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Vicious Rumors - Razorback Killers

Vicious Rumors - Razorback Killers
Stil: US-Metal, Power Metal
VÖ: 28. März 2011
Zeit: 51:09
Label: SPV
Homepage: www.viciousrumors.com

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Manch einer braucht einen langen, langen Anlauf, Vorlauf, um letztlich zum großen Satz, Wurf anzusetzen und diesen dann mit allem Nachdruck zur Ausführung zu bringen. So war's letztes Jahr bei Accept, die in vielen Augen mit Blood Of The Nations das Album des Jahres abgeliefert haben, so ist es jüngst im Falle von King Kobra, die mit dem gleichnamigen Album einen Anwärter auf die ersten Ränge in diesem Jahr unter's Bangervolk bringen und so verhält es sich mit den US-Metal-Kings Vicious Rumors, deren neue Scheibe Razorback Killers, wie es Kollege Siebi auf den Punkt brachte, alles weg bläst. Bereits auf dem Vorgänger Warball gab es deutliche Anzeichen dafür, dass Geoff Thorpe und seine Mannen einen Weg einschlagen würden, an dessen Ende ein Resultat stehen sollte, das sowohl den Spirit, die zügellose Power der Meilensteine Digital Dictator, Soldiers Of The Night und Vicious Rumors, zusammen mit der anspruchsvollen Kompositionstechnik, der Diversität von Welcome To The Ball und Word Of Mouth zum Ausdruck, zum Ausbruch bringt als auch jedweden Ansprüchen an "modernen" Metal in punkto Aggressionslevel, Gesamtsound und Wiedererkennungswert gerecht wird. Dass Razorback Killers aber gleich solch ein Tritt in den Allerwertesten darstellt, konnte keiner ahnen!
Nach den ersten Riffs von "Murderball", das die balltechnische Tradition (Welcome To The Ball, Warball,...) im Titel fortsetzt, wird einem jedoch schnellstens klar, dass es Vicious Rumors anno 2011 ernst meinen, und so haut die Band dem Hörer erstmal eine US-Metal-Granate, wie sie atmosphärisch typischer nicht hätte ausfallen können, um die Ohren. Rasiermesserscharfe Riffs und jene überraschenden Wendungen in der Melodieführung, die einen erst "harmonisch" in Sicherheit wiegen, um dann zum dissonanten Turn anzusetzen, waren von jeher Trademarks der bereits 1979 gegründeten Combo. Ach was, sie haben diesen Stil erfunden! Mit "Black" gibt's danach einen düster-brachialen Midtempo-Bolzen, in dessen Stammbaum solche Klassiker wie "Against The Grain" oder "Dust To Dust" auftauchen, um danach den Titeltrack zu entfesseln: leck mich am A...! Orientiert an "On The Edge" (nicht nur einmal wird betont, sich "over the edge" zu befinden!) und "Don't Wait For Me" vom Vicious Rumors-Album prescht der Song unwiderstehlich nach vorn, erzeugt wohlige Anbindungspunkte in Form der Doppel-Leads und walzt alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, bar jeder Gnade nieder. Ohne Abstriche zu loben ist auch die Performance von Brian Allen (ex-Wild Dogs, ex-Last Empire), der alle Nachfolger von Carl Albert, der 1995 bekanntlich bei einem Autounfall ums Leben kam, was die stimmliche Variationsbreite und transportierte Energie anbelangt, locker in die Tasche steckt. Dieser Mann ist Metal in Reinform! Man höre sich dazu nur die Ripper-meets-Rob-Screams, das bösartige Grollen im Refrain und die Umsetzung ausgefeilter Melodyswitches in "Blood Stained Sunday" an; oder man beachte die unterschwellige Bedrohlichkeit in seiner Stimme, durchsetzt mit spitzen Schreien, im erneut mit ungekannten Wendungen gespickten, düster-zähen "Pearl Of Wisdom".
Anschließend haben Vicious Rumors ein Song-Triple auf Plastik gebannt, dessen drei Bestandteile alle das Prädikat "zukünftige Bandhymne" für sich beanspruchen können. "All I Want Is You" wartet mit einem Mörderrefrain und Hard Rock-mäßigen Gitarrenleads auf, "Axe To The Grind" kombiniert in perfekter Art und Weise NWOBHM-Anleihen und moderner gehaltene fast Post-Metal Core-lastige Strophen mit der eigenen Vergangenheit, genauer mit "Digital Dictator" oder "Hellraiser". Genial! Was für Soli! Und dann "Let The Garden Burn"! Für die Nicht-Eingeweihten: das Headbanger's Open Air hoch oben im Norden ist seit seinen Anfängen als die größte metallische Gartenparty dieses Erdballs bekannt, fand (und findet sie teilweise noch, he, he) sie doch im Schrebergarten des Veranstalters statt. Jener Song ist eine Hommage nicht nur an jenes Festival, sondern an alle, die dem Metal in seiner ursprünglichen Form, roh, kompromisslos, rebellisch-melodisch und mit Passion und Hingabe gespielt, über die Jahrzehnte die Stange gehalten haben. Schon jetzt ein Klassiker.
Doch damit nicht genug. Mit "Right For Devastation" findet sich ein echter, britisch angehauchter Galopper auf der Scheibe, der phasenweise zum Sprint übergeht und in dem fast nebenbei Larry Howe unter Beweis stellt, was für ein herausragender Metal-Drummer er doch ist und schon immer war. Den Abschluss macht der Siebenminüter "Deal With The Devil", in dem einem kompakt vorgeführt wird, dass Razorback Killers schlicht und einfach eine Überplatte geworden ist. Schauer über Schauer läuft einem angesichts der zweistimmigen Leads und des dramatischen Arrangements über den Rücken und so heißt die einzige Anweisung, die nach dem Hörgenuss vor dem inneren Auge erscheint: "Drücken Sie die Repeat-Taste." Da hauen wir doch mal zum Ende eine Plattitüde raus und stellen mit Nachdruck fest: Heavy Metal is the LAW! Die neue Vicious Rumors bläst alles weg!

Fuxx

6 von 6 Punkten

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