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Judas Priest - Screaming For Vengeance 30th Anniversary Edition (CD/DVD)

Judas Priest - Screaming For Vengeance 30th Anniversary Edition (CD/DVD)
Stil: Heavy Metal
VÖ: 31. August 2012
Zeit: CD 70:29 - DVD 64:39
Label: Sony Music
Homepage: www.judaspriest.com

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Februar 1984: das ZDF sendete spät nachts die mehr als vierstündige Aufzeichnung eines Konzerts, das im Dezember 1983 in der Dortmunder Westfalenhalle unter dem Titel "Rockpop In Concert - The Heavy Metal" stattgefunden hatte. Die Liste der aufgetretenen Bands liest sich wie das Who-Is-Who der damaligen Metal-Szene: Iron Maiden, Scorpions, Def Leppard, Quiet Riot, etc. Für den damals noch relativ jungen Schreiberling war das eine ganz besondere Erfahrung, denn damals (so kurz nach dem Krieg) hatten wir ja sonst nix, kein Privatfernsehen, kein Internet, keine für Metaller interessanten Musiksendungen, usw.

Außerdem hatten wir damals auch nicht die Auswahl an Bands, denen man sein sauer erbetteltes Taschengeld angedeihen lassen konnte. Im Prinzip gab's nur zwei Lager: Maiden oder Priest. Und die Eisernen Jungfrauen lagen in meiner Gunst schon immer weit vor der Band des Metalgods. So war diese Übertragung auch mein erster pseudo-live Kontakt mit Judas Priest, aus der Konserve kannte ich die Band allerdings sehr wohl. Und das, was da über die 60cm-Röhre flimmerte, war durchaus dazu angetan, den (jetzt) alten Mann von den Live-Qualitäten der Band zu überzeugen, gerade die absolute Synchronität bei "Breaking The Law" und die unvermeidliche Harley bei "Hell Bent For Leather" waren schon ein Hingucker vor dem Herrn. Aber auch der Rest des Materials war nicht von schlechten Eltern, hatten die Priester doch mit ihrem damals aktuellen Album Screaming For Vengeance ein verdammt starkes Stück Edelstahl am Start. 30 Jahre hat dieser Klassiker nun schon auf dem Buckel, da war es an der Zeit, eine Jubiläums-Edition auf den Markt zu bringen, die diesem Anlass gerecht wird.

Fangen wir mal mit den Äußerlichkeiten an: Ein leicht verändertes, auf vergilbt getrimmtes Artwork begrüßt den potentiellen Käufer. Das Booklet, auf dem dieses Cover prangt, bietet ein paar ebenfalls vergilbte Bandfotos aus jener Zeit, Liner Notes des Rock-Journalisten Eddie Trunk, ein paar Anmerkungen zum enthaltenen Konzert und das war's im Prinzip. Nun, nicht wirklich so der Bringer, aber auch nicht so wichtig.

Wichtiger ist schon der musikalische Inhalt der Packung und der hat es in sich. Da wären erst mal natürlich die Tracks des Originals. Sie wurden einem Remastering unterzogen und klingen keinesfalls so, als wären sie 30 Jahre alt. Gut, die Produktion des Originals war für damalige Verhältnisse eh schon ziemlich gut, die Überarbeitung hat aber noch mal ein Fitzelchen Frische herausgekitzelt. Ergänzt wird dieses Material von fünf Live-Tracks, die 1982 aufgenommen wurden und deren Qualität recht ordentlich ist sowie einem Bonus-Stück namens "Prisoner Of Your Eyes", das von den Turbo-Aufnahmen übrig geblieben war, aber keinesfalls als Ausschuss zu bezeichnen ist.

Das wahre Schmankerl aber stellt die Bonus-DVD dar, die den kompletten Auftritt von Judas Priest auf dem San Bernardino Festival 1983 enthält. Bei brütender Hitze im hellsten mittäglichen Sonnenschein hauen die Priester da einen Klassiker nach dem anderen ins weite Rund. Die Setlist ist eigentlich nicht zu toppen, ein wahres Best-Of wird den laut halbwegs verlässlichen Quellen 670.000 Besuchern da um die Lauscher geklatscht. Das ging damals noch ohne Teleprompter und vor allem ganz lässig und entspannt, auch wenn der Begriff "Bühnenpräsenz" nur auf Rob Halford anzuwenden ist, aber das hatten die Priester auch gar nicht nötig. Immerhin erhascht man den ein oder anderen Blick auf die seinerzeitigen Mode- und Frisurtorheiten, kann sich am recht unterhaltsam wirkenden Gehopse von Ian Hill und Dave Hollands Realschullehrer-Frisur und -schnauzer erfreuen.

Für einen Live-Mitschnitt von 1982 ist die Bildqualität erstaunlich gut ausgefallen. Auch die Kameraführung verdient das Prädikat professionell und der Klang macht wirklich eine gute Figur. Technisch gesehen geht die DVD also völlig in Ordnung, auch wenn es sonst keinerlei Zusatzinhalt gibt und man nicht einmal irgendein Bild- oder Tonmenü zur Verfügung hat. Aber in den Achtzigern war man halt recht minimalistisch unterwegs...

Eigentlich sollte die Scheibe eh schon im Schrank eine jeden Metalheads stehen, aber wem sie bisher noch fehlt, der hat jetzt keine Ausrede mehr, hier ist die Neuauflage definitiv mit Mehrwert angereichert, der sogar Besitzer des Originals zum Erwerb der Jubiläumsausgabe anregen könnte.

Ach ja: Trotz des wirklich überzeugenden Auftrittes beim erwähnten Dortmunder Konzerts bin ich dennoch im Maiden-Lager geblieben, die waren nämlich auch dabei und auch nicht schlecht, aber das ist eine andere Geschichte...

Hannes

Ohne Wertung

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