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Sacriversum - Before The Birth Of Light

Sacriversum - Before The Birth Of Light
Stil: Progressive Death Metal
VÖ: 08. April 2026
Zeit: 44:43
Label: Fireflash Records
Homepage: www.facebook.com/Sacriversum2023

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Die Musik der Band Sacriversum ist mir als verträumter Mix aus Death und Gothic Metal mit allerhand Keyboards und Frauengesang in Erinnerung geblieben. Ende der 1990er war ich auf die Polen aufmerksam geworden, doch reichte dieser erste Eindruck nicht aus, um mich weiterhin mit der Band zu beschäftigen. Zugegeben: Sacriversum geriet für mich in Vergessenheit. Tatsächlich war die Band dann noch bis 2005 aktiv und verschwand dann für gut 20 Jahre von der Bildfläche. Before The Birth Of Light, das nunmehr sechste Studioalbum, läutet gewissermaßen ein Comeback ein, wobei von der Besetzung des letzten Studiodrehers Sigma Draconis aus 2005 nur noch Sänger / Bassist Remo und Gitarrist MacKozer an Bord sind.

Die Truppe hat sich also neu aufgestellt und definiert sich 2026 auch ein kleines Stück weit neu. Die Musik klingt doch deutlich härter und Death-lastiger, als ich es in Erinnerung behalten habe. Der Posten einer Sängerin wurde gestrichen, aber das Keyboard blieb, liefert sphärische Klänge, mimt Piano oder Hammond-Orgel und leistet einen entscheidenden Beitrag zum Sound von Sacriversum. Der ist im Übrigen auch heute noch nicht gerade leicht zu greifen, bewegt sich irgendwo zwischen Death und Doom Metal und beinhaltet neben eingängigen und klar strukturierten Passagen auch allerhand progressive Einschübe und musikalische Experimente.

Die Highlights des neuen Albums lassen sich wohl während seiner ersten Hälfte verorten. Nach kurzem Intro macht der flott gezockte und verspielte Opener "We're Storming Through The Night" mitsamt opulenter Hammond-Orgel Laune und Lust auf mehr. Death Metal meets Deep Purple... das hat man so vermutlich auch noch nicht gehört. "Let Us Ride The Wind" baut auf dickem Groove und serviert dem Hörer während seiner zweiten Hälfte experimentelle, gotisch anmutende Klänge. Ein Link in die Vergangenheit der Band? Fast schon jazzige Piano-Passagen durchziehen "Golden Lights Of Valhalla", welches nebenbei aber auch die heftigsten Eruptionen des Albums enthält. Dagegen bleibt das teils gemächlich intonierte "March Of The Giants" mit seinen Doom-Elementen vergleichsweise simpel gestrickt und schafft es gerade deswegen in meine Favoriten-Liste auf Before The Birth Of Light. Noch mehr Doom-Feeling und orientalische Sound-Landschaften liefert der Titeltrack, ehe es im letzten Drittel der Scheibe dann zunehmend progressiver zur Sache geht, was im achtminütigen Rausschmeißer "Chief Of The Fearless" seinen Gipfel erreicht. Da sind sie schließlich auch wieder, die Hammond-Sounds!

Wenn im Promotext nun geschrieben steht, dass Before the Birth Of Light die besten Songs der Bandgeschichte enthält, so ist das womöglich mehr als eine übliche Werbe-Floskel. Das neue Material ist spannend, individuell und bietet allerhand zu entdecken. Es bleibt jedoch das Handicap eines Grenzgängers, der den einen zu hart und den anderen zu soft oder experimentell daherkommt. Aus meiner Sicht ist Before the Birth Of Light ein gelungenes Comeback, das man gerne auch öfter laufen lässt.

Dagger

4 von 6 Punkten

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