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Blindead - Affliction XXIX II MXMVI

Blindead - Affliction XXIX II MXMVI
Stil: Progressive Metal
VÖ: 19. April 2011
Zeit: 46:10
Label: Mystic Production
Homepage: -

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Wer meine Reviews hier liest, der hat wahrscheinlich schon mitbekommen, dass ich dank Believe, Votum und Co inzwischen ein absolutes Faible für polnische Prog-Rock-Kapellen habe. Aber aus Polen gab es doch auch noch mal was anderes - genau, die ganzen Todes-Metall-Schwadronen. Und jetzt ist passiert, was irgendwann passieren musste: Mit Blindeads aktuellem Album liegt mir eine unheilige Verbindung dieser zwei polnischen Aushänge-Metall-Fraktionen vor, denn Mateusz 'Havoc' Smierzchalski, Behemoths Ex-Gitarrist, war es, der Blindead im Jahre 1999 gründete.

Wobei es überraschenderweise nicht die aggressiven, technischen Überschallriffs von Behemoth sind, die Eingang in die Musik Blindeads gefunden haben, sondern eher das Stilmittel des Gutturalgesangs kombiniert mit einer extrem morbiden und düsteren Atmosphäre. Hier schließen die ausufernden hypnotisch-progressiven Klangexperimente an, die stilistisch keine Grenzen kennen. Trauriger Klargesang, Trompeten, Klavier, Synthesizer, Glockenspiele, Samples... alles, was irgendwie Töne hervorbringt, wird eingesetzt und verbindet sich zu einem unheilvollen Ganzen. Affliction XXIX II MXMVI fügt sich zu einem Konzeptalbum zusammen, das die Geschichte eines autistischen Mädchens erzählt, das langsam, aber sicher und unausweichlich in Depressionen und Wahnsinn abdriftet. Ebenso schwer wie die Geschichte und so unaussprechlich wie der Titel ist die Musik, die sich insbesondere bei den ersten Durchläufen als sperrig erweist und es dem Hörer mit deutlich über sechsminütigen, ausufernden Songs nicht unbedingt einfach macht, mit den Stücken warm zu werden. Fans von Porcupine Tree, Neurosis und Konsorten dürften jedoch keine größeren Probleme damit haben, auch längere, ruhige Zwischenteile als spannende Kontrastpunkte zum nächsten musikalischen Gefühlsausbruch zu interpretieren. Bei Freunden von Behemoth-Massakern sieht das schon anders aus - denen kann ich das Werk nur eingeschränkt empfehlen, es sei denn, sie fühlen sich wohl bei einer Scheibe, die nicht zu Unrecht neben Prog auch in Schubladen wie Sludge, Doom oder Post Metal gesteckt wird.

Sebbes

4 von 6 Punkten

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