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Akercocke - Antichrist

Akercocke - Antichrist
Stil: Progressive Black Death Metal
VÖ: 28. Mai 2007
Zeit: 41:10
Label: Earache
Homepage: www.akercocke.com
MySpace: www.myspace.com/akercocke

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Um Akercocke gab es in den letzten Wochen ein bisschen Wirbel, da die Jungs gerade nichts Besseres zu tun hatten, als sich in einer billigen englischen Talkshow zum Thema Satanismus mit ein paar lokalen Kirchenanhängern auseinanderzusetzen. Damit das dann auch noch der Letzte mitbekommt, wurde der Beitrag auch gleich auf Akercockes MySpace-Seite veröffentlicht. Ein gutes oder gar vernünftiges Bild gibt dort allerdings keine der anwesenden Parteien ab. Ziemlich lächerlich die ganze Aktion! Auf jeden Fall hat es dafür gereicht, dass sich mehrere konservative Grüppchen zu Protestaktionen gegen Akercocke-Konzerte haben anstiften lassen. Also Werbeaktion gelungen! Nachdem ich der Meinung bin, dass man böse und harte Musik auch machen kann, ohne jede zweite Kirche anzuzünden, werde ich mich aus dem Thema mal fein raushalten und mich um die Musik auf Antichrist kümmern.

Versprochen wird atmosphärischer Prog-Rock, Avantgarde und Black Metal. Für Black-Metal-Fans mag das im Großen und Ganzen auch stimmen, der Prog-Rocker dagegen wird wohl eher verzweifelt vor seinem CD-Player sitzen und sich fragen, wieso die denn soviel Krach machen. Aber lasst uns am Anfang beginnen. Mit "Summon The Antichrist" ist den kleinen Teufelsanbetern im Frack wirklich ein ziemlich böses Stück Musik gelungen, welches seinen Zweck durchaus erfüllt. Die heftigen Blastbeats und Grind-Attacken lassen auch schon mal den ein oder anderen Blutstropfen aus den Boxen kullern. Auch der zweite Song "Axiom" weiß durchaus zu begeistern, hab ich doch selten so feine Akustikgitarrenarbeit gepaart mit nettem Grinddrumming gehört. Etwas gewöhnungsbedürftig ist jedoch der Gesang, der in diesem Song so verdammt nach Faith No More klingt, dass man das unterirdische Gegrunze des ersten Songs fast wieder vergisst.

Prima Platte bis jetzt, dafür geht's aber mit dem nun folgenden "The Promise", welches eigentlich nur als Soundcollage für eine Flasche Rotwein sinnvoll dienen könnte, ziemlich schnell abwärts. Irgendwie kommt es einem so vor, als hätte der Gehörnte nach den ersten beiden Songs seine Schützlinge verlassen, um sich ein neues Betätigungsfeld zu suchen. Zwar werden weiterhin komplexe Songstrukturen geboten und auch technisch ist die Truppe absolut auf der Höhe, aber so richtig zünden will keiner der übrigen Songs mehr. Allein die immer wieder auftauchenden Black- und Death-Stellen holen einen aus der beginnenden Lethargie zurück. "Distant Fires Reflect In The Eyes Of Satan" klingt so gar nicht wie sein Titel. Stattdessen wurde ein bisschen belangloses Getrommel, untermalt von einem Didgeridoo, auf die Platte gepresst. Mit "The Dark Inside" kommt nochmal ein Song, der durch seine bluesigen Zwischenspiele und Blastbeats halbwegs an die beiden Opener anknüpfen kann, diese aber leider nicht erreicht. Den Abschuss bildet aber das finale, schmalzige Liebeslied "Epode", das noch irgendwie auf die Scheibe gerutscht ist. Leider geht's hier nicht um hübsche Mädels in Miniröcken, sondern - klar - wieder um den Beelzebub höchst persönlich.

Ein ziemlich sperriges Teil haben mir Akercocke hier zum Fraß vorgeworfen. Im Endeffekt handelt es sich hier um Musik für den musisch ausgebildeten Black Metaller und seine Freundin. Für Grindcore ist das Ganze über weite Strecken viel zu seicht. Wer auf technischen Death Metal steht, greift lieber zu Opeth. Die atmosphärischen und melodischen Teile der Platte können sich lange nicht mit dem, was Therion oder My Dying Bride auf dem Sektor vermögen, messen und für Prog Rocker ist das Ganze wie gesagt viel zu hart und zu laut. Ziemlich kleine Zielgruppe also und auch ich bleibe verwirrt und mit gespaltenen Gefühlen zurück.

Sebbes

3 von 6 Punkten

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