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Kampfar - Mare

Kampfar - Mare
Stil: Pagan Black Metal
VÖ: 25. März 2011
Zeit: 50:48
Label: Napalm Records
Homepage: www.kampfar.com

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Kampfar haben sich seit ihrer Gründung 1994 stetig vom widerborstigen norwegischen Underground-Stachelhaufen, der sie zu Zeiten von Mellom Skogkledde Aaser (1997) und Fra Underverdenen (1999) noch waren, über Kvass (2006) und spätestens mit Heimgang (2008) zu einem der Top-Black Metal-Acts dieses Planeten entwickelt. Sozusagen von der Zelt- auf die Mainstage. Sich solch einen Status zu erarbeiten, vor allem im schwarzmetallischen Sektor, erfordert Akribie, Überzeugung und allem voran Authentizität. Black Metal spielt man nicht einfach so nebenbei. Es gilt sich mit der ganzen Person einzubringen, ansonsten hast du keine Chance, in der Szene Fuß zu fassen. Kampfar haben sich jene "Echtheit" über die Jahre bewahrt, dieser Tage nachzuhören auf ihrer neuen Scheibe Mare.
Wer hier Songs über Seafood erwartet, ist falsch gewickelt. Eine Schauergeschichte also, die ihren Anfang mit dem Titelsong nimmt. Jener erweist sich als überraschend melodisch-griffig, getragen von Asks forciertem Drumming und reichlich Key-Untergrund, durch den sich Dolks Vocals erstmal durch schlagen müssen. Geht diesbezüglich ein wenig an Schärfe und Biss verloren? Die Arrangements sind aufwändig gestaltet. Mr. Tägtgren dürfte hier als Produzent den einen oder anderen Finger im Spiel gehabt haben. Mit "Ildstemmer" wird auf alle Fälle der Aggressionslevel nach oben geschraubt und Spinettklänge erzeugen eine schaurige King Diamond-Atmosphäre. Dieses Horror-Kabinett-Feeling wird von "Huldreland" aufgenommen, das im schleppenden Tempo über den Hörer wabert, der das Gefühl nicht los wird sich in einer skandinavischen Geisterbahn zu befinden. In einer solchen lässt man sich gewollt und gern erschrecken, weiß aber auch, dass man am Ende heil davon kommt. Und hier setzt die Kritik ein. Bis zu "Bergstatt" geht alles gut ins Ohr, der Stachel des Bösen wird jedoch nicht in der Wunde herum gedreht. Es fehlt ein wenig das Nackte, Unangenehme, Kranke.
Dieses stellt sich erst nach und nach mit "Trolldomspakt" ein, in dem im Lava-Tempo Abgründe ausgelotet und trotzdem die Eingängigkeit beibehalten wird. Die Key-Arrangements tragen hier deutlich einen Hypocrisy-Stempel, doch besitzt der Song eine innere Dynamik, angeschoben von über dem Song thronenden Vocals, die das Thermometer nach unten schnellen lassen. Im ewigen Eis angekommen finden sich dort mit "Volverers" und "Blitzwitch" die wohl beiden besten Songs des Albums. Ersterer besticht mit diversen Rhythmus-Wechseln, marschiert aber trotzdem unaufhörlich nach vorne, und einer Rohheit, die sich mittels knochentrockener Riffs und wütend ausgespuckten Versen einstellt; und die Blitzhexe lässt ihre mit Sicherheit alles andere als gutmeinenden Zaubersprüche inmitten eines grollenden Double-Bass- und Riff-Infernos auf alle Ungläubigen los. Auch "Nattgang" - ähnlich wie "Volverers" in bösartiger Ursprünglichkeit belassen - kann überzeugen, bevor mit "Altergang" ein letzter Bombast-Anfang in eine spärlich instrumentierte, zornige Strophe mündet.
Ein interessantes Album ist Mare mit Sicherheit geworden. In sich, was die einzelnen Songs anbelangt durchaus divers ausgestaltet, wobei die Eingängigkeit, wie beschrieben, durchweg erhalten und dann und wann dafür jenes Übelriechende und Bitterschmeckende auf der Strecke bleibt. An die beiden Vorgänger reicht Mare nicht heran, kann jedoch schlussendlich als logischer Entwicklungsschritt gelten, an dem viele Anhänger der Combo ihren Spaß haben werden und der das Zeug zum Wachsen hat. "Echt" kommen Kampfar also definitiv auch anno 2011 rüber.

Fuxx

4 von 6 Punkten

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