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Research Turtles - Research Turtles

Research Turtles - Research Turtles
Stil: Pop-Rock/College Rock
VÖ: 14. August 2009
Zeit: 46:49
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.researchturtles.com

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Na da hat sich ja mal jemand Mühe gegeben bei der Namensfindung. Denn im Wes Anderson-Film The Life Aquatic With Steve Zissou (deutscher Titel: Die Tiefseetaucher; in den Hauptrollen Bill Murray, Owen Wilson und Jeff Goldblum) kommt die Textpassage "they made soup out of my research turtles" vor. Und das nahmen sich die aus Lake Charles, Louisiana stammenden Geschwister Jud (Vocals, Bass) und Joe (Gitarre, Vocals) Norman, Logan Fontenot (Lead Gitarre) und Blake Thibodeaux (Drums & Percussion) zu Herzen und kreierten daraus ihren Bandnamen: Research Turtles.

Nach zwei EPs liegt nun das gleichnamige Debütalbum vor, welches nun in Eigenregie vertrieben wird. Auf den insgesamt elf Songs liefert das Quartett eine locker-fluffige Mischung aus College Rock (wie z.B. Sum 41, Weezer und Wheatus), Britpop (a la Placebo, Coldplay, Blur), Rock aus den 1960er Jahren und sehr viel Beatles. Die Songs gehen ganz gut ins Ohr und sind durch die Bank mit vielen Harmonien angelegt. Da gibt es z.B. den luftigen Opener "Let's Get Carried Away" oder das mit dezenten Punkanklängen untermalte "Damn". Dazu im Gegensatz steht das rock'n'rollige "Mission" (klasse Ohrwurm!) oder die Halbballade "Kiss Her Goodbye". Mit treibender Gitarren- und Schlagzeugarbeit überzeugt der Uptempo-Song "Cement Floor", während bei dem schwermütigen und psychedelischen "The Riff Song" Led Zeppelin durchschimmert. "Tomorrow" wandelt auf leichtfüßigen Pop-Pfaden, "Into A Hole" hingegen setzt auf mehr Dynamik und lädt zum Mitschunkeln ein. Mit einem etwas schrägen Arrangement will "A Feeling" erst gar nicht so recht überzeugen, tut es dann aber nach mehrmaligem Hören aber doch, sehr abwechslungsreiches Lied. "925" ist recht simpel arrangiert, doch der Song rockt wie Sau und gehört ganz klar zu meinen Favoriten. Einfach nur nach vorne, ja so einfach kann Musik funktionieren. Mit schweren Riffs beginnt "Break My Fall", danach wird die Stimmung etwas getragener um im Refrain dann doch wieder etwas mehr zu explodieren, aber das Finale Furioso haben sich Jungs für den Solopart aufgehoben. Sehr coole Sache! Guter Ausklang, wobei das nur halb stimmt, denn nach einigen Minuten Pause macht ein Akustik-Stück dann endgültig Schicht im Schacht. Dabei ist anzumerken, dass die vier US-Amerikaner auch tolle Balladen schreiben können.

Research Turtle haben sich also nicht nur beim Bandnamen Mühe gegeben, sondern auch bei der Musik. Es ist ganz klar herauszuhören in welchen Genres sie sich wohl fühlen und da kann es schon auch mal passieren, dass Bands zitiert werden. Doch so lange sie das so gut machen wie bei den gehörten Songs, lässt sich darüber auch hinwegsehen. Die Songs sind ohne großartigen Firlefanz komponiert und konsequenterweise sehr organisch produziert. Pluspunkte gibt es auf jeden Fall für die effektive Umsetzung der Songideen, die angenehme klare Leadstimme und für den tollen mehrstimmigen Gesang. Research Turtle hätten auch auf dem Soundtrack von Radio Rock Revolution stattfinden können, aber erstens kann man nicht alles haben und zweitens wäre es schon mal eine super Sache überhaupt mehr von ihnen zu hören. Weiter so!

Andi

4 von 6 Punkten

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