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Review

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The Tangent - A Place In The Queue

The Tangent - A Place In The Queue
Stil: Progressive Metal
VÖ: 03. Februar 2006
Zeit: 79:00
Label: Inside Out
Homepage: www.thetangent.org

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Das sollen Schweden sein? Humorvolle Texte, eigenständige Songküche ohne Rezeptbuch - selten konnte mich ein Album aus dem Land der Elche in diesen Hinsichten derart überzeugen.
Denn ob im Black Metal wie im Falle von Dark Funeral und Marduk, ob im Death Metal, wo ich mir Beispiele wohl ersparen kann, oder sagen wir im Stoner Rock wie im Falle der Spiritual Beggars, gern bringen die Schweden Dinge auf den Punkt, die eigentlich gar nicht darum gebeten haben, auf den Punkt gebracht zu werden. Black Metal etwa lebt von der menschenfeindlichen Leere seiner Klangwüsten, nicht von antichristlichen Abzählreimen a la "666 - es kommt die böse Hex'".
Und während sich klassischer Death Metal mit hinterhältig unpassenden Soli und sich ständig bekämpfenden Riffs jederzeit klar zum Chaotischen bekennt, haben In Flames und Kollegen einen Schrebergarten im Vorhof der Hölle angelegt, in dem sich jeder Gamma-Ray-Spießer am Anblick bunter, aber säuberlich gestutzter Melodiesträucher ergötzen kann anstatt in den lodernden Abgrund seiner drohenden Vernichtung entgegen blicken zu müssen. Zu den Spiritual Beggars hingegen lese man mein etwas unwirsches Review zu ihrem Album Demons, worin steht, wie der Versuch endet, eine an sich schwammige und dehnbare Sache in eine allgemein und beständig betrachtbare Form zu bringen.

The Tangent jedenfalls: ruhiger Progressive Rock mit Humor, guten Ideen und der richtigen Portion laisser faire beim Songwriting. Der eine Song wird lang, der andere kurz, der eine eingängig, der andere kompliziert - wen kümmert's? "The Sun In My Eyes" beispielsweise hat weder ein Problem damit, kürzer als vier Minuten zu dauern, noch damit, an das neulich in den Kill Bill-Soundtrack aufgenommene "Don't Let Me Be Misunderstood" zu erinnern. Roine Stolt hat auch mal mit The Tangent gespielt, besann sich aber dann seiner Hauptband, der Flower Kings. The Tangent jedenfalls brauchen ihn nicht.
Was vielleicht auch daran liegt, dass die Band eben nicht nur aus Schweden, sondern auch aus Briten besteht.

Tankred

5 von 6 Punkten

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