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Festival-Bericht

Summer Breeze

mit Nightwish, Venom, Powerwolf, Cradle Of Filth, Trollfest, Kyle Gass Band, Destruction, Sodom, Opeth, Kreator, Amorphis, Alestorm, Pyogenesis, Sepultura, Bloodbath, Suicidal Angels, Kataklysm, Knorkator, Paradise Lost, Cannibal Corpse & Dark Tranquillity

Flugplatz Sinbronn, Dinkelsbühl 12.08. – 15.08.2015

Freitag, 14.08.2015

Alestorm dürfen bei schönstem Wetter auf die Bühne und den ohnehin erhitzten (von der Sonne versteht sich) Gemütern nochmals ordentlich einheizen. Angesichts des Backkataloges, den die Schotten inzwischen mit sich rumschleppen und der Hits, die sich darauf befinden, ist das aber ein relativ leichtes Unterfangen, vor allem, weil das Publikum offensichtlich sehnsüchtigst auf die Freibeuter gewartet hat. Mit "Walk The Plank" gelingt ein guter Einstieg, der sofort in Crowdsurfern mündet um nur wenig später in das Massenphänomen "Rudern" übergeht, bei dem Hunderte, wenn nicht Tausende Fans am Boden sitzend mehr oder weniger synchrone Ruderbewegungen machen. Passt zum Image der Band hervorragend. Mit "Keelhauled" und "Drink" nehmen Alestorm und ihre Fans nochmals so richtig Fahrt auf, bevor mit "Captain Morgan's Revenge" der finale Sprung ins Haifischbecken erfolgt. Schwindelerregender Auftritt, bei dem es kaum eine Chance auf Verschnaufen gibt. Da verzeiht man auch gerne das eigenwillige psychedelische und farbenfrohe Backdrop.

Lange Zeit war es ruhig um Pyogenesis, doch jetzt sind sie mit einem Paukenschlag namens A Century In The Curse Of Time wieder da. Den Durchbruch konnte die Band in der Vergangenheit ja leider nicht so recht schaffen, was sich dann auch in den Zuschauerzahlen an diesem Nachmittag wiederspiegelt. Abgründe tun sich vor der Bühne auf, was nicht nur Frontmann Flo etwas irritiert aufnimmt. Pyogenesis machen aber das Beste aus ihrer Situation und zaubern einen Cocktail ihrer größten Hits garniert mit Auszügen aus dem aktuellen Album aus dem Ärmel. Zwar bleibt die Forderung nach Europas größtem Circle Pit eher hinter den Erwartungen zurück, dafür kann Flo trotz der überschaubaren Menschenmenge mit einem Gummiboot über den Platz vor der Painstage schwimmen. Meiner Trauer über den mangelnden Zuspruch schließt sich dann im Laufe des Gigs auch der Wettergott an, der langsam aber sicher ein Unwetter mit starkem Wind und Regen heraufbeschwört, was schließlich zum vorzeitigen Abbruch des Auftritts führt.

Sepultura müssen schließlich ihren Gig um eine Stunde verschieben, da die Wettersituation den normalen Ablauf des Festivals zunichte macht. Unter sicherheitstechnischen Aspekten wird das Festival eine Stunde lang unterbrochen, danach darf aber jede Band mit ihrem kompletten Set antreten, eben einfach eine Stunde später. Dem Ordnungsamt sei Dank.

Wie nicht anders zu erwarten, ist das Gedränge bei Powerwolf vor der Mainstage sehr hoch. Warum nicht die Heavy Metal-Priester, sondern Neaera den Freitags-Headliner-Posten bekleiden, bleibt für mich nach wie vor ein Rätsel. Egal, denn dass Powerwolf eine großartige Sause bieten, ist allseits bekannt und so ziehen nicht nur Sänger Attila Dorn und seine Kumpanen alle Register ihres Könnens, sondern auch das Publikum, das jede Aktion, jede Ansage und jedes Lied lautstark beklatscht und bejubelt. Zentraler Anlaufpunkt der Show ist und bleibt natürlich Frontmann Attila, der mit gezielten Ansagen, feinem Humor und unbändigem Engagement den Anwesenden eine überragende Show bietet, der man sich einfach nicht entziehen kann. Die geborene Rampensau. Aber auch seine Sidekicks bieten allerlei fürs Auge, die Gitarrenfraktion kommt aus dem Posen nicht heraus und Keyboarder Falk lässt es sich nicht nehmen, den Platz hinter seinem Instrument oft verwaist zu hinterlassen, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt und stattdessen anderswo auf der Bühne für Stimmung zu sorgen. Während der Show wechselt dazu einmal das Backdrop im Hintergrund und es werden je nach Bedarf diverse Utensilien wie ein prunkvoller Kelch oder ein Weihrauchfass aus der Retorte gekramt, um dem Auftritt noch mehr Opulenz zu verpassen. Powerwolf lassen auch diesmal nichts anbrennen und servieren eine charmante und fesselnde Show, der man sich nur schwer entziehen kann.

Bloodbath haben wohl einen der fettesten Sounds des gesamten Festivals. Was da von der Bühne herüberschallt, kann nur verbrannte Erde hinterlassen. Von Sekunde eins an ist Staunen und vor allem Headbangen angesagt. Crowdsurfer lassen etwas auf sich warten, aber auch hier kann sich die Security im Fotograben schlussendlich nicht über mangelnde Resonanz beschweren. Die Show dagegen kommt eher gediegen rüber. Zwar bemühen sich Anders "Blakkheim" Nyström und Per Eriksson gehörig sich den Kopf vom Hals zu schrauben, aber das ist es dann auch schon, was an Performance auf der Bühne passiert. Nick Holmes am Mikro macht überwiegend auch einen guten Job, geht im Gesamtsound in meinen Ohren etwas unter und hält sich mit Ansagen weitestgehend zurück. Dafür lassen die Jungs die Musik sprechen. Die Gitarrenwand entschädigt für so manches und Drumgott Martin Axenrot treibt die Band und das Publikum gnadenlos vor sich her. Man kann hier eigentlich gar nicht anders, als die Matte auf Dauerrotation zu stellen. Eine gute Stunde heizen Bloodbath den Besuchern ein, bevor sich die Protagonisten hinter die Bühne verziehen.

Es ist schon sehr spät am Abend, als die britischen Düsterheimer Cradle Of Filth die Bühne betreten. Mit viel Bombast und Pyrotechnik feuern die Jungs und Mädels von der Insel einen Hit nach dem anderen durch die PA, haben aber etwas unter dem verhaltenen Zuspruch des Publikums zu leiden, was gerade Frontkreischer Dani Filth etwas unter die Haut geht. Der Gute wirkt durchweg angespannt und hätte sich offensichtlich euphorischere Reaktionen erwartet. Die wären auch gerechtfertigt gewesen, wenn man sich gut gemischte Setlist oder die Bühnenshow betrachtet. Neben dem Einsatz von Pyrotechnik durften die Anwesenden auch holde Succubi dabei beobachten, wie diese mit Flammenunterstützung dem jeweils anderen den Garaus machen wollen. Zugegeben, nett anzuschauen, aber so richtig will der Funke bei Cradle nicht überspringen, was schlussendlich dazu führt, dass die Band etwas angepisst ziemlich schnell die Bühne unter wohlwollendem Applaus verlässt.

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