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Festival-Bericht

Hammer Of Doom

mit Saint Vitus, Trouble, Avatarium, Orange Goblin, Ruins Of Beverast, Hamferd, Kadavar, Jess And The Ancient Ones, Hamferd, Mount Salem, Epitaph (ITA), Doomocracy, Wolvespirit, Wucan & Mist

Posthalle, Würzburg 14. & 15.11.2014

(Fotogalerien: Hammerofdoom2014 )

Nachdem das Doom Shall Rise und die sagenumwobene Chapel in Göppingen ja 2013 ihre Pforten für immer schlossen, darf das Hammer Of Doom in den Würzburger Posthallen, organisiert von den Keep It True-Machern, als DAS Doom-Festival schlechthin in deutschen Landen ein Alleinstellungsmerkmal beanspruchen: nämlich diejenigen unter den Metal-Fans explizit aus ihren Löchern zu treiben, um ins wunderschöne Würzburg zu pilgern, denen jene Spielart des Metals ans Herz gewachsen ist, die nie vom Mainstream geschluckt wurde und die zu spielen oder abzufeiern, echte Passion und Herzblut verlangt. Die Rede ist eben vom Doom! Doch muss schon anfangs erwähnt werden, dass sich beim diesjährigen Hammer Of Doom nicht nur Bands tummelten, die man auf den ersten Blick oder Höreindruck dem Doom-Genre, so facettenreich es auch sein mag, zuordnen würde. Der eine oder andere mochte oder mag demzufolge von Verwässerung sprechen, mein persönlicher Eindruck trifft eher das Gegenteil. Denn: die Diversität der einzelnen Acts untereinander machte das Festival spannend und, wenn man dieses Adjektiv im Doom-Kontext vielleicht auch vermeiden sollte, bunt. Die Öffnung nach mehreren Seiten hin (Black-, Psychedelic-, Stoner-Metal etc.) fiel schlussendlich auch nicht unverhältnismäßig eklatant aus, da für alle Bands galt, die auf dem Hammer Of Doom auftraten, dass sie spürbar ihre Wurzeln im Doom-Bereich haben... und außerdem gab es keinen Einzelgig, der als Totalausfall zu bezeichnen wäre, ganz im Gegenteil.

Freitag, 14. November 2014

Blumen für 6,66

"Blame it on Deutsche Bahn", dass wir den ersten Freitags-Act Wolvespirit verpassten! Ein paar Schweizer Bekannte stellten den Würzburger Local Heroes, deren Sound sich auf Platte maßgeblich von den 60er- und 70er-Heavyrock-Größen beeinflusst zeigt, ein ordentliches Zeugnis aus. Für uns machten infolgedessen Reino Ermitano (was übersetzt so viel wie "das Reich des Eremiten" bedeutet) den Opener. Aus Lima, Peru stammend hatte das Quartett mit Sicherheit die längste Anreise - als wir am folgenden Sonntag die Band am Bahnhof sichteten, mussten wir entsprechend daran denken, welche Reisestrapazen Sängerin Tania Duarte, Gitarrist Eloy Arturo und Co. auf sich nahmen, um in Würzburg dabei zu sein. Da ist sie wieder, diese Passion! Schwere Riffs und die charakteristische Stimme von Frau Duarte, umgesetzt in klassische Doom-Songstrukturen, machten den Auftritt zum Gewinner. Dass alle Tracks mit spanisch-sprachigen Lyrics aufwarteten, gab dem Ganzen einen zusätzlichen mystisch-geheimnisvollen Anstrich. Eine von mehreren Combos, die aufgrund ihres tollen Eindrucks, sicher Fans dazu gewonnen hat und deren Songs (bspw. "Sobra Las Ruinas", "Calendula" oder "Sangre India") ein Anchecken wert ist!

Female-Fronted schien dieses Jahr eines der Motti des Hammer Of Doom zu sein, denn gleich sieben Bands wurden von Sängerinnen angeführt, die ohne Ausnahme einen exzellenten Job ablieferten. So auch im Falle von Jess And The Ancient Ones, deren Show sicher als eines der Highlights des diesjährigen Happenings in die Annalen eingeht. Wenn auch "nur" sechs Stücke gespielt wurden, stellte sich gleich beim Opener "Prayer For Death And Fire" und der anschließenden Singleauskoppelung "Astral Sabbat" sogleich eine Wechselwirkung zwischen der Band, Gesangswunder Jess und dem Publikum ein. Die Songs rissen mit, da war es letzten Endes egal, ob einer auf Funeral Doom oder 70‘s Rock stand, denn spurlos dürfte diese Darbietung an keinem der Anwesenden vorbei gegangen sein. Zum Höhepunkt avancierten die beiden Longtracks "Sulphur Giants" (herausragend!) und das abschließende "Come Crimson Death". Nicht umsonst hat kein Geringerer als King Diamond himself die Band als Support für die anstehende US-Tour ausgewählt.

Trouble

Danach wurde es Zeit für Trouble - yeah, die Trouble, die mit Psalm 9 und The Skull Mitte der 80er das Doom-Genre mit definierten und trotz vieler, vieler Besetzungswechsel bis heute am Start sind und neue Alben veröffentlichen. Seit dem Ausstieg von Kory Clarke 2012 schwingt Kyle Thomas für Trouble den Mikroständer und der Sänger machte seine Sache ganz hervorragend, indem sowohl die Klassiker von Psalm 9, etwa "The Tempter", "Assassin", "Psalm 9" oder "Bastards Will Pay", auf die das Publikum zuvorderst gewartet hatte, als auch diverse andere Kompositionen aus dem Trouble-Backkatalog ("Wickedness Of Man" von The Skull, das ruhigere "Flowers", das neue "Paranoia Conspiracy" oder "Hunters Of Doom" von The Distortion Field) gesanglich veredelt wurden. Das legendäre Gitarristen-Duo Bruce Franklin und Rick Wartell ist eh eine Klasse für sich ... vielleicht hätte es zu diesem Anlass noch die eine oder andere The Skull-Perle mehr sein können, alles in allem zeigten sich Trouble jedoch bärenstark und auf der Höhe der Zeit.

Kadavar

Danach, so könnte man meinen, wurde es für die Berliner Senkrechtstarter Kadavar schwierig, das Energielevel hoch zu halten, doch weit gefehlt. Christoph "Lupus" Lindemann (Voc., Git.), Christoph "Tiger" Bartelt (Drums) und (neu-)Bassist Simon "Dragon" Bouteloup sprühten geradezu vor Spielfreude, wobei gerade Drummer Bartelt am Ende des Sets sicher jeden Tropfen Schweiß, der in ihm steckte, versprüht hatte. Zwar sind Kadavar auch für ihre Endlos-Jams bei Konzerten berüchtigt, beim Hammer Of Doom-Auftritt hielt sich dies jedoch in Grenzen, sodass eine ganze Menge Kadavar-Tunes Eingang in die Setlist fanden. Absolute Highlights waren dabei die Hits "Doomsday Machine" und "Black Sun", aber auch Songs wie "Living In Your Head", das mächtige "Creature Of The Demon", der mit einem 60s-Touch versehene Roadrocker "Come Back Life", der Stampfer "Eye Of The Storm" oder das an The Doors erinnernde "Black Snake". Kurz: Kadavar zeigten sich des Headliner-Spots in allen Belangen würdig und wurden anschließend und auch am Ende des Festivals von vielen, mit denen wir sprachen, als DIE Band des Festivals bezeichnet. Mördershow!!

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