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Morgana Lefay - Grand Materia

Morgana Lefay - Grand Materia
Stil: Power Metal
VÖ: 02. Mai 2005
Zeit: 59:40
Label: Black Mark
Homepage: www.morganalefay.se

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Wer hätte das gedacht? Nach langem Streit mit dem alten Label, dem Verlust der Morgana und einem wenig überzeugendem Vorgängeralbum wird nun wieder richtig gerockt in Böllnäs. Die einzig wahren Morgana Lefay sind zurück, haben sich mit ihrem neuen alten Label versöhnt und hauen wieder mächtig auf den Putz. Das Gerüst für das Comeback bildet die ebenso faszinierende wie geheimnisvolle Geschichte des französischen Alchemisten Nicholas Flamel, der den Stein der Weisen und damit das Geheimnis des ewigen Lebens gefunden haben soll. Hier sei auch gleich das sehr liebevoll aufgemachte Booklet erwähnt, welches die Songtexte in die Erzählungen des Alchimisten integriert. Entgegen anderen Konzeptalben wird hier auch der Geschichte im Hintergrund die nötige Aufmerksamkeit gewidmet.

Apropos andere Konzeptalben: Auch hier gehen die verrückten Schweden ihren eigenen Weg. Wo anderswo durch die facettenreiche und ausufernde Erzählung der epischen Geschichten die einzelnen Songs im Gesamtwerk verschwinden, legen die Schweden mehr Augenmerk auf das einzelne Lied. So funktioniert jeder der zwölf Tracks auch einzeln und ist nicht vom Gesamtkonzept abhängig. Dass dies vor allem live ein Vorteil ist, hat die vergangene Tour bewiesen. Die Songs an sich klingen immer noch - oder besser wieder - voll und ganz nach Morgana Lefay. Geradliniger, druckvoller Power Metal mit einer gehörigen Thrashschlagseite, fesselnden Melodiebögen und der unverkennbaren Reibeisenstimme von Sangesgott Charles Rytkönen. Der Gesamtsound hat im Vergleich zu den alten Meisterwerken ebenfalls eine Frischzellenkur verpasst bekommen. So gesellen sich zu den bekannten Trademarks einige fiese Stakkatoriffs und treibende, zweistimmige Leads des Gitarrenduos Erikkson/Grehn. Mit Bassist Fredrik Lundberg (Divine Sin) hat sich zudem ein zweiter Sänger in die Band geschmuggelt, der den Songs die düsteren Momente verpasst. Dies gelingt vor allem im wahrscheinlich modernsten Stück, das die Band jemals geschrieben hat. "I Roam" kombiniert Elemente des modernen Melodic Death mit Charles' markanter Stimme sowie den Background-Vocals von Fredrik und dürfte neben "To Isengart" der Live Knaller schlechthin werden. Auch der Stampfer "Hollow" wird wohl zum künftigen Bühnenprogramm der Böllnäser zählen. Aber genug der Lobhudelei für einzelne Tracks, schließlich überzeugt hier jedes Lied auf ganzer Linie und zeigt Morgana Lefay so wie wir sie kennen und lieben: kraftvoll, dynamisch, genial.

Dass diese Band noch immer nicht den großen Durchbruch hatte, ist mir schleierhaft. Kaum eine andere Truppe hat über die Jahre solch qualitativ hochwertige Musik und solch eine Vielzahl an zeitlosen Klassikern abgeliefert. Mit Grand Materia sind die sympathischen Jungs nun endlich im neuen Jahrtausend angekommen und zeigen so manch anderer eingesessener Combo, wo der Hammer hängt. Neben dem Referenzwerk Maleficium braucht sich Grand Materia jedenfalls nicht verstecken. Stattdessen werden sich diese beiden Alben diesen Platz künftig teilen müssen.

JR

6 von 6 Punkten

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