13 Headbänga online
29.02.2020 Growl Bowl Festival
19.03.2020 Lordi
26.03.2020 Dark Fortress
29.03.2020 Rose Tattoo
02.04.2020 Knorkator
11.04.2020 Dark Easter Metal Meeting
Reviews (10095)
Navigation
Artikel des Tages
Review:
Agents Of Man

Interview:
Wicked Temptation

Live-Bericht:
Graveworm

Video:
Tyr
RSS RSS
Atom Atom
In eigener Sache

Valid XHTML 1.0 Transitional

Valid CSS!

Valid RSS

Valid Atom 1.0

 

Review

CDs von Rhapsody Of Fire kaufenZur Druckversion dieses ArtikelsDiesen Artikel als PDF speichern

Rhapsody Of Fire - Triumph Or Agony

Rhapsody Of Fire - Triumph Or Agony
Stil: Film Score Metal
VÖ: 22. September 2006
Zeit: 62:37
Label: SPV
Homepage: www.rhapsodyoffire.com
MySpace: www.myspace.com/rhapsodyoffire

buy, mail, print

Da dieses Werk anfangs auf dem Stapel der CDs lag, die niemand haben wollte, habe ich mich schließlich erbarmt sie an mich zu nehmen, in der Hoffnung, mir mögen einige nette Worte einfallen.
So dachte ich zumindest noch am Anfang... - Weit gefehlt.
Diese CD entpuppte sich als wahrlich deutlich komplexer als ursprünglich erdacht, so dass ich sie schließlich über etliche Tage hinweg in der Anlage rotieren ließ, bis ich mir schließlich über meine Vorstellungen im Klaren war.
Bevor wir aber zur eigentlichen CD kommen, noch eines vorweg. Im Juli 2006 änderten Rhapsody ihren Namen nunmehr zum dritten Mal in ihrer Bandgeschichte und entschlossen sich dieses Mal in Rhapsody Of Fire umzutaufen. Möglicherweise haben sie sich davor auch Manowar innig zu Gemüte geführt und sich von deren Vokabular für den Bandnamen und CD-Titel inspirieren lassen...

Legt man die CD ein, so fühlt man sich bald in eine Fantasywelt versetzt. Der theatralische dreiteilige Opener "Dar-Kunor", der fast komplett mit einem klassischen Orchester und Chören verstärkt wurde, ähnelt durchaus einem Soundtrack für einen Fantasy Kinofilm.
Gleich darauf wird man vom Namensträger des neuen Albums erwartet, "Triumph Or Agony". Wie der Opener gestaltet sich dieser Song auch sehr theatralisch und mit seinen klassischen und orchestralen Elementen geradezu beeindruckend. Jener Song beinhaltet dennoch deutliche und typische Charakteristika des klassischen Power Metal, den man auch von Rhapsody Of Fire bzw. Rhapsody kennt. Schnelle Gitarrenparts mit hohen Tonalitäten, durchmischt mit Keyboardklängen und dem ebenso typischen und klischeehaften Power Metal Gesängen von Fabio Lione, zeichnen das Bild des Songs. Dieser Song zählt definitiv zu den pathetischsten Songs dieser Platte, demzufolge trug dies wohl auch zur Wahl zum Titelsong bei. Wären nicht die eierquetschenden Elemente der Vocals gleich zu Beginn des Songs oder die vielen wechselhaften Passagen des Tempo und der Rhythmik sowie die zu verspielten Keyboardpassagen, so könnte dieser Song wohl einigen mehr Freude bereiten...
Während einen der Titelsong mit Orchester begrüßt, so zeigt sich bei "Heart Of The Darklands" ein schnelles Gitarrengefrickel, das von einem wilden Schlagzeug begleitet wird. Nach wenigen Sekunden ist auch dieser Spuk vorbei, so dass das Gefüge in ein mittleres Tempo übergeht. Ebenso wie bei "Triumph Or Agony" legt sich der Sänger auch hier wieder in die Kanten und beglückt einen mit seiner hohen Stimme. Musikalisch wird der Song in zwei Hälften aufgebaut, die allerdings nur durch ein nettes Solo voneinander getrennt werden. Vor allem das Solo und die dadurch verbundene ruhigere Atmosphäre wirkt nahezu als eine Erleichterung gegenüber dem Titelsong "Triumph Or Agony"und nimmt diesem die pathetische Haltung.
Nachdem wir das düstere Land kennen lernen durften, wenden wir uns den kleineren Bewohnern einer Fantasywelt zu. In "Old Age Of Wonders" geht es u.a. um eine das Leben in den Fantasywäldern mitsamt deren Bewohnern, den Elfen. Möglicherweise ließen sich Rhapsody Of Fire bei diesem Song von Blackmore's Night inspirieren, um diese Idylle zu beschreiben. Zumindest zeigt diese ruhigere, mit Keyboard und Flöten versetzte Ballade einige Parallelen zu Blackmore's Night auf.
Angenehm gestaltet sich auch der darauf folgende Titel "The Myth Of The Holy Sword", der allerdings deutliche Ähnlichkeiten mit "Heart Of The Darklands" aufweist. Anstatt der Gitarreneinlagen setzen Rhapsody Of Fire auf leichte Schlagzeugeinwirkungen, um das Tempo und den neuen Song anzukünden, der nach wenigen Sekunden bereits in sanfte Vocals übergeht. Um die Dynamik und Theatralik dieses Songs zu verstärken, setzen die Italiener auf Chöre und auf ein Orchester. Gegen Ende wird noch ein Solo eingeleitet.
Schließlich wenden wir uns einer kleinen Arie zu. "Il Canto Del Vento" ließ mich irgendwie an "Nessun Dorma" auf der bekannten Manowar Platte Warriors Of The World erinnern. Hier zeigt sich Liones Können, in Sachen klassischer Gesangstalente ist seine Darbietung um Längen ausgeprägter und ausgewogener als die von Eric Adams anno 2002.
Nach dem Ausflug in die Opernwelt werden wir zum Träumen eingeladen. Auch wenn der Titelname "Silent Dream" etwas Ruhiges erwarten lässt, so entpuppt sich dieser Song als flotter und fleppsiger Power-Metal Track. Das ganze Arrangement ist sehr gut durchdacht und gibt dem Song insgesamt ein sehr feines Flair. Auch der Gesang ist nicht ohrenbetäubend, ebenso auch nicht zu krächzend und nicht zu trällernd.
Mit dem achten Song gehen wir wieder ein Stück weiter und landen wieder in einer Fantasywelt. Diese Welt wird in "Bloody Red Dungeons" durch einen wahnsinnig komplexen und technisch aufwändigen Aufbau dargestellt. Ein großes Orchester, gespickt mit feinen Gitarrenriffs, kürzeren Solopassagen und Chören gibt dem Song ein Bild eines klassischen Werks. Dieses Bild wird besonders durch die Virtuosität und durch die gesanglichen Variationen gegen Ende deutlich verstärkt.
In "Son Of Pain" wird diese Virtuosität fortgeführt und durch ein klassisches Orchester zu einem malerischen Fantasygebilde zusammengefügt.
Damit hätten wir die Spielzeit von so manch Hardcore Metal CD beisammen, die bereits den Weg in unsere Redaktion gefunden hat. Mit dem gewaltigen Opus "The Mystic Prophecy Of The Demon Knight" setzen die Italiener auf ein fünf Teile umspannendes 16-minütiges Werk. Diese fünf Teile sind musikalisch deutlich unterschiedlich aufgebaut, erzählen aber eine fortlaufende Geschichte, die sich aber durch harmonische Übergänge zu einem gelungenen Bild ergänzen. Technisch basiert dieser Song wahrlich auf hohem Niveau, was insbesondere durch das Arrangement an den verschiedensten Instrumenten, Effekten und Vocals zum Ausdruck gebracht wird. Zum Abschluss erwartet uns "Dark Reign Of Fire", das mich deutlich an den "Herr Der Ringe" Soundtrack erinnert. Ein pompöses und erhabenes Orchester begleitet den Song, das von weichen Vocals begleitet wird, die aber zeitweise etwas zu trällernd wirken.
Nach sage und schreibe 102 Minuten kehren wir zurück in die Realität und wenden uns ab von der mystischen, italienischen Fantasywelt.

So schwierig es am Anfang war, die richtigen Wörter für dieses Review zu finden, so schwierig erweist sich auch eine Bewertung.
Sehen wir von der eher lächerlichen Umbenennung der Band ab und betrachten nur diese CD alleine, ohne direkte Vergleiche zu den Vorgängeralben anzustreben, so zeigt sich diese Platte als sehr gut durchdachte und wahnsinnig komplexe Mischung von Power-Metal und klassischen Elementen (Film Score Metal). Besonders die Verwendung von Ausschnitten von verschiedenen Filmsequenzen und der später einsetzende Sprecher (in "The Mystic Prophecy Of The Demon Knight" und im Abschlusstrack "Dark Reign Of Fire") inszenieren eine beachtliche Theatralik und verleihen dem Album den Eindruck einer abgeschlossenen Erzählung.
Manowar versuchten sich auch bereits an einem Orchester, doch scheiterten sie letztendlich an ihrer eigenen Umsetzung. Insofern haben Rhapsody Of Fire, die bis 2007 an der Seite von DeMaio & Co stehen werden, diesen Schritt bereits geschafft.
Triumph Or Agony bietet unzählige positive Aspekte, doch stört teilweise die überladene und zu überhobene Theatralik und Intensität der gesamten Komposition. Als ebenso weniger positiv erweist sich die teils absolute Schrille der Vocals.
Aber bekanntlich ist Musik auch Geschmacksache. Rhapsody Of Fire-Fans werden hier auf jeden Fall ihren Gefallen finden, selbiges gilt sicherlich auch jenen, die ihren Hörgenuss bei Manowar finden. Jedem anderen sei geraten die CD mehrfach anzuhören. Es mag sein, dass der eine oder andere sie beim ersten Hören gleich bei Seite legen wird, doch beim häufigen Hören zeigt die Platte ihre vielseitige Facette.

Nachtrag vom 09. November 2006:
Von einem interessierten Leser wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass die Umstände der Namensänderung von Rhapsody in Rhapsody Of Fire nur sehr spärlich behandelt wurden. Der Name Rhapsody wird in den USA ebenso von einem Künstler verwendet, der das Copyright an diesem Namen für sich nutzen möchte. Aus diesem Grund wurde die Band juristisch angewiesen sich umzubennen. Aufgrund dieser namensrechtlichen Angelegenheit taufte sich die Band nun in Rhapsody Of Fire.

Mark

4 von 6 Punkten

Zur Übersicht
Zur Hauptseite

Weitere Berichte und Infos
Weitere Reviews

© www.heavyhardes.de