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Nocte Obducta - Nektar Teil 2: Seen, Flüsse, Tagebücher

Nocte Obducta - Nektar Teil 2: Seen, Flüsse, Tagebücher
Stil: Avantgarde Black Metal
VÖ: 25. April 2005
Zeit: 53:25
Label: Supreme Chaos Records
Homepage: www.nocte-obducta.de

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Knapp ein Jahr ist es her, da haben uns Nocte Obducta dem ersten Teil der Nektar-Reihe beglückt. Nun ist es endlich soweit, Teil 2: Seen, Flüsse, Tagebücher (und zugleich das siebte reguläre Album der Deutschen) steht in den Regalen der lokalen CD-Dealer und wartet darauf, von euch gekauft zu werden.

Nocte Obducta schaffen auf Nektar Teil 2, was nur wenigen Blackies gelingen mag: sie fesseln den Hörer von Anfang bis zum Ende der mit 53 Minuten Spielzeit gesegneten Scheibe zu jeder Sekunde und doch erscheint das Album äußerst kurzweilig. Nocte Obducta dabei in eine der beliebten Schubladen zu stecken, ist schier unmöglich, zu breit gefächert ist die Stilvielfalt, die hier an den Tag gelegt wird. Wobei avantgardistischer Black Metal der Sache recht nahe kommt, ihr aber nicht ganz gerecht wird.

Erscheint der Opener "Anis (Desihras Tagebuch - Kapitel I)" beim ersten Durchlauf noch etwas sperrig aufgrund der zahlreichen Tempowechsel, entfaltet er nach mehrmaligem Hören seine wahre Klasse. Mit einem verträumten Intro beginnend geht er abrupt in halsbrecherisches Black Metal Geknüppel über um dann wieder dezent melancholisch den Hörer in seinen Bann zu ziehen. Klasse! Doch das war nur ein kleiner Vorgeschmack auf den Genuss, der den Hörer beim zweiten Song "Und Pan Spielt Die Flöte (Desihras Tagebuch - Kapitel II)" erwartet. Eine süße Melodie wiegt uns anfänglich in Sicherheit bevor das Blastgewitter über einen hereinbricht. Nocte Obducta nehmen den Hörer mit auf eine fast 16-minütige Reise durch seine eigene Seelenlandschaft, über eine Achterbahn der Gefühle.

Die Vocals von Torsten Hirsch und Marcel Breuer schreien mal Hasserfüllt, mal melancholisch und zu jeder Zeit verzweifelt, dass man gar nicht anders kann, als die Augen zu schließen und sich einfach mitreißen zu lassen in eine Welt aus Einsamkeit, Angst, Hass, Verzweiflung und Verlorenheit. Man sieht sich selbst davon treiben auf melodischen schwarzen Schwingen, unaufhaltsam tief hinab in die Dunkelheit, immer tiefer in das eigene Ich bevor man von den kalten Gitarren wieder zurück an die Oberfläche katapultiert wird. Dieser Song berührt und hat einfach Weltklasse-Format!

Dass Nocte Obducta aber auch anders können, zeigt der nur knapp 3-minütige Hassbatzen "Es fließe Blut" der prägnant heruntergeknüppelt wird, ohne sich in blinde Raserei zu verheddern. Dafür sorgt allein schon der kurze, langsame Mittelteil, den man getrost als kurze Verschnaufpause vor dem zweiten Teil des Infernos deuten kann. Das darauf folgende "Nektar" dagegen kommt in fast schon doomigen Tempo über die Membranen gekrochen und kommt in der ersten Hälfte des Songs fast ohne verzerrte Gitarren aus ohne an Kraft zu verlieren. Ganz im Gegenteil, der Song schraubt sich selbst langsam in die Höhe und gewinnt dabei aber nur unwesentlich an Tempo.

Unnötig zu erwähnen, dass NO auch diesmal mit ihren deutschen Texten eine Ausnahmestellung im Musik-Biz einnehmen. Wieder einmal ist es gelungen, tiefsinnige Texte zu erschaffen, die zu keiner Zeit platt oder gar lächerlich wirken (wie dies bei vielen Texten in unserer Sprache leider oft der Fall ist) oder gar zu hochtrabend abstrakt den Hörer überfordern. Dieses Album kann ich, nein, MUSS ich jedem empfehlen, der auf mitreißenden Black Metal steht!

Ray

6 von 6 Punkten

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