllerten ihre Songs sowas von tight und souverän in die Menge, dass einem die Spucke wegblieb. Und das Ganze wurde dann auch noch mit einem richtig fetten Sound begleitet. Die Songauswahl würde ich mal als sehr gelungen bezeichnen, auch wenn sich mancher vielleicht andere Songs gewünscht hätte. Das Hauptaugenmerk lag natürlich auf dem aktuellen Longplayer Kill, aber mit "The Wretched Spawn", "Fucked With A Knife", "Vomit The Soul", "Devoured By Vermin", "Hammer Smashed Face" oder "Pit Of Zombies" kam so fast jedes Werk der Kannibalen zum Zuge. Entsprechend glücklich waren die Gesichter der Anwesenden nach dem Gig, der körperlich einiges abverlangte aber leider nicht mit einer Zugabe belohnt wurde.

Kritikpunkte sind in meinen Augen die unverschämt hohen Merchandise- und CD-Preise (die aktuelle Urkraft CD war z.B. mit 20,- Euro ausgezeichnet) und die brutal hohe Lautstärke. Ich habe zwischendurch bei Cannibal Corpse kurzzeitig meine Ohrenstöpsel rausgenommen, um die Lautstärke einschätzen zu können. Aber meine Trommelfelle gingen sofort auf Anschlag und der Sound war sofort mit einem unbarmherzigen Rauschen durchzogen. Wer dem Publikum solche Lautstärken zumutet, hat meiner Ansicht nach nicht alle Tassen im Schrank. Andererseits ist jeder, der bei solchen Veranstaltungen keinen Gehörschutz trägt, wohl selber Schuld am ohreneigenen Tinnitus.

Lord Obirah

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