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Festival-Bericht

Out & Loud

mit Helloween, Testament, Hammerfall, Arch Enemy, Subway To Sally, Moonspell, J.B.O., Grave Digger, Orchid, Eluveitie, Blues Pills, Dark Fortress, The Vision Bleak, Feuerschwanz, Insomnium, Alestorm, Majesty, Civil War, Diablo Blvd, Battle Beast, Accuser, Finsterforst, Godsized, Bloodbound, Dimeless & Dvalin

Eventhalle Strohofer Geiselwind, Geiselwind 03. - 06.06.2015

(Fotogalerien: OutAndLoud2015 )

Samstag, 06.06.2015

Es ist das stetig surrende Aggregat der mobilen WC-Reinigung, das mich heute Morgen aus dem Schlaf reißt. Gemeinsam mit dem Trommeln vereinzelter Regentropfen auf meiner Zeltplane verschmilzt es zu einer morgendlichen Symphonie der Hoffnung. Ein kurzer Blick aus dem Wigwam - tatsächlich! Wolken! Richtig dicke Regenwolken in allen erdenklichen Grautönen! Welch wunderschöner Anblick! Die Luft ist angenehm kühl, die Dixis sind frisch gesäubert - was könnt es Schöneres geben, als ein weiteres Nickerchen nach kurzer Morgentoilette?
Doch leider, man ahnt es schon, ist das Glück nicht von langer Dauer. Mit gewaltiger Kraft kämpft die Sonne gegen das Wolkenheer und erringt einen vernichtenden Sieg. Gegen 12:00 Uhr ist von der grauen Pracht nichts mehr geblieben und die schwüle Hitze erreicht ihren absoluten Höhepunkt an diesem Wochenende. Ein Thermometer im Schatten zeigt 32°C. Wie heiß es in der Sonne zwischen den Zelten oder auf dem Asphalt vor der Mainstage ist, will ich gar nicht wissen.

Dvalin

Dennoch stürzen wir uns auch heute wieder ins Getümmel, das um kurz vor 13:00 Uhr im Grunde noch gar keines ist. Vor der Bühne wo Würzburger Band Dvalin mittelalterlichen Rock inkl. standesgemäßem Instrumentarium mit brutalem Death Metal garniert, ist auch an diesem Morgen herzlich wenig Volk unterwegs. Dasselbe Schicksal ereilt schließlich auch die belgischen Newcomer von Hell City, die den zahlenmäßig überschaubaren Metalheads eine ordentliche Dosis Melodic Metal verabreichen. Die Truppe um Frontfrau Michelle Nivell hat natürlich den Vorteil, dass es in der Halle momentan noch deutlich kühler ist als draußen. Aber man merkt schon, dass das Out & Loud nur schwer in die Gänge kommt an diesem letzten Festivaltag.

Diablo BLVD

Den widrigen Umständen zum Trotz geben die belgischen Schergen Diablo Blvd ab 13:45 Uhr auf der Mainstage ordentlich Gas und schaffen es mit ihrer energetischen Bühnenpräsenz mühelos, das anwesende Volk zum Abrocken zu animieren. Hierzulande sind die Jungs aus Antwerpen vielleicht noch nicht so etabliert, in ihrer Heimat dagegen gelten sie längst als große Nummer. Der eigenständige Stilmix aus Heavy Metal, Hard und Stoner Rock erinnert mal an Type O Negative, mal an Danzig oder auch an Volbeat und rennt beim Publikum offene Türen ein. Zudem hat Frontmann Alex Agnew eine kurze Ansprache in feinstem Deutsch einstudiert, verliert dann allerdings den Faden und muss schließlich doch in Englisch weiter reden, womit die Truppe zusätzliche Bonuspunkte sammelt. Definitiv ein kleines Highlight zu so früher Stunde, von dem leider die allermeisten gar nichts mitbekommen.

Nach kurzer Pause bei unseren Kumpels aus BGL stehen wir schließlich wieder vor der Mainstage, um noch das letzte Restchen Battle Beast mitzubekommen. Haut irgendwie in die Kerbe Sabaton / Powerwolf, das hymnisch-kriegerische Metalgeschwader aus Finnland, nur mit dem Unterschied, dass hier mit Noore Louhimo eben eine Dame ins Mikro röhrt. Sehr episch das alles! Außerdem prima geeignet, um mit erhobener Faust die Birne zu kreisen, was von den mittlerweile zahlreich versammelten Zuschauern auch brav vollzogen wird.

Palme beim Crowdsurfen

Wir bleiben am Ort des Geschehens. Die tropische Hitze passt nun irgendwie tatsächlich gut zu Sound der folgenden Kapelle. Die Metal-Freibeuter Alestorm bringen mit ihren Saufliedern ein wenig karibisches Flair nach Geiselwind und irritieren mit einem Backdrop, das vor kunterbuntem Hintergrund zwei Bananen mit Entenköpfen zeigt - was exzessiver Rumkonsum nicht alles anrichten kann! Der Raum zwischen Bühne und Technikturm ist mittlerweile brechend voll und zu den amüsanten Klängen der Schotten steigt eine 1-A Sommerparty, mit der Alestorm ganz nebenbei den Crowdsurfer-Rekord des heurigen Festivals aufstellen. Daneben tanzt, klatscht und singt das frisch gebackene Piratenvolk zu Stücken, wie "Drink", "Shipwrecked", "Keelhauled" und natürlich "Captain Morgan's Revenge", während immer wieder eine große, aufgeblasene Gummipalme durch die Reihen gereicht wird. An den brennenden Fixstern denkt in diesen bierseligen Momenten niemand und so soll es ja auch sein!

Für uns setzt der Auftritt von Alestorm einen mehr als unterhaltsamen Schlusspunkt. Private Verpflichtungen am morgigen Tag zwingen uns zur zeitigen Abreise. Viel Spaß den tapfer durchhaltenden Metalheads noch mit Megaherz, Asphyx, Unleashed, Overkill und - wem's denn taugt - auch mit Freiwild, auf die wir leider verzichten müssen.

Zieht man ein Fazit nach diesen vier Tagen, sieht man ein sauber organisiertes Festival mit familiärem Charakter und nettem Personal. Freilich hätt's ein paar Grad Celsius kühler sein können, aber der Faktor Wetter gehört bei einer Open-Air-Veranstaltung halt einfach dazu. Schade, dass von den Bands auf der Mainstage so wenige die Chance auf Pyroeffekte ergriffen haben, dafür war die Bandauswahl der Casting-Crew wie schon in den vergangenen zwei Jahren vom Feinsten. Wo noch nachgebessert werden kann, ist das kleine Biker-Cafe am Rande des Zeltplatzes, wo ein arg bescheidenes Frühstück angeboten wurde. Ansonsten ist beim Out & Loud nicht nur in Sachen Musik wirklich für jeden etwas dabei. Hoffen wir, dass es so bleibt und dass man sich auch im kommenden Jahr hier zwischen A3 und Weinbergen wieder trifft.

Dagger

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