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Fjoergyn - Sade Et Masoch

Fjoergyn - Sade Et Masoch
Stil: Classical Metal
VÖ: 29. Juni 2007
Zeit: 53:02
Label: Twilight Vertrieb
Homepage: www.fjoergyn.de

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Das Erstlingswerk des damaligen Duos stieß bei uns ja nicht unbedingt auf Gegenliebe, obwohl es wohl anderweitig hochgelobt wurde. Nun ist mit Martin L. (Schlagzeug) ein weiteres Mitglied hinzugestoßen, mit dem man nun auch Liveauftritte meistern kann. So zum Trio angewachsen, legen :Fjoergyn: mit Sade Et Masoch ihr nächstes Album nach.
Inhaltlich hat das Album den Angaben zufolge wenig mit den sexuellen Vorlieben mancher Zeitgenossen gemeinsam. Vielmehr steht der Mensch und sein Umgang mit der Natur in Hinblick auf das selbstzerstörerische Dasein im Mittelpunkt. Musikalisch hat man sich hier, wie wohl auch schon auf dem Debut Ernte Im Herbst, der Symbiose aus harten Metalriffs und klassischen Arrangements verschrieben, wobei die klassischen Parts wohl überwiegend aus der Konserve erzeugt wurden.
Nach dem ersten Durchlauf entlockte mir Sade Et Masoch ein vielsagendes "Naja, ned schlecht, aber auch ned der Burner". Doch ich muss sagen, dieses Album entfaltet sich mehr und mehr mit jedem Durchlauf. Was anfänglich als normaler, orchestraler Black Metal durchgeht, entwickelt sich zum durchaus durchdachten Gesamtwerk. Klar, ein richtiges Orchester hätte den Songs mehr Wärme und Leben eingehaucht, doch wer kann sich denn das heute noch leisten?
Stellenweise erinnern die Songaufbauten aufgrund der nicht zu überhörenden orchestralen Schlagseite etwas an die Megaseller Dimmu Borgir, jedoch gehen :Fjoergyn: tempomäßig weitaus gezügelter zu Werke. Zwar wird durchaus mal auf das Gaspedal getreten, doch über weite Strecken regiert hier das Midtempo mit seinen schönen Melodieläufen und Spannungsaufbauten. Am besten nachzuvollziehen bei "Die Hierarchie Der Engel", der teils filigran mit Pianountermalung, teils opulent mit Posaunen unterlegt den Hörer zu fesseln vermag. Und auch wenn gegen Ende etwas Gas gegeben wird, bleibt das Grundtempo erhalten. Auch bei den anderen Songs ist man um möglichst viel Variation bemüht, von betont melodisch-eingängig bis zu orchestral-bombastisch mit leichter schräger Note ("Das Leid Des Einhorn") reicht hier die Palette.
Sehr gut gelungen sind die Vocals, die sehr variabel eingesetzt werden. Mal klar, mal keifend, mal laut, mal leise flüsternd und ab und an mit Chören unterlegt. Damit hebt man sich wohltuend vom Gros der anderen Black Metal-Bands ab, die diese Vielfalt nicht an den Tag legen.
Wie schon gesagt, braucht dieses Album durchaus mehr als nur einen Hördurchgang, um sich gänzlich entfalten zu können, denn es passiert eine Menge in den Songs, was sich einem nicht immer sofort erschließt. Fans von z.B. Nocte Obducta sollten :Fjoergyn: ruhig einmal antesten.

Ray

5 von 6 Punkten

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