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Tempesta - The Other Side

Tempesta - The Other Side
Stil: Heavy Metal
VÖ: 04. September 2009
Zeit: 47:30
Label: Fastball Music
Homepage: www.tempesta.ch
MySpace: www.myspace.com/tempestasworld13

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Nein, Tempesta, das ist nicht etwa die Solokapelle des wohl in bürgerlichen Breitengraden bestbekannten Haarspray-Sängers der 80er (woasd scho, Europa und so), sondern viel mehr eine Kombo aus der Schweiz, die auf ihrem mittlerweile dritten Album in eine gänzlich andere Kerbe schlagen als die sattsam geläufigen Landsleute Krokus, Gotthard und andere. Tempesta machen astreinen Hard Rock mit ganz massiver Country- und Southern-Schlagseite - schon zu sehen an frohen Songtiteln wie "Nashville" und "Hicktown". Nicht Nomen, sondern Produzent ist hier Omen: Al Sutton, der Mann hinter den Reglern, stand schon bei Acts wie Kid Rock und Sheryl Crow in Diensten, und wenn man da noch die üblichen Verdächtigen Lynyrd Skynyrd und Molly Hatchet hinzunimmt, hat man einen recht guten Eindruck von der Mischung aus Bohnen und Speck, die diese Cowboys aus dem Alpenländle aufkochen.

Auf Nummern wie "The Other Side" und "Talk Of The Town" regiert der coole Groove und eine Slide Guitar, die man im Alligator Country nicht besser schwingen könnte. "Jack" würde einem Kid Rock bestens zu Gesicht stehen, und das schon erwähnte "Nashville" macht gehörige Lust, doch mal die Country-Alben in Vadders Vitrine durchzufleddern. Das ist so in etwa das, was Volbeat auf metallisch mit Johnny Cash gemacht haben - verrockter Country in bester Manier. Aber die Sternstunden der Kollegen hier schlagen in den ruhigeren Momenten: die gefühlvollen Balladen ("The Way It Is", "Lose You Once More", "No Matter What They Say" oder das wunderbare Duett "I'm Sorry") zeigen eine songwriterische Klasse, die die Einflüsse (bei denen die Balladen ja oft in kitschigem Selbstmitleid absaufen) weit hinter sich lassen. Absolute Klasse, diese Stücke. Die Qualität spiegelt sich in der Produktion: teilweise nahm man sogar vor Ort in Nashville auf, was für den Spirit offensichtlich zuträglich war.

Also, was sagen wir da, der wilde Westen fängt eben doch nicht gleich hinter Hamburg an, sondern in Wollerau, Schweiz. Großes Kino!

0 KommentareHolgi

6 von 6 Punkten

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