Review
Gotthard - More Stereo Crush

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Nach ihrem erfolgreichen 14. Studio-Album Stereo Crush, von welchem innerhalb eines Jahres satte 3,5 Millionen Tonträger verkauft werden konnten, bringen Gotthard nun das Mini-Album More Stereo Crush an den Start. Darauf zu hören: fünf neue Songs, zwei neue Versionen von Songs der Stereo Crush Tracklist und eine Nummer, die bislang nur als Video veröffentlicht wurde.
Was ein wenig wie Resteverwertung klingt, entpuppt sich allerdings schnell als vollwertiges Release, das weit mehr zu bieten hat als ein paar B-Seiten-Tracks, die es nicht auf das letzte Album geschafft haben. Also der Reihe nach: zum Einstieg serviert uns die erfolgreichste Band der Schweiz mit "Right Now" einen locker flockig und positiv drauf los rockenden Ohrwurm irgendwo in der Schnittmenge von Classic Rock und AOR. "Ride The Wave" startet eher zurückhaltend mit pumpender Rhythmik, mausert sich aber nach und nach zum waschechten Gassenhauer mit sagenhaften Gitarrenduellen in seiner zweiten Halbzeit. Nach Auskunft der Band durchlief diese Nummer mehrere Versionen und Aufnahmesessions bis endlich eine finale Fassung gefunden wurde. Ein Prozess, der sich gelohnt hat!
"Liverpool" war einer der Hits auf Stereo Crush und wurde nun mit zusätzlichem Beitrag von Krokus-Sänger Marc Storace eingespielt. Ein Schweizer Duett also, das wie eine Hommage an die Stadionhymnen der amerikanischen Glam-Rock-Ära in den 1980ern wirkt! Die erste Single dieses Mini-Albums hört auf den Namen "Smiling In The Pouring Rain" und entpuppt sich als gefühlvolle und nachdenkliche Ballade, die einen geschickten Bogen um die gefürchtete Schmalztopf-Falle macht und sich mit griffigem Refrain schnell ins Gedächtnis spielt. Das darauffolgende "Snafu" punktet mit simplen Versen und Strukturen und hat das Zeug, sich direkt in die Setlist der anstehenden Konzerte zu grooven. "Don't Miss The Call", ein weiterer Track mit Stadionatmosphäre bereitet den Weg für "Mayday", ein komödiantisches Rockbrett mit extraschweren Riffs und partytauglichem Refrain, zu welchem in deutlich kürzerer Version schon vor zwei Jahren ein Video ins Netz eingespeist wurde. Auf Tonträger war der Song für die Fans bislang aber nicht verfügbar.
Zum Abschluss noch die Radio-Version der Stereo-Crush-Ballade "Burning Bridges" und fertig ist der Trittstein zum nächsten Studioalbum. Mit More Stereo Crush untermauern Gotthard ihren Status als absolute Rock-Profis, die keine Sekunde lang Gefahr laufen, ihren Ruf zu gefährden, indem sie mit einer Handvoll Songs aus der zweiten Reihe noch ein paar Kröten aus den Fans quetschen wollen. Nein, dieses Mini-Album macht richtig Laune, bietet Neues und Ergänzungen mit Mehrwert und sollte schon deshalb seinen Weg in ein jedes Sammler-Regal finden.


