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King Kobra - King Kobra

King Kobra - King Kobra
Stil: Heavy Hard Rock
VÖ: 15. März 2011
Zeit: 52:24
Label: Frontiers Records
Homepage: -

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Seit der Crimson Idol-Tour von W.A.S.P., damals im Jahre 1992, ist Johnny Rod für den Schreiber dieser Zeilen der Inbegriff des Bass-Players. Ein Archetyp, der sich im Hirn fest verankert hat und an dem sich alle anderen Männer vom Fach messen mussten. Eine wasserstoffblonde Show für sich. Ein Loonatic, wie er im Buche steht. Leider verließ er kurz danach die Band und wurde nicht mehr gesehen. Gerüchte besagten, er habe der Musik ganz den Rücken gekehrt und Schlimmeres (Im Netz gab es eine Zeit lang ein Forum mit dem Namen "What happened to Johnny Rod?", in dem die wildesten Geschichten kursierten: er soll in Japan gesichtet worden sein oder wieder in Downtown St. Louis leben, wo er in alte "Substance Abuse"-Gewohnheiten zurück gefallen sei...) Auf seine erste Stammband - King Kobra - kam ich erst einige Jahre später, dafür jedoch schnell auf den Geschmack. Wenn auch Thrill Of A Lifetime (1986) mit seinem Old School-Glam-Anstrich - eine Mischung aus Autograph, Survivor und The Sweet - nicht jedermanns Sache sein dürfte, so sollte das Debut Ready To Strike (1985) auch heute noch alle Metal Heads, die auf die 80er stehen, von den Socken hauen. Auf beiden Alben ist Rod, damals noch mit halbmeterlanger auftoupierter Hollywood-Mähne, zu hören. Genauso wie Mark Free, der sich bekanntlich später einer Geschlechtsumwandlung unterzog, den Namen Marcie Free annahm und mit Signal und vor allem Unruly Child tolle Melodic Rock/-Metal-Alben einspielte. Der eigentliche Motor hinter King Kobra war jedoch von Anfang an Schlagzeug-Gott Carmine Appice, der außer in nicht aufzählbaren Projekten mit den Größen des Biz u.a. bei Blue Murder, Vanilla Fudge und Cactus die Stöcke schwang. Ihm gelang es, Anfang letzten Jahres Rod aus der Versenkung zu holen und genauso wie das Original-Gitarristen-Duo Mick Sweda und David Michael-Phillips von der Wiederbelebung der King Kobra zu überzeugen. Marcie indes kam nicht mit an Bord, dafür holte Appice ein Ass aus dem Ärmel, das mit dafür verantwortlich ist, dass die brandneue Platte King Kobra zu DEM Highlight des Jahres bis dato geworden ist: Paul Shortino! Einst Sänger bei Rough Cut, Quiet Riot und den Bad Boyz darf man den Vokalisten, dessen Stimmfarbe alle Positiva von David Lee Roth und Sammy Hagar vereint, guten Gewissens zur Speerspitze der heutigen Heavy Hard Rock-Szene zählen.

King Kobra beginnt mit einem Hammer! Genauso flach muss man das formulieren. "Rock This House" hält alles, was sein zugegebenermaßen nicht besonders origineller Titel verspricht. Flottes Tempo, 80s-Riffs und -Feeling in Reinform. Sofort wird die Nähe zu den alten Roth-Van Halen deutlich und glasklar, dass Shortino fortan als DER King Kobra-Sänger gelten muss. Zu perfekt passt dessen Stimme zu den Kompositionen, als dass hier Diskussionen aufkommen könnten.
Dieses ist ein Album voller Highlights! Ob es sich um das hard-bluesige "Turn Up The Good Times" handelt, das von Appice in unwiderstehlicher Art und Weise rhythmisch angeschoben wird, um die astreine 80er- (wie oft soll ich diesen Term noch gebrauchen?) Midtempo-Hard Rock-Hymne "Tear Down The Walls", "This Is How We Roll", das als Kreuzung zwischen Mötleys "Kickstart My Heart" und Kiss' "I Stole Your Love" durch geht, um die whisky-flavored, rauchgeschwängerten "Top Of The World" und "Midnight Woman", die Anhänger in allen Bikerkneipen dieser Welt finden könnten, oder die exzellente Roxy Blue-meets-Cinderella-Ballade "Crying Turns To Rain" (großartig!) ... hier werden dem Hörer auf höchstem spielerischen und vor allem gesanglichen Niveau Songs dargeboten, die in sich stimmiger nicht sein könnten, alles das haben, was zeitlosen Heavy Hard Rock ausmacht (geile Gitarren-Soli, herausragende Melodien, vereinnahmende Rhythmus-Arbeit), und eben im Verbund dieses gewisse Etwas vermitteln, das eine sehr gute zur Überscheibe macht. Auch nach zig Hördurchläufen verlieren Nummern wie das wunderbar zwischen ruhigen Strophen und einem Mörderrefrain für die Ewigkeit hin und her pendelnde "Live Forever" oder der Uptempo-Bolzen "Screamin' For More", der den Hörer ähnlich dem Titeltrack von Ready To Strike, diesen jedoch noch übertreffend, schier überrollt, nichts von ihrer Faszination, hervorgerufen durch eins zu eins transportierte Spielfreude der Musiker, Gespür für den musikalischen Moment und schlichtweg Können. Und das alles in einem Soundgewand, das allen heutigen Ansprüchen gerecht wird.
Wenn nicht für diese Platte, wann dann soll der Rezensent die Höchstnote zücken, denn selten hat mich in den letzten, sagen wir mal fünfzehn Jahren eine Neuerscheinung so gepackt und begeistert wie King Kobra. Noch mal: ein Hammeralbum, so platt es klingen mag.

Fuxx

6 von 6 Punkten

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