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Saga - Worlds Apart Revisited (2-CD)

Saga - Worlds Apart Revisited (2-CD)
Stil: Progressive Melodic Rock
VÖ: 20. April 2007
Zeit: CD1 45:30 - CD2 48:50
Label: Inside Out
Homepage: www.sagaontour.ca
MySpace: www.myspace.com/sagaca

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Saga und wir (oder vielleicht nur ich), das war immer ein schwieriges Kapitel. Irgendwann Anfang der 80er war diese Formation aus Kanada auf einmal vor allem in Deutschland schwer angesagt, nicht zuletzt bei gewissen Damen, die in der Schule durchaus zu den interessanteren gehörten. Da richtiger Metal da natürlich verpönt war, nahm man das gerne als kleinsten gemeinsamen Nenner - denn immerhin war Saga auch mit Gitarren und so, besser als die Erzfeinde Depeche Mode also. Auch auf diversen Coverbandabenden - die Highlights des kulturellen Lebens in der Provinz - gehörten Gassenhauer wie der "Humble Stance" zum festen Repertoire, also versuchte man ziemlich intensiv, diese Band gut zu finden. Objekt der Begierde war dabei das 1981er-Werk Worlds Apart, das die kreative und kommerzielle Sternstunde der Kanadier darstellte. Da fanden sich Stücke wie "On The Loose", das recht gut war, und "Wind Him Up", das sogar sehr gut war - aber die anderen Dinger wollten nie so recht zünden. Also mühte man sich, ohne je einen rechten Zugang zu diesen Prog Rock-light-Stücken finden. Immerhin wussten wir ja genau, dass Gitarren nur richtig sind, wenn sie wie bei Dave Murray und Adrian Smith klingen. Und was passierte dann? Nun, nach der eher enttäuschenden Heads Or Tails (1983), die immerhin noch den Hit "The Flyer" abwarf, schoben Saga dann 1985 noch Behaviour nach, und dann war für lange Jahre Schluss. Man irrte umher und fand sich dann 1999 wieder, um Full Circle einzuspielen.
Nach House Of Cards (2000) folgte 2004 Network, und auf dieser Tour hatten Saga dann die Idee, doch einfach in die Live-Setlist eine komplette Version ihres unsterblichen Klassikers einzubauen. Ging ja auch schon für Dio (Holy Diver) recht gut auf - kein schlechter Einfall. Und damit das Ganze auch für die Nachwelt erhalten bleibt, wurde der Gig in Pratteln mitgeschnitten. Somit haben wir nun die Chance, aus der zeitlichen Distanz die Klänge von damals nochmals zu begutachten.

Nach den ersten paar Songs, die sich aus Material des aktuellen Albums speist, wird schon deutlich, dass Saga durchaus noch musikalische Klasse und Spielfreude haben. Auch Sänger, Keyboarder und Bandkopf Michael Sadler bringt seine ja nicht immer einfachen Parts durchaus überzeugend rüber. So richtig zur Sache geht es allerdings erst, als mit dem siebten Song dann der Worlds Apart-Reigen eingeläutet wird. Und siehe da, Stücke wie "On The Loose", "Wind Him Up", "Amnesia", "Time's Up" und andere können auf ganzer Linie gefallen. Der melodische Art Rock, der oft durch Keyboard-Läufe dominiert wird, eröffnet Qualitäten, die einem jugendlichen Kopfschüttler einigermaßen verschlossen bleiben mussten. Auch andere Reißer wie eben der "Humble Stance" oder auch "How Long" machen bei frischer Betrachtung sehr viel Freude, offensichtlich auch dem Publikum in Pratteln, das die Kanadier fröhlich abfeiert. Aber auch heute ist nach wie vor zu konstatieren, dass jenseits der Hits und des Materials von Worlds Apart auch viele ödere Nummern vorhanden sind, denen einfach der Biss fehlt - so etwa der Opener "The Pitchman" oder das immer noch nervige "Ice Nice".

Also: die Dinge, die seinerzeit schon gut waren, sind aus heutiger Sicht hervorragend, die schlechteren Elemente haben sich nicht sonderlich verbessert. Für Saga-Freunde und Anhänger der gepflegten rockigen Klänge lohnt sich das Teil aber allemal. Zur Wahl stehen drei Versionen: die hier vorliegenden Doppel-CD, dann noch eine DVD-Ausgabe mit reichlich Dokus und Bonus-Material, und für Hardcore-Fans noch eine Limited Edition mit aufwändigem Booklet. Tja, da fällt es schwer, sich zu entscheiden!
Übrigens: was ist eigentlich aus den oben genannten Damen geworden, mag man fragen. Die hatten damals natürlich trotz Saga keinerlei Interesse an uns - aber heute sind sie entweder fett oder geschieden. Und wir? Sexy motherfuckers, die auf Parties glatt als Praktikanten durchgehen. Das nennt man wohl die späte Rache.

Holgi

5 von 6 Punkten

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