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Deep Purple - Phoenix Rising (CD/DVD)

Deep Purple - Phoenix Rising (CD/DVD)
Stil: Hard Rock
VÖ: 20. Mai 2011
Zeit: CD 40 Min. - DVD ca. 130 Min.
Label: Edel Records
Homepage: www.deeppurple.com
MySpace: www.myspace.com/deeppurple

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Aus den scheinbar unerschöpflichen Tiefen der Deep Purple-Archive taucht hiermit ein bislang unveröffentlichtes Live-Dokument auf - und zwar rare Aufnahmen der so genannten Mark IV-Formation.

Diese Inkarnation des tiefen Purpurs lieferte den Schwanengesang der Kombo: als Richie Blackmore 1975 in den sprichwörtlichen Sack haute und Rainbow gründete, holten sich die verbliebenen Recken David Coverdale, Glenn Hughes, Jon Lord und Ian Paice den bis dato eher im jazzigen Gefilde wildernden Tommy Bolin für die quasi niemals erfüllbare Aufgabe, den exzentrischen Meister an der Gitarre zu ersetzen. Diese Besetzung zimmerte das durchaus respektable Album Come Taste The Band ein und absolvierte diverse Gastspielreisen, unter anderem eine umjubelte Japan-Tour im Dezember 1975. Nachdem die bandinternen Spannungen immer unübersehbarer wurden, brachen Purple 1976 endgültig auseinander.

Somit haben die hier versammelten Aufnahmen durchaus ihren Reiz: auf der CD finden sich (zugegebenermaßen schon von anderen Releases bekannte) Mitschnitte diverser Live-Shows: "Burn" (Longbeach Arena) zeigt dabei die schiere Kraft dieser unzerstörbaren Nummer, die Instrumentalfraktion zeigt sich trotz der dünnen Abmischung auf der Höhe, und wenn man den jungen Coverdale "Ere's a zong for ya!" zischen hört, bekommt man eine Idee, welche Stimmgewalt der Mann mal hatte. Selbst das auf tausend Kellerparties totestgenudelte Riff aller Zeiten kommt hier noch mal zu altem Glanz: "Smoke On The Water" (Japan) überzeugt aber vor allem durch eine wirklich grandiose Gesangsleistung Coverdales. "Stormbringer" (Longbeach) walzt alles nieder - so weit alles fein, aus heutiger Sicht fallen die restlichen Songs ("Gettin' Tighter", "Love Child") allerdings etwas arg 70er-mäßig ins Kontor, wie auch insgesamt die musikalische Dekadenz der Dekade - jeder Song ist mit ausufernden Soli und Improvisations-Parts aufgebläht - an jeder Stelle zu spüren ist. Das Bolin-Stück "Homeward Strut" gerät vollends zur Solo-Orgie. Soundtechnisch geht das alles weitgehend ok, teilweise merkt man aber dass hier nicht das ganz so brillante Ausgangsmaterial zur Verfügung stand.

Die DVD liefert dann mit Deep Purple Rises Over Japan eine Aufzeichnung des Gigs im Budokan, wobei seinerzeit nur fünf Songs ausgewählt wurden und offenbar zu Promotion-Zwecken benutzt werden sollten. Das Material wurde für diese Erstveröffentlichung in HD restauriert und neu abgemischt, was einen feinen Eindruck liefert. So kann man vergnüglich zuschauen, wie extrem nach den 70ern aussehende Herren (Coverdale mit Bart!) Nummern wie "Burn", "Smoke On The Water" und das hier gottlob vertrenene "Highway Star" (zu dem die Japaner komplett austicken!) raushauen und dabei manchmal verstrahlt (Bolin tänzelt irgendwie herum), konzentriert (Ian Paice holt aus seinem minimalen Drumset mehr raus als heutige Drummer aus Monsterschießbuden) oder enthusiastisch-verwirrt (Coverdale feuert des öfteren mal die Lautsprecherboxen an). Der Sound ist hier insgesamt besser gemixt als auf der CD, und es macht einfach Spaß, diese Kombo am Vorabend ihres Ablebens noch mal zu erleben.

Absolut sehenswert dann auch die Dokumentation Gettin' Tighter, in der Jon Lord und Glenn Hughes offen über Tragik und Drogenexzesse berichten, die letztendlich zum Ableben der Kombo führten. Kombiniert mit zeitgenössischen Interviews mit Coverdale, Bolin und Paice ergibt sich ein faszinierendes Dokument der letzten Tage einer der Bands, die den Hard Rock, wie man ihn lieben muss, definierte.

Holgi

5 von 6 Punkten

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