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Hypocrisy - Virus

Hypocrisy - Virus
Stil: Melodic Death Metal
VÖ: 19. September 2005
Zeit: 44:29
Label: Nuclear Blast
Homepage: www.hypocrisy.tv
MySpace: www.myspace.com/hypocrisy

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Vor einiger Zeit hat der Ausstieg von Lars Szöke bei Hypocrisy den Fans einen ziemlichen Schock versetzt, schließlich war Lars von Beginn an dabei und viele haben bezweifelt, dass der Einstieg von Ex-Immortal Drummer Horgh eine gute Idee war, weil man befürchtete, dass Horgh die typischen Hypocrisy Songs zerblasten könnte. Nun, diese Befürchtung können Peter Tägtgren und Co. auf Virus definitiv zerstreuen, auch wenn ich mir denke, dass gewisse Passagen von Lars anders gespielt bzw. so gar nicht geschrieben worden wären. Das wiederum zeigt aber auch, dass Horgh seiner neuen Band seinen Stempel aufdrückt und so eine Weiterentwicklung auf dem langen Weg seit Bandgründung ermöglicht. Diese Weiterentwicklung ist gut und frischt die Songs definitiv auf.

Diese neu gewonnene Frische zeigt sich auch darin, dass kaum ein Hypocrisy Album so abwechslungsreich war wie Virus, denn so variable Songstrukturen, so viele Riffs und so viele Tempovariationen hat Peterle selten in seine Songs eingebaut. Da wäre zum Beispiel der massive Einstiegssong "Warpath" oder das darauffolgende "Scrutinized", die beide ziemlich energisch und brutal aus den Boxen donnern, dabei aber gleichzeitig ungemein abwechslungsreich, ja sogar ein wenig verspielt sind, ebenso wie das groovige "Incised Before I've Ceased", das einige progressive Elemente enthält. "Craving For Another Killing" ist wohl der heftigste Songs auf Virus und gräbt ganz tief in der Hypocrisy Mottenkiste. Hier kommen, ebenso wie bei "Blooddrenched", Erinnerungen an selige Penetralia / Osculum Obscenum bzw. The Abyss Zeiten auf.
Dagegen stehen langsamere Songs wie "Fearless" oder das abschließende "Living To Die", die beide sehr hymnisch ausgefallen sind und auch auf dem selbstbetitelten Hypocrisy Album hätten stehen können. "A Thousand Lies" wäre sicherlich nicht negativ auf dem Überalbum Abducted aufgefallen.
Die Keyboards sind auf Virus bei weitem nicht mehr so dominant wie auf vergangenen Veröffentlichungen, sondern nur dort, wo sie auch wirklich nötig sind, stehen ansonsten mehr im Hintergrund, wodurch die Gitarren insgesamt mehr in den Vordergrund rücken. Dabei bemerkt man wiederum positiv die Hinzunahmen des langjährigen Live-Gitarristen Andreas Holma, der hier sowohl Rhythmus- als auch Solotechnisch einiges Positives beigetragen hat. Vielleicht hat das auch dazu beigetragen, dass Peter auf Virus gesangstechnisch abwechlungsreicher denn je klingt, denn auch hier gibt es vom angepissten Gekreische über den cleanen Gesang bis zum tiefen Gegrowle viel zu entdecken.

Virus ist sicherlich nicht das beste Album aus dem Hause Tägtgren, aber auch nicht so gewöhnungsbedürftig wie Catch 22, nicht so hymnisch und atmosphärisch wie Hypocrisy und auch nicht so stumpf und brutal wie die ersten beiden Alben, sondern eine gute Mischung aus allen Schaffensperioden der Band, auch wenn man den einzelnen Songs anmerkt, auf welchem Album sie auch hätten stehen können. Aber Virus ist weit, weit davon entfernt, ein schlechtes Album zu sein. Ich würde Virus im oberen Drittel der Hypocrisy Diskographie ansiedeln und damit eine klare Kaufempfehlung aussprechen.

Lord Obirah

5 von 6 Punkten

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