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Harasai - Psychotic Kingdom

Harasai - Psychotic Kingdom
Stil: Melodic Death Metal
VÖ: 26. April 2013
Zeit: 50:44
Label: Quality Steel Records
Homepage: www.harasai.com

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Nach dem ersten Hördurchlauf stellte sich mir unweigerlich die Frage: liegt Göteborg denn nun in Tschörmanie? Oder hat es eine Kontinentalplattenverschiebung gegeben? Anders ist es nämlich fast nicht zu erklären, dass die Essener so dermaßen nach Schweden klingen. Doch der Reihe nach... gegründet wurden Harasai vor sieben Jahren, also 2006. Doch es dauerte immerhin vier Jahre, ehe das Debut The I-Conception das Licht der Welt erblickte. Dabei hat kein Geringerer als Dan Swanö Hand an die Regler gelegt. Nun, drei Jahre später folgt der zweite Streich.
Auch wenn die Jungs aus DER deutschen Thrash Metal-Hochburg schlechthin kommen, so klingen sie klar nach Skandinavien. Vergleiche mit At The Gates, Dark Tranquillity oder auch In Flames muss sich der Fünfer wohl gefallen lassen, auch wenn man kein Abklatsch der genannten Bands ist. Denn Harasai verbinden ihren stets frisch wirkenden Melodic Death Metal mit so manchen Thrash-Einflüssen, die sich vor allem am Gesang festmachen lassen, der sich eben nicht nur auf Death Metal-Growls beschränkt. Harasai verknüpfen auf Psychotic Kingdom geschickt Aggressivität mit Gefühl, Blast mit Melodie, Wut mit Wärme. Herausgekommen sind knappe und kurzweilige 51 Minuten musikalische Unterhaltung. Dabei legen die Jungs viel Wert auf Abwechslung, wie u.a. "Three Kings" eindrucksvoll zeigt. Sehr flotte Uptempo-Parts gehen in ruhige Segmente über, in denen nur die Akustikgitarre regiert, ehe der Song wieder schnell an Fahrt gewinnt. Scheinbar aus dem Nichts kommt dann plötzlich ein hochmelodisches Riff nach vorne, bestimmt den Song, sorgt für Wärme. Auch "The Art Of The Sun" setzt auf dieses Wechselspiel unterschiedlichster Couleur: Lagerfeuerromantik läutet den Song ein, dazu gefühlvoller Klargesang, der im Laufe des Songs auch zusätzlich mit Growls unterlegt wird. Dieses gleichzeitige Wechselspiel klingt trotz der Gegensätze wie aus einem Guss. Doch genug davon, "Heretic Souls" geht wieder ordentlich nach vorne los, so wie wir es von der guten alten Schweden-Schule gewohnt sind. Gegen Ende der Scheibe versprüht "Dying Race Domain" stellenweise sogar aufgrund des opulenten Refrains dann auch noch etwas Bombast.
Harasai erfinden zwar das metallische Rad nicht neu, klingen aber einfach frisch und unverbraucht und vor allem: Psychotic Kingdom macht einfach Laune. So soll das sein.

Ray

5 von 6 Punkten

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