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Minotaur - God May Show You Mercy... We Will Not

Minotaur - God May Show You Mercy... We Will Not
Stil: Thrash
VÖ: 03. April 2009
Zeit: 38:36
Label: I Hate Records
Homepage: www.minotaur-thrashers.de
MySpace: www.myspace.com/minotaurthrashers

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Theseus hat ihn doch nicht erschlagen! Der Minotaur, Sohn von Königin Pasiphae und König Minos von Kreta, meldet sich anno 2009 zurück - oder zumindest seine legitimen Thrash Metal-Erben, die neben Destruction, Sodom, Kreator oder Assassin zu den Gründungsvätern des unverwechselbaren deutschen Thrash-Sounds der 80er zu zählen sind. Und versprochen: an Aggressivität, Biss und Bloodlust hat der Stiermensch auch 21 Jahre nach dem Erscheinen des Full-Length-Debuts Power Of Darkness (Wohl dem, der sich Besitzer der 86er Demos The Oath Of Blood und The Slaughter Continues nennen kann!) nicht verloren. Andy Richwien klingt immer noch, als ob King Diamonds Grandma höchstselbst aus ihrem Grab auferstanden wäre und bei Enthroneds Nornagest Gesangsstunden "genießen" durfte und bolzt eine High-Speed-Riff-Attacke nach der anderen dem andächtigen Hörer ins Gehirn - angetrieben von der erbarmungslosen Rhythmussektion, bestehend aus den Szene-Urgesteinen Alfred Diehl am Bass und Jörg Bock hinter den Kesseln. God May Show You Mercy... We Will Not: Titel = Programm!
Der Minotaur hetzt seine (eigentlich willigen) Opfer von Anfang an in Form von "Armagiddo" und "Rather Die", das bisweilen durch pechschwarze Gefilde rumpelt, ohne Unterhalt durch den imaginären Irrgarten und bietet im 4/4-Whiplash-Takt gehaltenen "Full Speed Ahead" Old School-Knüppeleien in Reinform. Will man heutzutage vom (eigentlich frei erfundenen, denn ausgestorben war diese spezielle Art Frustration und Wut zu bündeln und der Mitwelt ins Gesicht zu schleudern auch die letzten 15 Jahre nicht) Thrash-Revival sprechen, so darf neben den sicher starken Outputs von Warbringer, Violator, Evile und Konsorten God May Show You Mercy... We Will Not keinesfalls fehlen. Der Anfang von "Princess Of Hell" ist allerdings 1:1 "Harvester Of Sorrow" - soviel Kritik muss erlaubt sein.
"Cannonballfire" hält tempomäßig, was der Titel verspricht und erinnert nicht nur durch die Namensaffinität an Sodoms 2001-Scheibe M-16. Damals "Cannonfodder" heute das Feuerchen dazu. Im anschließenden "Soulless" gibt es ein kurzes Kerry King zu Ehren-Solo, bevor das teutonische Fabelwesen in "Damager" weiter in angelripperschen Fußstapfen wandelt - selbstredend ohne Ermüdungserscheinungen, die sich im Nachlassen an Grundgeschwindigkeit bemerkbar machen könnten. Letzteres gilt im selben Maße für die folgende Kriegserklärung "It's War". An dieser Stelle angelangt, sei ein Lob an die Adresse Joszi Sorokowskis - 1986 wie 2009 der Hausproduzent von Minotaur - auszusprechen, dem es (in nur 14 Tagen Studiozeit) gelang, den rohen Sound der 80er ins neue Jahrtausend hinüberzuretten, ohne dass die Scheibe gegenüber heutigen ach so fetten Hochglanzproduktionen in punkto transportierter Power klein bei geben müsste.
So nachzuhören in der groovigen Dampfwalze "Into Oblivion" (auch hier darf der obligatorische Hochgeschwindigkeitspart nicht fehlen) und in den "Tales Of Terror", die zuerst mit einem Akustik-Intro einzulullen scheinen, jedoch nur um nach ca. einer Minute in aller Härte zuzuschlagen. Am Ende zeigt sich der Minotaur noch einmal ganz von seiner tierischen Seite, keift "I got pictures of naked ladies, lying on my bed" und gibt jedem, der es noch nicht weiß, ein inbrünstiges "F**k Like A Beast", das selbst beim gesetzlosen Urheber (oder zumindest Chris Holmes!!) Anklang finden könnte, mit auf den Weg.
Mancher mag hier gewiss Eintönigkeit anmahnen, wer jedoch auf der Suche nach einem Thrash-Album ist, das konstant nach vorne marschiert, auf dem keine Kompromisse in Form irgendwelcher Soundspielereien gemacht werden und das glorreich die Dekade, in der der Metal seinen Ursprung hat, aufleben lässt, dem sei God May Show You Mercy... We Will Not dringlichst zu empfehlen. Am 4. April 2010 macht die Combo auf dem Raging Death Festival Neustadt a.d. Orla unsicher - half man, half beast soviel ist sicher.

Fuxx

6 von 6 Punkten

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