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Bonfire - Legends (2-CD)

Bonfire - Legends (2-CD)
Stil: Hared Rock
VÖ: 19. Oktober 2018
Zeit: CD1 77:06 - CD2 79:27
Label: AFM Records
Homepage: www.bonfire.de

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Über Sinn und Unsinn kompletter Cover-Album lässt sich streiten. Natürlich erspart sich die Band damit den kreativen Prozess des Songwritings, sie läuft aber auch Gefahr, dass solch ein Album bei den Hörern nur mäßig gut ankommt. Im Falle von Bonfires Doppel-Album Legends lassen nach dem ersten, etwa 160 Minuten andauernden Durchlauf erste Zweifel, ob sich die Band damit einen Gefallen getan hat, nicht lange auf sich warten.

Diese Zweifel basieren auf gleich mehreren Umständen. Zum einen konzentrieren sich die Ingolstädter vorzugsweise auf die Welthits unsterblicher Rock- und Metalbands, die ein jeder Mensch auf diesem Planeten mit irgendeinem analogen oder digitalen Empfangsgerät in seinem Besitz beinahe rückwärts pfeifen kann. Zum zweiten werden von den auserkorenen Helden der eigenen Jugend meist gleich zwei oder sogar drei Stücke vorgetragen und zum dritten liegen die Coverversionen bis auf wenige Ausnahmen dermaßen nah am Original, dass man ihren Nutzen ernsthaft in Frage stellen muss. Wenn man dann noch Songs mit solch legendären Stimmen wie Ronny James Dio, Geoff Tate oder Ian Gillan (um nur mal drei herauszupicken) hinterm Mikro aufs Korn nimmt, dann kann der Schuss doch eigentlich nur nach hinten losgehen. Wo Bonfire bei den einleitenden drei Songs von Toto ("Africa", "Hold The Line" und "Rosanna") vom Original kaum zu unterscheiden sind, wirken beispielsweise die Interpretationen von Rainbows "Man On The Silver Mountain" oder Queensryches "Eyes Of A Stranger" viel zu glatt gebügelt. Auch die Cover der beiden Survivor-Hits "Eye Of The Tiger" und "Burning Heart" haben den Originalen nichts hinzuzufügen und entsprechend könnte man die Ausführungen an dieser Stelle nun weiter spinnen.

Wo Bonfire mit ihrer Version dagegen eine bessere Figur abgeben, das ist beispielsweise Deep Purples "Child In Time", das zumindest während der Instrumentalpassagen eine Ecke sportlicher rüber kommt als das Original. In Puncto Gesang schmiert Alexx Stahl gegenüber Ian Gillan erwartungsgemäß ab, obwohl er ja grundsätzlich ein vorzüglicher Sänger ist und auf Legends auch eine tolle Leistung bringt. Auch die beiden Hits von Grave Digger, nämlich "Heavy Metal Breakdown" und "Rebellion", haben durch Bonfire eine Art eigenen Anstrich erhalten, eben weil Alexx Stahl gar nicht erst versucht ein Boltendahl'sches Reibeisen zu kopieren, sondern mit gewohnt hoher Hardrock-Stimmer singt. Zuletzt muss man einfach noch die drei völlig aus der Reihe tanzenden Ostrock-Songs der Puhdys erwähnen, die alleine schon wegen der zeitgemäßen Produktion und der knackigeren Spielart ihre Legitimation besitzen.

Spiel- und produktionstechnisch liegt bei Legends natürlich alles im grünen Bereich. Unterm Strich finden sich aber doch zu viele Songs, die es in der vorgebrachten Spielart wohl eher nicht noch ein weiteres Mal benötigt hätte. Wenn sich die Band auf weniger populäre Songs konzentriert und dabei versucht hätte, freier in der Interpretation zu sein, hätte das Projekt Legends am Ende womöglich eine bessere Figur abgegeben. Aber wie gesagt: über Sinn und Unsinn solcher Cover-Alben lässt sich nun mal streiten.

Dagger

3 von 6 Punkten

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