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Suicide - The World Demise

Suicide - The World Demise
Stil: Thrash Metal
VÖ: 29. Juni 2007
Zeit: 52:08
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.suicide.co.at

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Death - Thrash - Dark - Melodic Metal??
Na, wenn das mal nicht überladen klingt...
So zumindest waren meine Gedankengänge beim ersten Kontakt mit Suicide über deren Website, denn meistens wirken die Produkte von Bands, die so viel Stilrichtungen zu mischen versuchen, bestenfalls halbgar.
Aber ok, was andere falsch machen, muss ja hier nicht unbedingt danebengehen, also versuche ich mal, meine Vorurteile in den Griff zu bekommen und einigermaßen neutral an die Scheibe heranzugehen.
Der Albumtitel The World Demise lässt einen ja unwillkürlich an Obituary denken und wenn auch noch Death Metal in der Beschreibung vorkommt, erweckt das natürlich Erwartungen hinsichtlich des Stils, der hier dargeboten wird. Doch falscher könnte man kaum liegen...
Nach einem kurzen atmosphärischen Intro (gibt's eigentlich noch Scheiben ohne Intro??), das in eine Klavierpassage übergeht, fängt mit "Regret" dann auch das eigentliche Album an. Und was einem da entgegenschallt, klingt durchaus gefällig! Melodisch, sowohl mit Death- als auch Dark- und Heavy Metal durchsetzt, dramatisch und doch knackig, das hat Stil und Potenzial.
Death Metal-Parts der melodischen Art (bei den Gitarrenläufen kommen mir unwillkürlich ältere Amon Amarth in den Sinn) wechseln sich mit richtig zapfigen Thrash-Passagen (z. B. bei "Faith In Lies") ab, welche wiederum in etwas düstere (nennen wir es wirklich mal Dark Metal) Gefilde absinken, um dann plötzlich in melodischem Heavy Metal wieder aufzuerstehen. Das ist abwechslungsreich, ohne bemüht zu wirken.
Schönes Beispiel ist der Titeltrack (für mich eh der Anspieltipp schlechthin): Beginnt er mit einem Part, der direkt von einem Nightwish-Stück stammen könnte, geht er dann in einen Stil über, der im Prinzip nur einem Namen zulässt: "Lake Of Tears" (auch eine Leistung des zweiten Sängers, der diesen Vergleich mit seiner heiseren Stimme geradezu erzwingt).
Doch, so macht Musik Spaß, das ist vor allem mal was Eigenständiges.
Die Stimme des Sängers bewegt sich in einem Raum zwischen Death-Growls und Thrash-Gebell, ohne das jeweilige Extrem wirklich zu erreichen. Der Bass ist zweckmäßig eingesetzt, aber die wahren Stars der Band sind die Gitarren: Ständig präsent, ohne aufdringlich zu wirken, problemlos zwischen melodischen Läufen und thrashigen Riffs wechselnd, das ist großes Tennis!
Das Keyboard-Spiel schwankt leider etwas zwischen "grandios und atmosphärisch" und "Bontempi-Geklimper", aber zum Glück sind die etwas mittelprächtigeren Momente doch nicht zu häufig. Und das Schlagzeug stört mich eigentlich nur an einer Stelle: Die Snare klingt für diese Art Musik ein wenig zu scheppernd. Bei einer reinen Thrash-CD hätte ich damit kein Problem, hier allerdings sollte sie etwas voller rüberkommen.
Die Produktion klingt blitzsauber, die Instrumente sind alle klar und deutlich zu vernehmen. Und eine besondere Erwähnung verdient die Ausstattung: Nicht nur über 50 Minuten gute Musik findet der Käufer hier, nein, auch noch vier Videos sind mit auf die CD gepresst, ganz zu schweigen vom üppigen Infomaterial. Das macht dieses selbstproduzierte Debütalbum noch mal sympathischer, man merkt die Liebe zum Detail. Da können sich etablierte Bands durchaus das ein oder andere Scheibchen von abschneiden.
Der Stilwechsel zwischen deftigen und getrageneren Stücken gelingt auch meist einwandfrei, wenn mir persönlich auch die etwas gediegeneren Nummern ("Regret", "Forevermore", "The World Demise", "No Return") etwas besser gefallen.
Einzig den Bonustrack hätte man sich vielleicht sparen können, er fällt gegenüber dem Rest der Scheibe qualitativ doch ab (wahrscheinlich, weil es eine Coverversion ist, man merkt den anderen Stil des Stücks doch deutlich).
Kommen wir also zum abschließenden Urteil: Wenn ich die oben angemeckerten Kleinigkeiten mit zusammen einem Punkt Abzug anrechne, kommen wir immer noch auf fünf dicke Punkte, die sich die Jungs redlich verdient haben.

Hannes

5 von 6 Punkten

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