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Let Us Prey - Virtues Of The Vicious

Let Us Prey - Virtues Of The Vicious
Stil: Progressive Metal
VÖ: 24. Juli 2020
Zeit: 52:00
Label: M-Theory
Homepage: www.letuspreyband.com

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Offenbar fühlte sich Marc Lopes mit seinem Job als Sänger bei Ross The Boss stimmlich nicht ganz ausgelastet, denn sein neues Bandprojekt Let Us Prey reicht nicht nur musikalisch, sondern eben auch hinsichtlich des gesanglichen Spektrums weit über das hinaus, was bei seinen Kollegen um Ross Friedman praktiziert wird. Fernab aller Genregrenzen liefern Let Us Prey eine abenteuerliche Odyssee durch Metalcore, Thrash und Progressive Metal, die obendrein noch mit allerhand symphonischen bis industriellen Synthesizern gespickt wird. Dabei als Hörer am Ball zu bleiben, ist nicht immer ganz einfach. Aber eines nach dem anderen.

Virtues Of The Vicious, seines Zeichens das Debütalbum der Bostoner Truppe, zu dem Marc Lopes im Übrigen auch das Coverdesign entwickelt hat, startet ohne große Umschweife mit fetten Thrash-Riffs ins turbulente Geschehen. Der Opener "Above The Vaulted Sky" gestaltet sich dabei noch recht eingängig und liefert einen Refrain inklusive Lopes' extra-hohen Metal-Screams, der es schnell ins Langzeitgedächtnis schafft. Im darauffolgenden Titeltrack scheint dann allerdings alles aus den Fugen zu geraten. Lopes schreit, keift und kreischt sich durch alle erdenklichen Stimmlagen, während die Instrumentalfraktion ein beinahe irrwitziges Spektakel inszeniert. Zwar kann "In Suffering" als vergleichsweise ruhige Prog-Nummer mit seinen überschaubaren Strukturen und einer schönen Melodie die Wogen wieder etwas glätten, doch schon an dieser Stelle dürfte klar sein: easy listening geht definitiv anders! So wundert es nicht weiter, dass man in den folgenden Songs immer wieder mit technischen und komplexen Arrangements konfrontiert wird, während der Frontmann auch am Mikro zu stimmlichen Experimenten neigt. Als Resultat wirken die Kompositionen gelegentlich überfrachtet und manch ein Refrain will einfach nicht so richtig zünden. Als Lichtblicke sind da noch die zugänglicheren Tracks "Ghost Echoes" und "The Cruel Creation Of Me" ins Feld zu führen. Unter dem Strich muss man für Progressive Metal aber schon ein sehr offenes Ohr und eine hohe Toleranzgrenze hinsichtlich der hier verstrickten Vielzahl an Genres haben, um mit Virtues Of Vicious glücklich zu werden.

Dagger

4 von 6 Punkten

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