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Sodom - In War And Pieces

Sodom - In War And Pieces
Stil: Thrash Metal
VÖ: 22. November 2010
Zeit: 47:31
Label: SPV
Homepage: www.sodomized.info

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Manch jüngere, zeitgenössische hartmetallische Combo versucht sich im Zeichen der Mimesis der glorreichen 80er heutzutage an einer Reproduktion des Spirits jener Tage mittels gewollt knarziger, oft schwammiger Gitarrensounds und rumpelnden Schlagzeugspuren - in neun von zehn Fällen ohne Erfolg. Tom Angelripper, Konrad "Bobby" Schottkowski und Bernemann, allseits bekannt und beliebt unter dem Namen Sodom, gehen mit ihrem neuen Machwerk In War And Pieces den umgekehrten Weg und präsentieren uns eine blitzsaubere Produktion, die aus den Lautsprechern geradezu explodiert, so dass einem Hören und Sehen vergeht. Verantwortlich dafür ist zu einem großen Teil die erstmalige Zusammenarbeit mit Produzent Waldemar Sorychta, der verquererweise wie die Band angestammter Ruhrpottler (aus Bochum) ist, aber bis dato noch bei keiner Sodom-Scheibe die Finger im Spiel hatte. Ein weiterer, noch ausschlaggebenderer Faktor, dass In War And Pieces eines der Highlights der zweiten Jahreshälfte 2010 geworden ist, ist das Songmaterial selbst.
Mit dem alles überrollenden Titelsong, der wie ein Bastard aus Slayers "South Of Heaven" und "Disciple" beziehungsweise "Napalm In The Morning" (M-16, 2001) aus dem eigenen Hause daherkommt, wird ein extrem fieses, bissig-räudiges Album eingeläutet, das einerseits durch seine Kompaktheit (auch hier tut der Sound sein Übriges) und andererseits auch durch wohl temperierte Abwechslungen jedem Jünger sodomischen Glaubens die Freudentränen in die Augen treiben wird. Denn gleich an zweiter Position platzieren Angelripper und Co. einen Uptempo-Thrashbolzen im "Agent Orange"-Stil: "Hellfire", das zudem durch einen östlich angepuderten Mittelpart zu gefallen weiß. "Toxic Veins" beginnt danach zwar zunächst vergleichsweise gemächlich mit einfallsreichen Gitarren-Leads, entwickelt sich aber zügig zum unaufhörlich nach vorn preschenden Nackenbrecher (der Ausdruck ist hier mal wirklich angebracht) mit Shout-Refrain und einigen Bay-Area-Querverweisen in Richtung frühe Exodus. Ganz starke Nummer!
Ein Album voller Höhepunkte: klassischer, durchaus eingängiger Teutonenthrash wie "Nothing Counts More Than Blood" oder der "Bombenhagel"-Abkömmling "Knarrenheinz" geben sich die Klinke in die Hand mit Planierraupen wie "God Bless You" oder "Soul Contraband" (in dem zusätzlich gar Blastbeats und Growls eingestreut wurden). Äußerst derbe geben sich die Herren in "Feigned Death Throes", das in Passagen an "Outbreak Of Evil"-Zeiten erinnert und mit "The Art Of Poetry" ist Sodom vielleicht sogar ein zukünftiger Bandklassiker gelungen. Lediglich der Schlussakkord misslingt mit "Styptic Parasite" ein wenig, der sich zwar rifftechnisch-experimentell, dafür aber gegenüber allen anderen Songs auf In War And Pieces auch zahnlos zeigt.
Das reicht aber dennoch zur Höchstnote, denn DIE Institution des Thrash deutscher Machart liefert uns hier ein von vorne bis (fast) hinten ausgewogenes und dabei kontinuierlich energiegeladenes Album, das zudem durch diverse, zunächst nicht auffallende "Filigranitäten" die Eigenschaft besitzt, bei jedem Hördurchlauf zu wachsen. Die Erstausgabe gibt's darüber hinaus als Limited Digipack Edition mit der Bonus-CD Live In Wacken 2007. Außerdem: endgeiles, alles, was Sodom ausmacht, vermittelndes Cover Artwork. Unbedingt kaufen!!!

Fuxx

6 von 6 Punkten

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